Österreicher wünschen sich mehr Ordnung daheim: Warum wir dadurch langweilig dekorieren

Eine Studie hat herausgefunden, was sich Österreicher im eigenen Zuhause wünschen. Doch das Bedürfnis nach Ordnung führt dazu, dass wir eher für andere dekorieren.

Unser Zuhause ist gerade in den letzten Jahren zu unserer Oase geworden. Heim kommen, Füße hoch, oder man arbeitet eh schon aus dem Home-Office. Daher ist der Wohlfühlfaktor für die Österreicher immer wichtiger geworden. Eine Umfrage des Marktforschungsinstituts GFK hat nun festgestellt, was sich Österreicher von ihrem Heim wünschen. Nach einer anderen Studie kann allerdings der Versuch, Ordnung zu schaffen, zu einer langweiligen Inneneinrichtung führen.

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Im Auftrag des Möbelgiganten IKEA Österreich startete das Marktforschungsinstitut GFK eine Umfrage. Das Ergebnis? Fast ein Viertel der Österreicher (24 %) wünscht sich mehr Ordnung daheim. Die beliebtesten Motive sind mehr Platz und mehr Sauberkeit im eigenen Heim. Dabei gaben 12 Prozent spezifisch an, dass sie den Platz daheim gerne effizienter nutzen würden. Das Problem kennen wir vermutlich alle, besonders das Thema Stauraum ging als kritischer Punkt aus der Umfrage hervor.

Wenigstens bekommen wir aus den Medien, zum Beispiel aus Heimorganisationsshows, genügend Inspiration. Das könnte allerdings auch problematisch werden, wie eine in diesem Jahr veröffentlichte Studie herausfand. Annetta Grant und Jay M. Handelman von der Bucknell University untersuchten, wie wir von Organisations- und Renovierungssendungen (beispielsweise HGTV aus den USA) beeinflusst werden. Dabei kam heraus, dass wir durch das Konsumieren solcher Medien die Angst entwickeln, dass andere auf unser Heim schauen und es kritisieren. Dadurch werden wir dazu verleitet, alles genauso oder zumindest sehr ähnlich zu dekorieren wie wir es im Fernsehen oder in einem Magazin gesehen haben. Und dann? Haben wir alle die gleiche Einrichtung daheim. Denn das unterbewusste Ziel wird es daraufhin, ein Heim zu kreieren, dass für möglichst viele schön aussieht. Und das ist natürlich Blödsinn, weil wir sind ja diejenigen, die jeden Tag unsere Deko anschauen, nicht alle anderen Leute.

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Heißt das jetzt, man sollte überhaupt nicht mehr diese Sendungen schauen? So extrem ist es nicht, man kann sich schließlich Inspiration holen. Man sollte sich vielleicht nur ab und zu darauf zurückbesinnen, was der eigene Stil ist und was man persönlich gerne jeden Tag anschauen möchte.

Jennifer Sandhagen

Über Jennifer Sandhagen

Redakteurin bei freizeit.at, dem Digitalformat der KURIER freizeit.

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