Warum man immer zur gleichen Zeit schlafen gehen sollte

Wissenschaftliche Untersuchungen haben herausgefunden, dass eine schlechte Schlafqualität auch Auswirkungen auf die Ernährung hat. Wieso das so ist.

Wer kennt es nicht: Das spannende Buch am Abend lässt einen nicht los und ehe man sich versieht, ist die Zeit unbemerkt vorangeschritten und man geht wieder einmal viel zu spät ins Bett. Am nächsten Tag drückt die Müdigkeit dann die gesamte Stimmung und man schläft viel zu früh auf dem Sofa ein. Was sich im ersten Moment nur unorganisiert anhört, könnte schwere gesundheitliche Folgen haben. Das haben nämlich Wissenschaftler vom King’s College London herausgefunden. Warum eine unregelmäßige Schlafenszeit negativ für die Gesundheit ist.

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Im Rahmen ihrer Untersuchung haben die Forschenden herausgefunden, dass eine unregelmäßige Schlafenszeit die Art der Bakterien im Darm beeinflussen kann. Laut den Forschern sollten Menschen daher jeden Tag zur gleichen Zeit einschlafen und aufwachen, weil sie sonst anfälliger für eine ungesunde Ernährung sind. Dies kann zu Problemen wie Fettleibigkeit oder geistiger Müdigkeit führen. Einen Namen hat dieses Phänomen auch bereits gefunden: Sozialer Jetlag.

So soll bereits ein 90-minütiger Unterschied im Laufe einer normalen Woche, die im menschlichen Darm vorkommenden Bakterienarten beeinflussen können. "[Sozialer Jetlag] kann Mikrobiata-Arten fördern, die einen ungünstigen Zusammenhang mit Ihrer Gesundheit haben“, so Kate Bermingham, Studienautorin und leitende Ernährungswissenschaftlerin beim Gesundheitswissenschaftsunternehmen Zoe. So wird angenommen, dass mehr als 40 Prozent der britischen Bevölkerung davon betroffen sind – am häufigsten Teenager und junge Erwachsene.

Durchgeführt wurde die Studie mit fast 1.000 Erwachsenen. Die Wissenschaftler haben dabei Schlaf und Blut analysiert, Stuhlproben entnommen und alles, was die Probanden aßen, in einem Lebensmittelfragebogen erfasst. Dabei zeigte sich, dass diejenigen, die unter sozialem Jetlag litten (16 Prozent) ernährten sich häufiger von Kartoffeln – einschließlich Chips -, tranken zuckerhaltige Getränke und aßen wenig Obst sowie Nüsse.

Auch frühere Untersuchungen zeigten bereits, dass Menschen mit Jetlag weniger Ballaststoffe zu sich nahmen als jene, mit gleichmäßigen Schlafzeiten. Andere Studien konnten ebenso einen Zusammenhang herstellen zwischen dem Phänomen und Gewichtszunahme sowie geistiger Erschöpfung. "Schlechte Schlafqualität wirkt sich auf Entscheidungen aus – und Menschen sehnen sich nach kohlenhydratreichen oder zuckerhaltigen Lebensmitteln“, so Bermingham.

Dennoch merkten die Wissenschaftler an, dass der Zusammenhang zwischen Schlaf, Ernährung und Darmbakterien kompliziert sei und es noch viel herauszufinden gäbe. Trotzdem raten sie dazu, die Schlafenszeiten im Laufe einer Woche möglichst konstant zu halten.

Über Janet Teplik

Digital Producer bei freizeit.at. Nach dem Studium der Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte zog die gebürtige Deutsche nach Wien und studierte Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Zuletzt war sie stellvertretende Chefredakteurin bei der MG Mediengruppe.

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