
Naschgarten für Balkon oder Terrasse: Tipps vom Experten
Ein Naschgarten bringt Frische und Vielfalt und erweckt alle Sinne und ist somit ein absolutes Muss in jedem Familiengarten.
Gemeinsam zu garteln und die eigenen Früchte zu naschen, ist ein wunderbares Erlebnis, weiß Wolfgang Praskac. Der Experte für Pflanzen und Gartenplanung rät jedem, es zu versuchen, denn ist weniger aufwendig, als man vielleicht denkt.
Ein Naschgarten kann eigentlich überall entstehen, sei es in einem weitläufigen Garten oder auf einem kleinen Balkon. "Entscheidend für eine reiche Ernte ist eine sonnige Lage, da viele Obst- und Gemüsesorten erst mit ausreichend Licht ihr volles Aroma entfalten", weiß der Gartenexperte.
Wer nur wenig Platz zur Verfügung hat, kann auf clevere Lösungen setzen: Hängende Erdbeeren in Ampeln, Tomaten in Hochbeeten oder Beerensträucher im Kübel sind platzsparend und dennoch ertragreich. Auch eine vertikale Bepflanzung mit Rankhilfen für Gurken oder Zuckererbsen ist eine Möglichkeit, um das Beste aus wenig Raum herauszuholen.
Gerade für Balkone bieten sich zudem platzsparende Lösungen wie mehrstöckige Pflanzregale oder Wandgärten an, in denen verschiedene Pflanzen auf engstem Raum gedeihen können.
Kräuter wie Minze, Basilikum oder Zitronenmelisse lassen sich hervorragend in kleinen Töpfen kultivieren und verströmen zudem einen angenehmen Duft. Wer Tomaten oder Paprika auf dem Balkon anpflanzen möchte, sollte auf ausreichend große Gefäße mit guter Drainage achten, damit die Wurzeln nicht zu feucht stehen, denn das mögen die gar nicht.

Himbeeren können bis in den Herbst geerntet werden
©BeigestelltRichtige Pflanzenauswahl
Beeren wie Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren und Heidelbeeren gehören zu den absoluten Naschgartenlieblingen, sie sind nicht nur köstlich, sondern auch pflegeleicht. Und Obstbäume in Säulenform wie Äpfel, Birnen oder Kirschen können selbst in kleinen Gärten Platz finden.
Beliebt sind auch Gemüse wie Cocktailtomaten, Snackpaprika oder Gurken, denn sie können direkt von der Pflanze gegessen werden. Radieschen, Mini-Karotten und Zuckererbsen bieten dazu eine knackige Ergänzung. Für Feingeister wiederum sind essbare Blüten wie Kapuzinerkresse oder Duftveilchen die erste Wahl, denn sie bringen neben dem feinen Aroma noch Farbe in den Garten.

Der Anfang eines Naschgartens – gesunde Setzlinge in nährstoffreicher Erde sind die Basis für eine reiche Ernte
Gestaltung mit Stil
Ein Naschgarten soll aber nicht nur praktisch sein, sondern sich harmonisch in das Gesamtbild des Gartens einfügen. "Oberstes Kriterium ist und bleibt bei all unseren realisierten Nutzgärten: ihre ästhetisch harmonische Integration ins Gartendesign", betont Jörg Zecha von Die BEGRÜNDER. Hochbeete mit klaren Strukturen, kleine Garteninseln mit geschwungenen Wegen und natürliche Materialien wie Holz oder Stein sorgen für eine stilvolle Optik. Auch eine geschickte Platzierung der Pflanzen nach Wuchshöhe und Farben trägt zu einem ansprechenden Gesamtbild bei.

Ästhetik trifft Funktion – ein stilvoll integriertes Gartenhaus
bietet den idealen Rahmen für einen harmonischen Nasch-
garten. www.begruender.at
Welche Fehler man vermeiden sollte
Damit der Naschgarten zu einer üppigen Genuss-Oase heranwachsen kann, sollten einige typische Fehler vermieden werden. Eine der häufigsten Fallen ist die Wahl der falschen Pflanzen für den jeweiligen Standort. Nicht jede Pflanze gedeiht im Halbschatten, während andere – wie Himbeeren – zu intensivem Sonnenlicht neigen. Ein weiterer Fehler ist das falsche Gießen: Viele Menschen über- oder unterschätzen den Wasserbedarf ihrer Pflanzen.
Während Erdbeeren eine gleichmäßige Feuchtigkeit benötigen, dürfen Kräuter wie Rosmarin oder Thymian keinesfalls zu nass stehen. Und auch die Bodenqualität wird oft vernachlässigt. Wer auf Balkonen oder Terrassen anbaut, sollte auf hochwertige Pflanzerde achten und regelmäßig düngen, da Nährstoffe in Pflanzgefäßen schneller verbraucht sind als im offenen Beet.
Zudem kann eine falsche Pflanzkombination problematisch sein. Während Tomaten und Basilikum ein hervorragendes Team bilden, sollten Tomaten nicht direkt neben Kartoffeln stehen, da beide anfällig für die gleichen Krankheiten sind.
Auch eine zu dichte Bepflanzung ist ein häufiger Fehler, denn Pflanzen benötigen Luft und Platz, um gesund zu wachsen. Wer seine Setzlinge zu eng setzt, riskiert Pilzkrankheiten und eine schlechtere Ernte.

Lavendel zieht Bienen an und hält Schädlinge fern
©APA/dpa/Patrick PleulTipps für eine erfolgreiche Ernte
Damit der Naschgarten über die ganze Saison hinweg köstliche Früchte liefert, lohnt es sich, einige grundlegende Pflegetipps zu beachten. Regelmäßiges Gießen ist essenziell, insbesondere in den heißen Sommermonaten, denn gerade flach wurzelnde Pflanzen wie Erdbeeren benötigen eine kontinuierliche Wasserversorgung. Eine Mulchschicht aus Stroh oder Rasenschnitt hält die Feuchtigkeit im Boden und reduziert gleichzeitig den Unkrautwuchs. Wer auf natürliche Schädlingsbekämpfung setzt, kann von Mischkulturen profitieren, bei denen sich bestimmte Pflanzen gegenseitig schützen.
So halten beispielsweise Ringelblumen Schädlinge fern, während Lavendel Ameisen und Blattläuse abwehrt. Nützlinge wie Marienkäfer oder Florfliegen sind ebenso wertvolle Helfer im naturnahen Naschgarten und auch das regelmäßige Ernten spielt eine wichtige Rolle, denn viele Pflanzen, darunter Tomaten oder Beerensträucher, bilden umso mehr Früchte, je häufiger sie gepflückt werden. Besonders bei Kräutern wie Basilikum oder Minze lohnt es sich, immer wieder Blätter zu ernten, da die Pflanzen dadurch buschiger wachsen.
Wer langfristig Freude an seinem Naschgarten haben möchte, sollte zudem auf eine abwechslungsreiche Bepflanzung achten, die über mehrere Monate hinweg Ernteerfolge bringt. Während Erdbeeren und Radieschen bereits im Frühsommer genascht werden können, liefern Himbeeren und Äpfel bis in den Herbst hinein süße Köstlichkeiten.
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