Zu Weihnachten zu viel gegessen? So fühlt man sich weniger voll

Gegen das Völlegefühl nach Weihnachten gibt es oft Schnaps, Tee und zwei Tage kein Essen. Aber ist das richtig?

Gibt es bei euch zu Weihnachten eher Fisch oder Fleisch? Oder doch lieber Käsefondue? So oder so sind die Weihnachtsfeiertage eine einzige Schlemmerei. Kein Wunder, dass man sich hinterher fühlt, als würde man platzen. 

Rumliegen und abwarten?

Nach dem Essen wollen die meisten einfach nur die Füße hochlagern und warten, bis es vorbei ist. Doch nicht nur die Oma wird uns diese Unhöflichkeit übel nehmen, auch die Wissenschaft ist strikt dagegen. Durch den Wechsel in die Waagerechte kann Magensaft in die Speiseröhre kommen und zu Sodbrennen führen.

Stattdessen haben Studien gezeigt, dass bereits 10 bis 15 Minuten Spazierengehen den Verdauungsprozess anregen. Dadurch wird die Zeit verkürzt, in der sich die Nahrung durch den Körper bewegt. Ein schöner Nebeneffekt ist der sinkende Blutzuckerspiegel, wenn man innerhalb von 60 bis 90 Minuten nach einer Mahlzeit leichte Bewegung in den Tagesablauf einbaut. Also lieber Spaziergang statt hinlegen

Verdauungsschnaps, Tee oder Wasser?

Viele glauben zu wissen: Ein Schnaps nach dem Essen ist eine altbewährte Methode, um die Verdauung anzuregen. Deswegen hat man für den Fall doch immer ein Fläschchen Kräuterschnaps im Schrank. Doch eigentlich beruht diese Angewohnheit auf einem Irrglauben. Der kommt daher, dass Alkohol eine entspannende und betäubende Wirkung auf den Magen hat. Allerdings nur für kurze Zeit. Eine Studie der Universitätsklinik Zürich stellte etwa fest, dass Alkohol sowohl während als auch nach dem Essen die Verdauung verlangsamt.

Noch dazu merken wir meist nicht einmal, wie wenig Flüssigkeit wir über die Weihnachtsfeiertage zu uns nehmen. Wenn der Körper allerdings zu wenig Wasser bekommt, führt das schnell zu Verstopfungen. Also Finger weg von zu viel Obstler, Ouzo und Magenbitter und stattdessen Wasser trinken!

Und Tee? Naja, mit dem beliebten Wintergetränk kann man auf jeden Fall erst einmal nichts falsch machen. Aufgüsse mit getrockneter Kaffeekirsche oder Sennakraut werden seit Langem verwendet, um den Verdauungsprozess zu erleichtern. Aber auch andere Kräutertees sind hilfreich. Nicht nur wirken sie wie eine Wärmflasche für den Magen, sondern haben auch eine kurzfristig beruhigende Wirkung. 

Noch mehr Essen als Lösung?

Das Letzte, was man an den Tagen nach Stollenessen, Weihnachtsdinner, -brunch und -lunch tun will, ist noch mehr zu essen. Wenn man allerdings etwas verdaut hat, kommt bereits die nächste Mahlzeit. Dann ist es Zeit für Abwechslung. Das Völlegefühl kommt zu Weihnachten nämlich nicht nur vom vielen, sondern auch vom einseitigen Essen. Viele Festtagsessen bestehen aus Fleisch, Käse und Milchprodukten. Diese haben allerdings einen niedrigen Faserstoff- beziehungsweise Ballaststoffanteil, was schlecht für die Verdauung ist.

Also: "An Apple a Day keeps the Verstopfung away"? Ganz so einfach ist es nicht. Doch Studien zeigen immerhin, dass diese Lebensmittel eine präbiotische Wirkung haben. Das heißt, sie fördern die Entwicklung von gesunden Magenbakterien. Dadurch wird die Darmtätigkeit und somit die Verdauung angeregt. Wichtig ist, auf lösliche versus unlösliche Faserstoffe zu achten. Beide erleichtern die Verdauung, allerdings können erstere noch eher zu Blähungen und Magenverstimmungen führen. In jedem Fall: nicht gleich nach Weihnachten auf eine "Ballaststoffe-only"-Diät umzusteigen, sondern nach und nach wieder mehr Faserstoffe und unbehandelte Lebensmittel in die Ernährung einbeziehen. 

Wo finde ich überhaupt viele Faserstoffe?

Hoher Anteil an löslicher Faser:

Schwarze Bohnen, Limabohnen, Rosenkohl, Chiasamen, Linsen, Haferflocken

Hoher Anteil an unlöslicher Faser:

Kleiemüsli, Produkte aus Vollkornmehl, Gemüsesorten, Nüsse, Grüne Bohnen, Kartoffeln

Guter Anteil an beiden Faserstoffen:

Avocados, Brokkoli, Süßkartoffel

INFO: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt mindestens 30 Gramm an Ballaststoffen pro Tag. 

Über Jennifer Sandhagen

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