Warum es für die eigene Gesundheit wichtig ist, früh schlafen zu gehen

Mehrere Studien haben gezeigt, wie drastisch sich Schlafmangel über längere Zeit auf unsere körperliche Gesundheit auswirkt.

Schläft man mehrere Nächte hintereinander schlecht oder viel zu kurz, ist man am nächsten Tag oft reizbar, müde und kämpft mit Konzentrationsproblemen. Jahrelang wurde angenommen, dass diese Effekte in erster Linie einer Chemikalie namens Adenosin zugeschrieben werden könnte, die verhindert, dass Glückshormone in unserem Körper ausgeschüttet werden. Bislang war sich die Wissenschaft darüber einig, dass sich das Schlafdefizit mit ein paar Nickerchen zwischendurch relativ schnell wieder ausgleichen lässt.

Schlafprobleme spüren viele in Form von Kopfschmerzen oder Stimmungsschwankungen.

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"Ich hole den Schlaf einfach nach"

Situationen oder Lebensphasen, in denen man einfach viel zu wenig Schlaf abbekommt, kennt wohl jeder: Eine WG-Party steht an, wir arbeiten bis spätabends, müssen auf eine Prüfung lernen oder wollen schlicht und ergreifend einfach noch eine Netflix-Serie fertig schauen. Diese Defizite werden dann schnell mit Floskeln wie "Ich hole den Schlaf dann einfach später nach" oder "Morgen bin ich wieder fitter" gerechtfertigt. Dass sich Schlaf aber nicht so einfach "nachholen" lässt wie bisher angenommen, zeigt nun eine neue Studie. 

Hirnschäden und Alzheimer

Ein Artikel, der kürzlich in dem Fachmagazin "Trends in Neurosciences" veröffentlicht wurde, räumt nun mit den falschen Annahmen auf: Schlaf sei laut den Wissenschaftlern nicht etwas, was "eingespart" und dann wieder "aufgeholt" werden kann. Experimente bei Menschen sowie Tieren hätten ergeben, dass zu wenig Schlaf höchstwahrscheinlich zu lang anhaltenden Hirnschäden und einem erhöhten Risiko für neurodegenerative Erkrankungen führt, wie zum Beispiel Alzheimer.

Schlafmangel und seine Auswirkungen

Deshalb sei es enorm wichtig, genug zu schlafen beziehungsweise früh genug ins Bett zu gehen, betonen die Autoren des Artikels. "Wir wollen nicht, dass Menschen nun panisch versuchen, genug Schlaf zu bekommen - notfalls auch mithilfe von Medikamenten. Unsere Botschaft ist einfach, dass Schlafentzug schlecht für unsere Gesundheit ist und ihr langfristig schaden kann", sagt Jerome Siegel, ein Schlafforscher an der Universität in Kalifornien.

Vater mit schlafendem Baby.

Schlafmangel kann sich langfristig auf unsere Gesundheit auswirken.

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Auch wenn die Experimente zu einem großen Teil bei Mäusen und Ratten durchgeführt wurden, könne man daraus schlussfolgern, dass sich Schlafdefizit bei anderen Spezies ähnlich auswirken könnte, meint Doktor Veasey, ein anderer beteiligter Arzt. "Es stellt sich immer die Frage: Wie viel Schlafverlust kann wirklich zu Verletzungen führen?" Auf diesem Gebiet müsse die Forschung noch vorangetrieben werden, aber man wollte Menschen mit diesen Erkenntnissen vor Augen führen, welche enorm wichtige Rolle Schlaf spiele und mit welchen Auswirkungen von Schlafmangel man im schlimmsten Fall rechnen müsse.

Stephanie Angerer

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Chronik-Redakteurin

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