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Eine Liebe in Hollywood 

Foto: Paramount Pictures/Photofest

Audrey Hepburn und William Holden bei den Dreharbeiten zu "Zusammen in Paris", 1964

Eine Liebe in Hollywood 

Unter der Regie von Billy Wilder wurden sie zum Traumpaar der 1950er-Jahre: Audrey Hepburn und William Holden. Ihre Liebe begann am Set von „Sabrina“. Ihr Verderben ebenso. Ein neues Buch schildert jetzt, weshalb ihnen dieses Glück nicht vergönnt war..

Sie galt als „Dame ohne Unterleib“, der elf Jahre ältere Herr  als „Golden Boy“.  Audrey Hepburn und   William Holden. Die Kindfrau und der Gentleman.  Oscarreif. Beide. In der Tasche  hatten sie ihn indes noch nicht, als  sie 1953 Hollywoods   damals angesagtester Regisseur aufeinander losließ: der Exil-Österreicher Billy Wilder für seine Komödie "Sabrina".


Kostümbildnerin Edith Head  wird später ausrufen: „Oh, Gott, Audrey und Bill waren das am schönsten anzusehende Paar, das man je gesehen hat!“    Wie sich bald herausstellte,  auch das traurigste.  „Schon bevor ich sie kennenlernte, war ich in sie verliebt“, gab William Holden später bekannt. Audrey, der gebürtigen belgischen Baroness,  war der All-American-Boy ebenso alles andere als egal. „Dass zwischen ihnen etwas geschah, war für jedermann offensichtlich“, heißt es auch in dem neuen Buch „Audrey und Bill“ von Edward Z. Epstein, das einen spannenden und überaus intimen Blick auf die goldene Ära Hollywoods wirft.

 

Zwei Mal standen Hepburn und Holden gemeinsam vor der Kamera, für  "Sabrina" im Jahr 1953 und ziemlich genau zehn Jahre später  für "Zusammen in Paris". Dazwischen lagen romantische Picknicks, heimliche Rendezvous in der Garderobe, heiße Küsse,  ein  verhängnisvolles  Geständnis sowie das simple Kalkül des Paramount-Studios: „Ein Film, in dem Audrey und Bill gemeinsam spielen, kann kein Flop werden.“ - Sicher?

 

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Audrey, jung, schön, mädchenhaft, wollte unbedingt Kinder –  drei, vier, wie sie ihm flüsterte. Doch  Bill, verheiratet und Vater von zwei Söhnen, konnte keine mehr zeugen. Vasektomie.  Verständlich, aber voll dämlich, wenn man  damit erst dann herausrückt, wenn sich die Dinge schon so weit entwickelt haben ... 

 

Nach Ende der Dreharbeiten zu "Sabrina" legte Audrey die Gefühle für ihren nur für diesen Film erblondeten Lover jedenfalls abrupt auf Eis. Und gab schließlich  den  schon seit längerem bestehenden Avancen von Schauspieler und Regisseur Mel Ferrer nach. Bill  hingegen entwickelte  einen perversen Plan, um zu zeigen, wie verletzt er war.


„Indem er ihr seine Qualen demonstrierte, hoffte er, sie zurückzubekommen“, analysiert Biograf Epstein und zitiert Holden:  „Also ging ich los, bereiste die Welt und nahm mir vor, in jedem Land, in dem ich mich aufhielt, mit einer Frau ins Bett zu gehen.“  So  kam bald nach "Sabrina" unter anderem Grace Kelly an die Reihe – während der Dreharbeiten für das Drama "Ein Mädchen vom Lande".

  

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1 Für "Ein Herz und eine Krone" erhielt Audrey Hepburn im März 1954 einen Oscar als Beste Hauptdarstellerin - Foto: Paramount Pictures/Photofest 2 Dem Publikum blieb das verborgen: Humphrey Bogart (l.), der eigentliche Star von „Sabrina“, machte kein Hehl daraus, dass er seine Filmpartner nicht leiden konnte - Foto: /Paramount Pictures/Photofest 3 Alles echt: William Holden war schwer verliebt in Audrey Hepburn. Und sie in ihn - Foto: John Kobal Foundation/Getty Images

Ja, auch auf die spätere Fürstin von Monaco machte Golden Holden – so sein Spitzname nach dem Oscar-Triumph – gehörigen Eindruck. Ebenso auf andere  Damen. Jacqueline Kennedy etwa. Als die First Lady  nämlich erfuhr, dass ihr JFK mehr als nur eine Tändelei mit Marilyn Monroe hat, begann sie selbst eine Affäre mit – ja, mit William Holden.


Seitensprünge  am laufenden Band und auf hohem und höchstem Niveau!  Und das Ganze ohne banale Dating-Agenturen im Internet. Darüber zu lesen ist  tatsächlich nicht uninteressant. Besonders, wenn man die gemeinsamen Filme von Audrey Hepburn und William Holden kennt und nie auf die Idee gekommen wäre, welche Abgründe sich hinter diesen Personen auftaten.

 

Sogar ganz wörtlich genommen. Während der Dreharbeiten zu Zusammen in Paris sollte es zu einem folgenschweren Eklat kommen. „Eines Abends kletterte er spontan auf einen Baum, der vor ihrer Garderobe stand“, berichtet Biograf Epstein, früher lange Jahre Pressesprecher von MCA/Universal Pictures in New York.

Foto: /ImageCollect/ImageCollect/Photofest

Neben dem Flirt mit der Kamera übten sich Audrey Hepburn und William Holden offensichtlich auch im neckischen Umgang miteinander

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„Das gelang ihm anscheinend nicht ganz lautlos, denn als sie sich aus dem Fenster lehnte, um nachzusehen, was es mit dem Lärm da draußen auf sich  hatte, beugte Holden sich vor und küsste sie. ,Bill, hör auf damit!’, rief sie. Er stürzte vom Baum und landete auf einem parkenden Auto.“ Die Folge: Bill musste ins Krankenhaus und begann wieder zu trinken. Und das konnte er gut. Und ausdauernd lange.   Bis zuletzt.


Am letzten Abend seines Lebens, am 12. November 1981, hielt sich William Holden allein in seinem Appartement bei Santa Monica, Kalifornien, auf. „Er hatte getrunken“, schreibt Epstein. „Er ging ins Schlafzimmer, rutschte auf einem Vorleger aus und schlug mit der Stirn auf einen Nachttisch.“  Er verblutete.


Ob er das Ausmaß  der Verletzung erahnte, wird man nie erfahren. „Er wollte keine Hilfe“, meinte ein Freund.  Hepburn starb   zwölf Jahre später. Nicht nur für Filmhistoriker, so Autor Epstein, sei es ein interessanter Zufall, dass Audrey und Bill gleich alt waren, als sie verschieden: dreiundsechzig.  Epsteins Trost: „Ihre Filmfiguren, die in der Blütezeit ihres Lebens, in jenen Tagen, in denen alles möglich schien, ineinander verliebt waren, leben in Sabrina weiter.“   

Foto: /Langen Müller Verlag

Edward Z. Epstein, „Audrey und Bill. Audrey Hepburn und William Holden. Eine unvollendete Liebe“, 260 Seiten mit großem Bildteil, 22,70 €, LangenMüller Verlag

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