Was mit dem Körper passiert, wenn man täglich Leinsamen isst

Leinsamen enthalten eine Menge wertvoller Inhaltsstoffe, die sich positiv auf den Körper auswirken. Welche es sind und was sie nutzen.

Leinsamen zählen zu den sogenannten Ölsaaten und beinhalten wertvolle Fettsäuren. Dabei ist Lein eine wahre "Wunderpflanze“, da sie sich an unterschiedliche Klimabedingungen angepasst hat und weltweit angebaut werden kann – außer am Äquator, da ist es ihr zu heiß. Außerdem gelten Leinsamen wie Chiasamen als Superfood – doch anders als die exotischen Produkte sind sie günstiger und aus regionalem Anbau. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Doch die kleinen Samen können noch mehr! Wenn man sie täglich isst, haben sie einige positive Effekte auf den Körper. Welche es sind, erfahrt ihr hier.

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Was euch erwartet:

  • Darum sind Leinsamen so gesund
  • Effekte auf den Körper
  • Geschrotet oder im Ganzen?
  • Das sollte man noch über Leinsamen wissen

Darum sind Leinsamen so gesund

Das Besondere an Leinsamen ist der hohe Anteil an Omega-3-Fettsäuren – vor allem die pflanzliche Alpha-Linolensäure ist dabei essenziell. Unser Körper kann diese nicht selbst herstellen, weswegen wir darauf angewiesen sind, sie über die Nahrung zu uns zu nehmen. Omega-3-Fettsäuren haben zudem nachweislich zahlreiche gesundheitliche Vorteile. So wirken sie unter anderem entzündungshemmend, schützen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Krebs und wirken sich positiv auf den Fett- und Cholesterinstoffwechsel aus. Letzteres ist möglich durch den Pflanzenstoff Phytosterin. Der sorgt dafür, dass der Cholesterin-Spiegel sinkt. Das schützt zusätzlich vor Arteriosklerose, also verengte und verdickte Arterien und beugt Herzinfarkte sowie Schlaganfälle vor.  

Leinsamen sind außerdem reich an Ballaststoffen. In 100 Gramm geschroteten Leinsamen sind 22,7 Gramm Ballaststoffe enthalten. Durch den Verzehr schützt man sich also vor Erkrankungen wie Diabetes Typ 2, Adipositas und Bluthochdruck. Erwachsenen wird geraten, täglich 30 Gramm Ballaststoffe aus verschiedenen Quellen zu sich zu nehmen. Darüber hinaus wirken die Ballaststoffe in Leinsamen in Kombination mit genügend Flüssigkeit als Quellmittel. Das heißt, sie nehmen die Flüssigkeit im Darm auf, wodurch sich das Stuhlvolumen erhöht. Das fördert nicht nur die Bewegung des Darms, sondern hilft auch bei der Verdauung. Besonders Menschen, die an Verstopfungen leiden, kann mit der Zufuhr von Leinsamen geholfen werden.

Auch bei Sodbrennen und Magenschmerzen können die kleinen Samen helfen, da sich die Quellstoffe wie eine schützende Schicht um die Schleimhäute des Magen-Darm-Trakts legen.

Effekte auf den Körper

Wir ihr also lesen konntet, haben Leinsamen eine ganze Menge zu bieten. Doch was passiert, wenn man sie täglich isst?

Die Verdauung wird angekurbelt: Ja, Leinsamen bringen die Verdauung in Schwung, da sie im Darm auf das vier- bis achtfachte ihrer Größe aufquellen. Das gesteigerte Volumen übt Druck auf die Darmwände aus und bringt sie so in Bewegung. Wer also täglich zu Leinsamen greift, hilft seinem Körper bei der Verdauung. Aber nicht nur das, sie binden auch Giftstoffe im Darm und helfen so dem Körper bei der "Entgiftung" – wahre Detox-Helferchen also.

Gewichtsverlust: Leinsamen sorgen aber nicht nur dafür, dass der Darm in Bewegung kommt, sondern sie machen auch, dass man länger satt bleibt. Sie beugen außerdem Heißhungerattacken vor und unterstützten durch ihre Omega-3-Fettsäuren den Muskelaufbau. Wer also Gewicht verlieren möchte, sollte täglich etwa zwei Löffel der kleinen Samen verzehren und mindestens zwei bis drei Liter Wasser dazu trinken.

Schönere Haare: Leinsamen sind nicht nur gut für unser Inneres. Sie machen sich auch äußerlich bemerkbar, denn sie sorgen dafür, dass die Haare mehr glänzen. Die wertvollen Fette, Mineralien und Vitamine sind ideal für unsere Haare und bringen diese zum Schimmern.

Stimmungsaufheller: Zudem haben die kleinen Samen eine positive Wirkung auf den Gemütszustand. Grund dafür sind die Omega-3-Fettsäuren, welche für einen reibungslosen Ablauf der Kommunikationsprozesse im Gehirn sorgen.

Zellschützer: Ebenfalls in Leinsamen enthalten sind Lignane. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die als starke Antioxidantien und natürliche Phytoöstrogene wirken, die eine ausgleichende Wirkung auf den Hormonhaushalt haben. Dadurch verbessert sich das Hautbild. Laut Studien haben Lignanen zudem eine krebshemmende Wirkung. Außerdem enthalten Leinsamen Vitamin B1, B2, B6 und E sowie Folsäure, die für Zellwachstum sowie -teilungsvorgänge unverzichtbar sind.

Magnesium-Lieferant: Auch Muskeln, Knochen und das Nervensystem profitieren von Leinsamen, denn diese enthalten reichlich Magnesium. Schon 20 Gramm täglich können die Müdigkeit verringern und zum Erhalt der Knochen beitragen.

Geschrotet oder im Ganzen?

Als ganze Körner sind Leinsamen zwar besser haltbar, doch unser Körper kann die wertvollen Inhaltsstoffe kaum verwerten. Darum sollten Leinsamen kurz vor dem Verzehr mit einem Mörser oder einer Kaffeemühle grob zermahlen oder zerquetscht werden. Erst wenn die Schale gebrochen ist, können die Inhaltsstoffe daraus ihre Wirkung entfalten. Außerdem tritt so das Leinöl aus, wodurch die Samen besser durch den Verdauungstrakt rutschen. Ihr könnt aber auch gleich geschrotete Leinsamen kaufen. Allerdings ist es wichtig, diese zügig aufzubrauchen, da sie schnell schlecht werden.

Das sollte man noch über Leinsamen wissen

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung sollten nicht mehr als 15 bis 20 Gramm Leinsamen pro Tag verzehrt werden, da sie eine große Menge an Blausäure enthalten. Die Blausäure sorgt für Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Wer diesbezüglich sicher gehen will, sollte die Leinsamen mit heißem Wasser übergießen und für zirka 15 Minuten quellen lassen – so werden die Giftstoffe gelöst.

Außerdem können Leinsamen die Wirksamkeit von Medikamenten durch die Darmwand einschränken. Darum solltet ihr nach der Einnahme der Arznei drei bis vier Stunden warten, bevor ihr zu den Leinsamen greift.

Auch wird während der Schwangerschaft und Stillzeit geraten, nur maximal einen Esslöffel Leinsamen am Tag zu sich zu nehmen. Wie Studien gezeigt haben, wird durch eine erhöhte Aufnahme zu viel Cortisol in den Nebennieren produziert.

Janet Teplik

Über Janet Teplik

Digital Producer bei freizeit.at. Nach dem Studium der Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte zog die gebürtige Deutsche nach Wien und studierte Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Zuletzt war sie stellvertretende Chefredakteurin bei der MG Mediengruppe.

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