Chefkoch Uwe Machreich: "Vegan kochen will gelernt sein"

Vegan kochen ist längst kein Trend mehr, sondern hat mittlerweile Einzug in die traditionelle heimische Küche gehalten.

So lernst du richtig kochen

Chefkoch Uwe Machreich nimmt dich in zehn Lessons mit auf eine kulinarische Genussreise. Er erklärt, welche Aromen und Gewürze gut zusammenpassen, wie die Grundausstattung einer Küche aussehen sollte und kocht für uns ein knuspriges Backhendl. Hier geht's zu Uwe Machreichs freizeit.academy. 

Je länger und intensiver man sich mit der veganen Küche auseinandersetzt, desto raffinierter werden Zutaten und Rezepte. Wenn man jedoch langsam umsteigen will oder nur ab und zu ohne tierische Produkte kochen möchte, ist diese freizeit.academy ideal. Uwe Machreich, Chefkoch im "Triad" in Niederösterreich, führt dich langsam in die vegane Kochkunst ein. 

Das gelobte Land

Auch wenn Machreich vor allem auf traditionelle Hausmannskost mit viel Fleisch setzt, finden gleichzeitig immer mehr vegane und vegetarische Gerichte ihren Platz in seiner Speisekarte. "Was das Gemüse vor Ort angeht, sind wir in Österreich wirklich in einem gelobten Land. Wir gehen in den Garten und holen uns, was wir wollen", sagt Machreich. Von einem Vegan-Trend will der Koch nicht sprechen. Früher habe man oft keine anderen Möglichkeiten gehabt, als auf Gemüse und Obst zu setzen.  "Noch zu Zeiten meiner Oma hat man nicht jeden Tag Fleisch gegessen, da hat es am Sonntag einen Schweinsbraten gegeben und das war's", erzählt er. Durch die Globalisierung und die sinkenden Fleischpreise habe sich dieses Essverhalten umgekehrt und dazu geführt, dass der Fleischkonsum heute so hoch sei.

Geschmack der Region

"Wir achten immer darauf, den Geschmack der Region einzufangen. Beim Öl zum Beispiel verwenden wir Nussöl oder Kürbiskernöl, aber auch tierische Fette wie Schweineschmalz", berichtet der Koch. Das sei natürlich nichts für Veganer, aber vielleicht für all jene, die nur zeitweise auf alle tierischen Produkte verzichten wollen. 

Warum vegan?

Die Gründe, sich vegan zu ernähren, fallen vielseitig aus. Für manche spielen ethische Argumente eine Rolle, anderen wiederum geht es um die Moral. Wieder andere vertragen schlicht und ergreifend nicht alle Lebensmittel und leiden unter diversen Allergien. Die Lösung? Ein nachhaltiger Ernährungswechsel. Dass dies vor allem für Restaurants nicht immer leicht ist, weiß auch Machreich. "Vegan kochen will wirklich gelernt sein. Gäste haben oft den Anspruch, dass es eine große Auswahl an veganen Gerichten bei mir gibt, aber das ist gar nicht so leicht, wie viele denken. Wir wollen schließlich jedes Gericht mit Herzblut kochen", betont der Koch. 

Uwe Machreich weiß, dass vegan kochen gelernt sein will.

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Stell deine Ernährung langsam um

Gut Ding braucht Weile: Viele Neueinsteiger scheitern schon nach wenigen Tagen an der neuen Ernährung, weil sie sich vorab nicht ausreichend über Veganismus informiert hatten. Ein entscheidender Fehler ist vor allem, seine Ernährung von heute auf morgen umzustellen. Das funktioniert in den seltensten Fällen. Vor allem Milchprodukte vermissen viele schon sehr bald sowie den Geschmack nach Fleisch. Also: Besser ist es, wenn du ein tierisches Produkt nach dem anderen weglässt - und das über einen längeren Zeitraum.

Machreich schöpft beim veganen Kochen vor allem aus seinem Gemüsegarten.

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Geeignete Alternativen

Nachdem du dich entschlossen hast, dich vegan zu ernähren, solltest du dich nach passenden Alternativen umschauen. "Besonders bei den Ölen gibt es viele Alternativen. Da fällt der Umstieg auch nicht wirklich schwer", so Machreich. Der nächste Schritt könnte darin bestehen, sich Alternativlösungen zu Milch zu überlegen. Auch hier ist das Angebot in den Supermärkten mittlerweile groß: Mandelmilch, Reismilch oder Sojamilch findet man in jedem Regal.

Auch Fleisch lässt sich durch vegane Produkte ersetzen. Von veganen Würstchen bis hin zu veganem Schinken ist vieles erhältliches, aber eben aus pflanzlichen Lebensmitteln hergestellt. "Aus Linsen oder Tofu kann man zum Beispiel auch eine herrliche Bolognese-Sauce machen", ergänzt Machreich.  

Gemüse und Obst

Dein neuer täglicher Begleiter: Obst und Gemüse. Fette, Proteine und Kohlenhydrate stellen zwar von nun an die Grundlagen deiner neuen Ernährungsweise dar, Obst und Gemüse sind aber für die Vitamin-Zufuhr essentiell. Auch für den kleinen Hunger zwischendurch eignet sich Obst hervorragend.

Uwe Machreich kocht nach dem "Leaf-to-Roof"-Trend.

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Meal Prep

Vorbereitung ist alles! Das gilt besonders dann, wenn man seine Ernährung umstellen will. Wichtig ist es jetzt, dir Zeit zu nehmen, um Rezepte zu studieren und dich mit den Details der veganen Ernährung auseinanderzusetzen. Mehr Zeit musst du dir auch für eine Speisenplanung nehmen. Mit einer selbst gemachten und mitgenommenen Speisen überwindest du auch unterwegs Heißhungergefühle. Eine Auswahl an veganen Rezepten findest du hier. 

Stephanie Angerer

Über Stephanie Angerer

Chronik-Redakteurin

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