Abenteuer und Wissenschaft: Tiefenrausch-Event knapp vor dem Start

In einer Woche findet eine der aufwendigsten Unterwasser-Aktionen im Traunsee statt. Auch der ORF sendet live.

„Das wird eine der aufwendigsten Fernsehproduktionen dieses Jahres werden“, ist Lukas Steiner-Bauer überzeugt. Trotz all des Vorbereitungstrubels – in rund einer Woche ist es so weit – klingt der Projektleiter von Tiefenrausch LIVE vergnügt, denn: Alles ist auf Schiene und alle Teilnehmer freuen sich, abzutauchen.

Genau darum geht es bei dem Vorhaben, das das KURIER Medienhaus gemeinsam mit mehreren Partnern umsetzt: Eintauchen in den Traunsee, den tiefsten See Österreichs – mit einem U-Boot werden 191 Meter erreicht. Das ist Abenteuer und Wissenschaft zugleich: Zweck des Projekts ist es, den „Klang der Erde“ für Menschen hörbar zu machen.

All das – Tauchgang und erstmaliges Hören dieses Klanges – ist aber auch ein TV-Event der Sonderklasse: Der Tauchgang wird live auf kurier.at und SchauTV übertragen. Der ORF überträgt die Live-Expedition am 24. September zur besten Sendezeit ab 16.25 Uhr.

„ORF 1 überträgt die wohl herausforderndste Expedition der Neuzeit live“, freuen sich die Projektpartner KURIER Medienhaus und ORF gleichermaßen. Damit das klappt, sind unter anderem mehr als ein Dutzend Kameras in Traunkirchen, jener Gemeinde im Salzkammergut, in der sich Tiefenrausch LIVE abspielt.

Vor einer dieser Kameras steht eine bekannte Journalistin: Fanny Stapf wird das Live-Event am 24. September für den ORF moderieren. Aus dem U-Boot meldet sich Moderatorin Silvia Schneider, die sich wie Musiker Paul Pizzera an die tiefste Stelle des Sees wagt. Pizzeras Kollege Otto Jaus meldet sich von einer Plattform über Wasser aus. Das U-Boot bietet aber Platz für vier, so steigt neben Pilot Philippe Epelbaum, Schneider und Pizzera noch ein prominenter Passagier ein; wer, wird am Sonntag im KURIER verraten.

Fanny Stapf  ist live dabei

©ORF/OrF / Pichlkostner

Das Projekt hat somit in Österreich selten da gewesene Dimensionen.

90.000 Kilogramm: So schwer ist die Ausrüstung, die kommende Woche vom österreichischen Bundesheer inklusive U-Boot an den Traunsee gebracht wird.

10.000 Meter: Würde man all die Glasfaserkabel, die rund um die Übertragung nötig sind, hintereinander reihen, ergäben sie eine Länge von zehn Kilometern.

191 Meter: Der Traunsee ist zwar nur der viertgrößte See des Landes, aber der tiefste. In 191 Metern Tiefe wurde bereits ein Hydrofon installiert, das Schallwellen aufnimmt. Beim Live-Event wird es vom U-Boot geborgen.

120 Menschen: Allein der innere Kern der Projektcrew ist beachtlich – 120 Personen arbeiten daran mit, dass Tiefenrausch LIVE zustande kommen kann.

17 Kameras: Das Vorhaben, der Erde eine Stimme zu geben, ist ein wissenschaftliches Projekt. Dahinter steckt viel an Technik: Allein für die Übertragungen auf kurier.at, im ORF und SchauTV stehen 17 Live-Kameras zur Verfügung.

6 Messgeräte: Um den „Klang der Erde“ einzufangen, sind Messgeräte nötig, und zwar vier Seismometer (sie zeichnen Schwingungen des Bodens auf) und zwei Hydrofone (sie messen Schallwellen). Aus den Aufnahmen gemeinsam lässt sich der „Klang der Erde“ hörbar machen: Der Planet ist in dauernder Bewegung, alles, was schwingt, klingt auch. Aber im Fall der Erde so leise, dass der Ton für Menschen nur mit technischer Hilfe wahrnehmbar wird.

1 U-Boot: Die P-63 des Schweizers Philippe Epelbaum ist fünf Meter lang, 2,5 Meter breit und 6,5 Tonnen schwer; sie bietet Platz für vier Personen. Die P-63 kann notfalls bis zu drei Tage unter Wasser bleiben, sie ist mit Proviant und einem chemischen WC bestückt.

Elisabeth Holzer

Über Elisabeth Holzer

Seit 1992 als Journalistin in der Steiermark-Redaktion tätig. Angesiedelt im Chronik-Ressort, aber durch dessen Vielfalt auch vielfältig im Einsatz - von der (Landes-)Politik über Gericht und Reportagen bis hin zu aktuellen Vorfällen. Und sonst noch? Promovierte Historikerin (Geschichte- und Doktoratsstudium an der Uni Graz), dadurch interessiert an zeitgeschichtlicher Forschung. 2007 das erste Buch veröffentlicht ("Schleichhändler vor Gericht"); es folgten zusammen mit weiteren AutorInnen einige mehr, etwa "McScience" (2015) oder 2017 "Die Geschichte der Frauen in der Steiermark". Ausgezeichnet mit dem Inge-Morath-Preis des Landes Steiermark für Wissenschaftspublizistik.

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