Die schönsten virtuellen Reisen von der Couch zum Canyon

Daniel Voglhuber

von Daniel Voglhuber

Mit Fischen im Meer schwimmen oder herausfordernde Wandertouren: Das ist noch lange nicht möglich. Aber wir haben schöne Reisen per Mausklick.

Das böse große Wort mit C verhindert das tolle Wort mit R. Und das noch eine ganze Weile lang. Es werden wohl noch Monate vergehen, bis wir endlich wieder auf Reisen gehen – eigentlich eher fahren oder fliegen – können.

Was hilft gegen Fernweh? Wenig. Am ehesten noch schöne Erinnerungen. Oder virtuelle Reisen, sei es nun mit oder ohne VR-Brille. Für beides gibt es eine Menge durchaus spannender Angebote: Sie können etwa vom Sofa aus auf Fotosafari gehen. So nah – nämlich mittendrin im Rudel – werden Sie Löwen wohl nie kommen. Zumindest nicht so unbeschadet. Und das noch dazu ohne Flugscham. „Natürlich sind virtuelle Reisen kein Ersatz für richtige“, erklärt Freizeit- und Tourismusforscher Peter Zellmann. Aber das müssen sie auch nicht sein. „Sie können Lust auf ein Reiseziel machen.“ Das Erlebnis, das Wetter, die Gerüche eines wirklichen Trips sind mit nichts vergleichbar. Und daher prognostiziert Zellmann nach der Krise ein kollektives Aufbrechen ins Ausland. „Das wird sein, wie wenn man den Deckel eines Druckkochtopf entfernt. Zumindest eine Weile lang.“

Bis es soweit ist, versuchen wir dennoch, das Fernweh etwas zu lindern. Die KURIER-Freizeit hat eine Auswahl an spannenden virtuellen Reisen zusammengestellt.

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Grand Canyon

Groß, großartig, Grand Canyon. Im wirklichen Leben lässt der Anblick des Naturwunders den Atem stocken. 450 Kilometer lang, bis zu 30 Kilometer breit, bis zu 1.800 Meter tief. Mit Google Street View den kurvigen und 13 Kilometer Bright Angel Trail zum Colorado River hinabwandern – und  gleich wieder die Serpentinen hinauf. Das ist   locker an einem Tag zu schaffen – in der Realität sollte man das aber lieber lassen. Davor warnen zumindest die besorgt-muffigen Parkranger. Wem  der Tech-Gigant Google suspekt ist, im Internet gibt es viele weitere Touren. Eine offizielle etwa hier.

Great Barrier Reef

Ein mächtiger Barsch, der sich durch  Ihre Anwesenheit gar nicht beeindrucken lässt – und Ihnen sogar noch mit der Schwanzflosse eine mitgibt. Ein riesiger Rochen, der anmutig an einem vorbeischwebt, ohne zu touchieren. Ein gewaltiger Korallentunnel, Delfinen hinterherschwimmen und  in das Great Barrier Reef eintauchen. Dafür braucht es nicht einmal einen Tauchschein. Im Netz gibt es die Rundum-Videos, die  in kalten, dunklen Zeiten wie diesen Lust auf ewigen Sommer machen. Etwa auf dieser Seite.

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Louvre

Ihnen steht das Gemüt nach Kultur in Kombination mit einer Reise in eine internationale Metropole: Warum  nicht also ein Museum besuchen? Viele große, wichtige Häuser der Welt können virtuell durchstreift werden. Der Louvre etwa bei einigen Anbietern. Das Haus bietet auf seiner Homepage aber auch selbst einige Touren. Der Vorteil: Sie erleben das Museum menschenleer. Der Nachteil: Es öffnen sich  nicht alle Türen zu allen Trakten.  Wer  der Mona Lisa ganz nah kommen will, lädt sich die App „VR – Mona Lisa“ runter.

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Machu Picchu

Weil corona-bedingt keine Touristen nach Machu Picchu dürfen, haben zuletzt zwei Brillenbären die Gunst der Stunde ergriffen und die mythenumrankte Inka-Ruinenstadt in den Anden durchstreift. In Nicht-Pandemie-Zeiten hat man   dazu wohl keine Gelegenheit. Der Bergort mit seinem bombastischen Panorama gehört nämlich  zu den meistbesuchten Orten Südamerikas. Wer  sehen will, was   die Bärenmutter und ihr Junges zuletzt gesehen haben, dem bleibt  derzeit nur eine virtuelle Tour. Eine ganz gute gibt es unter dieser Adresse.

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Raumstation ISS

Es muss nicht immer nur eine irdische virtuelle Reise sein. Es ist an sich ja nur wenigen Menschen gestattet, einmal ins All zu fliegen. Aber mit einigen Angeboten können Sie sich zumindest ein bisschen ein Bild davon machen, wie es in der ISS-Raumstation und  im Weltraum rundherum aussieht.  Wenn Sie eine Oculus-VR-Brille haben, probieren Sie doch einfach  Mission ISS, das Gratis- VR-Spiel von der NASA und Oculus. Wenn Sie keine Brille haben, dann besuchen Sie die Homepage der Europäischen Weltraumorganisation ESA.

