Skikurs & Single-Zeit: Welche Songs Michael Buchingers Leben prägten

"Soundtrack meines Lebens": Der Entertainer macht uns eine Liste der Liebe - zehn Songs, die ihm besonders wichtig sind.

Als Influencer wurde er bekannt, als Entertainer begeistert er längst auch live das Publikum. "Ein bisschen Hass muss sein" heißt Michael Buchingers aktuelles Programm. Immerhin kann man nicht immer nur über die glücklich machenden Sachen des Lebens philosophieren - es muss auch mal ordentlich gelästert werden. Seit 2013 erfreuen sich seine berühmt-berüchtigten "Hass-Listen" großer Beliebtheit. Für uns hat Buchinger dennoch eine Liste der Liebe angefertigt. Zehn Songs, die sein Leben begleitet und beeinflusst haben. Eine unvergessliche Playlist. Und mindestens so amüsant wie seine Show. 

Wer die live sehen will, hier die nächsten Termine: 3.2. Theaterforum - Schwechat, 25.2. Bühne im Hof - St. Pölten, 12.3. Alpen-Adria-Universität - Klagenfurt - Hörsaal A, 19.3. Casa Nova - Wien, 25.3. Vinatrium - Deutschkreuz. 

1. "Von hier an blind" - Wir sind Helden

Ich weiß es noch ganz genau: Meine Zeichenlehrerin Frau Nemeth hat im Skikurs im Jahr 2005 alle Kinder in Aufruhr gebracht, weil sie unbedingt „Von hier an blind“ von Wir sind Helden im Bus hören wollte. Das war eine Zeit vor Spotify, als man noch hoffen musste, dass ein Song zufällig im Radio lief oder jemand zufällig die CD in der Tasche hatte. Es klingt unwahrscheinlich, aber tatsächlich hatte ein Mitschüler das neue Wir sind Helden-Album dabei, wir konnten auf der Fahrt nach Döbriach „Von hier an blind“ hören und seitdem bin ich Fan.

2. "Relator" - Pete Yorn & Scarlett Johannson

Könnt ihr euch erinnern, als Scarlett Johansson Indie-Rock-Sängerin sein wollte? Ich persönlich werde es nie vergessen, denn ihr Album „Break Up“ mit Pete Yorn (und ganz besonders die Lead-Single „Relator“) ist bei mir im Spätsommer 2009 auf und ab gelaufen. Damals war ich 17, habe gerade Jungs und Marlboro Lights für mich entdeckt und das Leben war gut.

3. "Paper Bag" - Fiona Apple

Fiona Apple untermalt mein Leben musikalisch, seit ich 15 bin - ich liebe ihre Melodien, und durch ihre Texte lerne ich immer wieder ein paar fantastische, neue Wörter. „Paper Bag“ beschreibt ein mir allzu bekanntes Gefühl, bei dem man sich erst denkt, dass etwas ganz super wird und sich dann im Nachhinein enttäuscht fühlt - oder glaubt, eine Taube am Himmel zu erspähen, die sich dann als Papiersackerl entpuppt.

4. "The Long Blondes" - Once And Never Again

Ich bin in der Sekunde, in der ich 18 geworden bin, vom Burgenland nach Wien gezogen und hatte die große Hoffnung, dort sofort einen Boyfriend zu finden, was noch drei weitere Jahre dauern sollte, rückblickend betrachtet aber eigentlich gar nicht so weltbedeutend war, wie ich damals dachte. Na auf jeden Fall war ich superangepisst, als ich mit 19 noch immer Single war und fand mich auf einer Party wieder, als dieses Lied mit dem Refrain „You're only 19 for God's sake, you don't need a boyfriend“ ertönte. Manchmal finden einen die Lieder, die man gerade braucht!

5. "Rock Bottom" - Lynsey de Paul, Mike Moran

Das ist ein Songcontest-Lied aus dem Jahr 1977, das ich vermutlich gar nicht kennen würde, wenn es mich nicht verfolgen würde: Mir fallen drei Momente ein, in denen ich mit Freunden gestritten oder mich durch ein anderes Drama am „Rock Bottom“ gefühlt habe, als plötzlich dieses obskure Lied im Radio lief. Es hat so eine erheiternde Melodie, dass ich nicht lange schlecht drauf bleiben kann.

6. "In The Sun" - She & Him

Manchmal denke ich mir „Ach, ich hab in meinen frühen Zwanzigern hie und da She & Him gehört, aber ich war jetzt kein Superfan!“ und dann lege ich eines ihrer Alben auf und beherrsche von Anfang bis Ende jede einzelne Textzeile absolut jedes Songs, sogar bei den Bonustracks, und denke mir „Okay, ich war in meinen frühen Zwanzigern offenbar doch ein She & Him-Superfan und habe nichts anderes gehört.“

7. "Sledgehammer" - Peter Gabriel

Ich weiß nicht, was mich aktuell reitet, aber ich bin in letzter Zeit sehr sportlich, mache bei ulkigen Rad-Challenges mit und bereite mich auf einen Halbmarathon vor. Sport geht bei mir aber wirklich nur mit Musik, wie zum Beispiel dem sexuell äußerst geladenen Klassiker „Sledgehammer“ von Peter Gabriel, der ein fester Bestandteil meiner Jogging-Playlist ist.

8. "Two Doors Down" - Dolly Parton

Wie jeder gute Dolly-Song ist auch „Two Doors Down“ lebensbejahend und aufmunternd: Vielleicht bist du gerade wahnsinnig schlecht drauf, aber zwei Türen weiter könnte gleichzeitig die geilste Party stattfinden. Fun Fact: Dolly hat diesen Song auf Tour geschrieben, als sie gerade Diät halten wollte und ihre Band zwei Türen weiter deftig zu Abend gegessen und getrunken hat.

9. "The Fear" - Lily Allen

Ich liebe diesen Song, weil er einerseits gut ins Ohr geht, aber gleichzeitig vom Streben nach Ruhm, Konsumwahn und anderen Oberflächlichkeiten handelt. Ich schätze mal, Lily Allen hat ihn über die böse britische Klatschpresse geschrieben, aber ich finde, er passt auch herrlich in unsere Instagram-Kultur. 

10. "Me And My Friends" - James Vincent McMorrow

Zu diesem Lied gehe ich jeden Abend im Rahmen meines Comedy-Programms „Ein bisschen Hass muss sein“ auf die Bühne, um dem Publikum auf subtile Weise das Gefühl zu vermitteln, dass das jetzt gleich ein Abend unter Freunden wird. Manchmal vergisst der Techniker oder die Technikerin aber, den Song nach meinem Auftritt auf der Bühne langsam leiser zu machen, dann tanze ich einfach eine Weile dazu, es gibt Schlimmeres.

Alexander Kern

Über Alexander Kern

Redakteur KURIER Freizeit. Geboren in Wien, war Chefredakteur verschiedener Magazine, Gründer einer PR- und Medienagentur und stand im Gründungsteam des Seitenblicke Magazins des Red Bull Media House. 12 Jahre Chefreporter bzw. Ressortleiter Entertainment. Schreibt über Kultur, Gesellschaft, Stil und mehr. Interviews vom Oscar-Preisträger bis zum Supermodel, von Quentin Tarantino über Woody Allen bis Jennifer Lopez und Leonardo DiCaprio. Reportagen vom Filmfestival Cannes bis zur Fashionweek Berlin. Mag Nouvelle Vague-Filme und Haselnusseis.

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