Start der Gartensaison: Diese Aussaat lohnt sich im Jänner

Mit Beginn des Jahres startet auch die neue Gartensaison. Wir zeigen euch, was ihr bereits im Jänner aussäen könnt.

Der Jänner gilt eher als untypischer Monat für Gartenarbeiten. Doch gibt es einige Dinge, die sich genau dann am besten umsetzen lassen. Manch Gemüse- und Kräutersorten eignen sich nämlich ideal für das Vorziehen oder die direkte Aussaat in den kalten Wintermonaten.

Vorziehen im Haus

Wer sich im Sommer und Herbst mit Gemüse selbst versorgen will, sollte bereits im Jänner aktiv werden und seine Pflanzen im Haus vorziehen. Es lohnt sich nämlich die Aussaat von Chilis, Paprika, Melanzani und Physalis in Angriff zu nehmen.

Chilis gehören zur Familie der Nachtschattengewächse. Hier gilt: je früher die Samen keimen, desto besser die spätere Ernte. Dabei ist eine Behausung mit einer Raumtemperatur von 21 Grad Celsius der ideale Platz für diese Pflanzen.

Paprika ähneln den Chilis und benötigen in etwa dieselben Bedingungen wie die kleinen scharfen Schoten. Zwar ist oftmals als Aussaatzeitpunkt Mitte Februar angegeben, doch zeigt die Praxis, dies ist bei den sommerlichen Wetterverhältnissen in Mitteleuropa um einige Wochen zu spät.

Paprikasamen können bereits im Jänner ausgesät werden

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Und auch die Melanzani kann bereits im Jänner ausgesät werden. Da sie relativ lang braucht, um sich zu entwickeln, ist ein frühzeitiger Anbau empfehlenswert. Bei Temperaturen zwischen 22 und 26 Grad Celsius keimen Melanzanisamen sehr zuverlässig, sodass das Gemüse im Juli oder August bereit für die Ernte ist.

Ebenso wie Chilis, Paprika und Melanzani ist auch die Physalis ein Nachtschattengewächs und kann bereits zu Beginn des Jahres angebaut werden. Ihre optimale Keimtemperatur liegt bei knapp 25 Grad Celsius. Erst nachdem keine Fröste mehr zu erwarten sind, können die Jungpflanzen ins Freiland umziehen.

Da die Tage im Jänner noch recht kurz sind, empfiehlt es sich, bei der Aussaat auf Pflanzenlampen zurückzugreifen. Besonders geeignet sind LED-Pflanzenlampen, die genau die richtige Wellenlänge aussenden, die Jungpflanzen für ein optimales Wachstum benötigen. Die Gemüse-Vorkultur ist dann im Frühjahr bereit für die Umpflanzung ins Freie.

Pflanzen im Frühbeet oder Gewächshaus

Zu den Gemüsearten, die im Jänner in den Frühbeetkasten oder im Gewächshaus ausgesät werden können, zählen Zuckererbsen für Erbsentriebe. Dabei werden nicht die Schoten, sondern die Triebe der jungen Erbsenpflänzchen geerntet und in die Erde eingesetzt. Daraus entwachsen Haupttriebe, welche mehrere Seitentriebe mit runden, ein- bis dreilappig gefiederten Blättern besitzen. Ab Mai zeigen sich meist die ersten weiße Schmetterlingsblüten, aus denen die fünf bis zehn Zentimeter langen Hülsen entwachsen. 

Auch dazu zählen Radieschen. Die kleinen scharfen Knollen sind Schwachzehrer und bevorzugen daher Bohnen, Tomaten und Salate als Nachbarn im Beet. Frühe Radieschen-Sorten, die auch mit wenig Licht und Temperaturen zurechtkommen, können ins Freiland umgesiedelt werden, sobald der Boden gut abgetrocknet und frostfrei ist.

Frühe Radieschen-Sorten kommen mit wenig Licht und niedrigen Temperaturen zurechtkommen

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Im Gewächshaus kann neben Winterkresse auch Feldsalat, Rettich, Gartenkresse und Weißkohl angebaut werden. Aber auch Lauchzwiebeln, Kohlrabi und Rote Bete sind für die Anzucht im Treibhaus geeignet.

Kräuterpflanzen

Ebenfalls direkt ins Beet gesät werden können Bärlauch und Waldmeister. Beide Kräuter sind Kaltkeimer. Das heißt, sie benötigen sogar nach der Aussaat einen Kältereiz, um keimen zu können.

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Kälteempfindlichere Kräuter, aber dennoch bereit für den Anbau, sind Gartenkresse, Kerbel, Sprossen und Teekräuter.

Aussaat im Freien

Mit den wenigen Sonnenstunden in den Wintermonaten können nicht viele Pflanzen umgehen. Spinat allerdings schon. Dieser wächst am besten, wenn die Nächte länger und die Tage kürzer sind. Der Standort beim Spinatanbau sollte halbschattig sowie vor Wind geschützt sein. Bei frostiger Witterung bietet es sich an, die Aussaat mit einem Fleece abzudecken.

Spinatanbau

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Obst- und Ziergarten

Der Jänner ist außerdem die perfekte Zeit, um Stachel- und Johannisbeeren zu vermehren. Dafür sollte man eine ca. einjährige Ruhte in 20 bis 30 Zentimeter lange Stücke schneiden und diese in einen Topf mit sandiger Erde stecken. Sobald die frostfreie Zeit eingekehrt ist und die Ruhte Wurzeln gebildet hat, kann die Pflanze in die Erde gesteckt werden. 

Ebenfalls kann mit der Vermehrung von Haselnüssen begonnen werden. Hierfür muss ein schmales, tiefes Loch gegraben werden, in das ein Trieb gelegt wird. Nachdem dieser Trieb eigene Wurzeln gebildet hat, kann er im Herbst umgesetzt werden. Wichtig ist, dass der Boden frostfrei ist. Da Haselnüsse flach wurzeln, sollte man sie nicht zu tief einpflanzen. Nach dem Pflanzen wird die Erde gut eingeschlämmt. Der Boden sollte zudem mit Laubkompost abgedeckt werden. 

Haselnüsse stellen keine großen Ansprüche an den Boden. Er sollte durchlässig, locker und nicht zu feucht sein.

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Blumenpracht

Trotz der eher niedrigen Temperaturen ist es außerdem möglich, Blumen zu pflanzen. Dazu zählen Kornblumen, Mohn, Eisenhut, Alpenveilchen, Pfingstrosen, Krokusse, Narzissen, Schneeglöckchen und Tulpen.

Über Janet Teplik

Digital Producer bei freizeit.at. Nach dem Studium der Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte zog die gebürtige Deutsche nach Wien und studierte Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Zuletzt war sie stellvertretende Chefredakteurin bei der MG Mediengruppe.

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