Drop Scones: Wie ein Rezept von Queen Elizabeth II ins Weiße Haus kam

Sage nicht Pancakes zu ihnen: Die Geschichte kursiert durch den Tod der Queen wieder im Netz.

Viele Details sind über das Leben der verstorbenen Elizabeth II bekannt – aber die Queen als Familienköchin, die Frühstück zubereitet? Fast unwirklich ist die Vorstellung der Königin mit Schürze am Herd. Ein Rezept, das nach ihrem Tod nun wieder im Netz kursiert, gibt diesem Bild allerdings Gehalt. Vielleicht sogar noch mehr der Begleitbrief, der aus dem Jahr 1960 stammt.

Den richtete die junge Queen handschriftlich (übrigens eine ganz normale, weitgehend leserliche Schreibschrift) an den damaligen US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower. Er war 1959 bei der königlichen Familie auf dem schottischen Schloss Balmoral zu Gast gewesen – und die Queen hatte damals versprochen, ihm das Rezept ihrer Drop Scones zu schicken. Dass die gemeine Öffentlichkeit davon weiß, ist unter anderem dem Bestseller „Letters of Note – Briefe, die die Welt bedeuten“ geschuldet. Das Rezept selbst wird übrigens in den „National Archives“ in Washington aufbewahrt.

Geträufelt

Verwirrenderweise handelt es sich dabei nicht um die typisch britischen Mini-Kuchen aus Backpulverteig, die zum Afternoon Tea mit Erdbeermarmelade und Clotted Cream (einer Art Crème fraîche) verspeist werden. Drop Scones sind eher als Start in den Tag gebräuchlich – eine Art der kleinen Pfannkuchen, die auf einer Grillplatte oder in der Pfanne gebacken werden.

Wo man den Teig zuvor löffelweise platziert hat – was die Bezeichnung Drop Scones erklärt: geträufelte Küchlein, sozusagen. Pancakes sollte man sie – dem schottischen Stolz gedenkend – nicht einfach so nennen. Dann, bitte schön, „Scotch Pancakes“: schottische Pfannkuchen. Sie sind auch unter diesem Namen gebräuchlich.

Königliche Tipps

Auf den großzügig und locker beschriebenen vier Briefblättern mit Wappen und Schriftzug „Buckingham Palace“ an Eisenhower vermerkt die Queen jedenfalls auch Tipps zum Gelingen. Zum Beispiel: „Ich glaube, die Mixtur (der Teig, Anm.) muss während der Zubereitung sehr stark geschlagen werden und sollte vor der Verarbeitung nicht zu lange stehen.“

Das einfache Rezept scheint häufig genutzt worden zu sein, es soll sogar ein Familienrezept gewesen sein. Die Queen merkt im Eisenhower-Brief in der Tat an, dass sich die Mengenangaben auf 16 Personen beziehen, und sie schreibt klare Anweisungen für Rezeptabwandlungen: „Sind es weniger, gebe ich im Allgemeinen weniger Mehl und Milch hinzu, aber verwende die anderen Zutaten wie angegeben.“ Gut zu wissen! Die Queen liefert übrigens auch noch Variationsmöglichkeiten. Man könne etwa weniger Zucker verwenden, die restliche Menge dann durch Sirup aus Rohrzucker ersetzen. „That can be very good, too“, schreibt die Queen im Brief.

Den Lauf der Weltgeschichte haben die Drop Scones am Frühstückstisch von Schloss Balmoral offensichtlich nicht verändert. Ob bei Eisenhowers nach dem Besuch in Schottland nur mehr Drop Scones statt Pancakes gefrühstückt wurden, ist nicht bekannt. Die Queen wünschte ihm brieflich jedenfalls viel Erfolg beim Nachkochen.

Queen Elizabeth's Drop Scones-Rezept

Zutaten
4 Teacups Mehl (ca. 400 g), 4 EL Zucker, 2 Teacups Milch (ca. 350 ml), 2 Eier, 2 TL  Backpulver, 2 TL Weinsteinpulver, 2 TL geschmolzene Butter.
(Anm.: Originalangaben nach britischem Messsystem)

Zubereitung
Eier, Zucker und die Hälfte der Milch verrühren, Mehl dazugeben und so viel Milch wie erforderlich. Backpulver und Weinsteinpulver mit Butter vermischen, unterrühren. Portionsweise in eine heiße Pfanne geben, auf  beiden Seiten goldbraun backen.

Tipp: Nachschottischer Art mit Butter und Marmelade servieren

Ingrid Teufl

Über Ingrid Teufl

Redakteurin im Ressort Lebensart. Schwerpunkt Gesundheit, Wellness, Lifestyle, Genuss. Seit 1997 beim KURIER, Studium Geschichte/Publizistik, Germanistik, Politikwissenschaften [Mag.phil.] Mag Menschen, Landschaften und Dinge, die gut tun, gut schmecken, gut riechen, neu sind.....und darüber schreiben.

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