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Tipps, Tipps, Tipps

Die  Freizeit hat eine Auswahl an unterschiedlichen Reisezielen  zusammengestellt. Von der pulsierenden Metropole bis zum einsamen Polarkreis. Für alle, die sich wegträumen wollen.

 

Städtetrips:

 

NEW YORK Fliegen Sie mit dem Helikopter über die Wolkenkratzerschluchten des Big Apples: Hier

 

LONDON  Zertifizierte Tour-Guides nehmen Sie mit zu Plätzen, die Ihnen normalerweise in der britischen Hauptstadt verborgen bleiben. Etwa zu aufgelassenen U-Bahn-Stationen, ins Art-déco-Theater oder in die dunkle Nacht zur Zeit Charles Dickens’. Die Tour ist kostenpflichtig und beläuft sich auf rund 7 Euro. Hier

 

RIO DE JANEIRO Einen Tag lang alle wichtigen Spots der brasilianischen Metropole abgrasen. Dazu noch spannende Infos von Einheimischen oder Rezepte für regionale Spezialitäten.

 

AMSTERDAM Einheimische führen durch ihre Stadt, besonders durchs Rotlichtviertel. Ein Termin kostet 94 Euro, zehn Personen können daran teilnehmen. Hier


 

Abenteuer und Natur:

 

TRANSSIBIRISCHE EISENBAHN Fahren Sie mit im legendären Zug von Moskau nach Wladiwostok. Neben tollen Bildern gibt es auch viel Infos zur mit über 9.000 Kilometern längsten Eisenbahnstrecke der Welt. Hier

 

LÖWEN UND HAIE  Das Internet ist voll von virtuellen Safaris. Besonders beeindruckend ist ein 360-Grad-Video von National Geographic, entwickelt für VR-Brillen. Hier liegen Sie mitten im Löwenrudel in der afrikanischen Steppe – die Tiere streifen um Sie herum. Am besten YouTube ansurfen. Wer es nicht minder unspektakulär will, aber lieber unter Wasser ist: tauchen Sie mit Hammerhaien, die auch schon mal nach Ihnen schnappen.

 

MOUNT EVEREST Hier geht es auf das Dach der Welt und auf den höchsten Berg der Welt. Mit einer VR-Brille erleben Sie Spektakuläres.

 

POLARLICHTER Das Naturschauspiel der herumwandernden Nordlichter in echt zu sehen, soll zu einem der schönsten Erlebnisse überhaupt gehören. Wenn das nicht geht, muss man sich halt für eine Reise nach Lappland elektronisch zu helfen wissen.

 

 

Kultur und Bauwerke:

 

THE METROPOLITAN MUSEUM OF ART Eines der bedeutendsten kunsthistorischen Häuser der Welt steht in New York. Und es hat für jene, die es nicht besuchen können, einen umfangreichen Rundgang entwickelt.

 

CHINESISCHE MAUER Spazieren Sie auf dem imposanten Wall entlang.

 

JAPAN UND SEINE KULTUR Bleiben wir in Fernost – besuchen wir das Land der aufgehenden Sonne. Eine Menge über die japanische Kunst und hübsche Städte und Stätten finden Sie hier (kostenpflichtig rund 15 Euro pro Person).

 

 

Kulinarik:

 

SCHNAPSVERKOSTUNGEN Rum in Südamerika, Whiskey in Schottland oder Irland, Gin im europäischen Festland. Reisen Sie durch die Länder und kosten Sie sich durch Proben aus dem Genießer-Paket (ab 45 Euro).

 

WEINTOUR Das Gute liegt so nah – und trotzdem darf man nicht hin. Etwa nach Südtirol. Dafür gibt es virtuelle Genussreisen ins italienische Nachbarland (ab 89 Euro).
 

Flucht aus dem zugesperrten Raum

Eingesperrt. Ein Gefühl von Beklemmung macht sich breit. Einfach nur raus. Egal wie. Und sei es noch so knifflig. Was wir bei der Corona-Pandemie leider noch immer nicht schaffen, das geht zumindest in einem Online-Escape-Room. In Vor-Corona-Zeiten  haben sich normale Escape-Rooms, wo sich Besucher im Rahmen einer spannenden Geschichte einen Weg nach draußen  bahnen müssen, seit wenigen Jahren großer Beliebtheit erfreut.  Findige Entwickler haben das Konzept ins Netz verlegt.
Knifflige Aufgaben gibt es hier: https://www.virtual-escape.at/online-escapes.  Sie können auch mit Spielleitern live interagieren und sich mit Freunden zusammenschließen: exittheroom.at/escape-room-online.

Daniel Voglhuber

Über Daniel Voglhuber

Daniel Voglhuber werkt seit Dezember 2020 für die KURIER Freizeit und darf sich den schönen Dingen im Leben widmen. Zuvor war er fast zehn Jahre in der KURIER-Chronik. Er begann 2011 als Oberösterreich-Mitarbeiter in Linz, später produzierte er lange unterschiedliche Regionalausgaben. Zuletzt war er stellvertretender Chronik-Ressortleiter.

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