Wohnen wie Tommy Hilfiger oder die Familie Bulgari

Wohnen wie im marokkanischen Palast, New Yorker Stadthaus oder Moskauer Penthouse: Zeitgenössische Inspiration für die eigenen Räume.

Wie sehr unterscheiden sich heutzutage die Wohnstile der Menschen rund um den Globus? Welche Besonderheiten machen sie aus? In dem Buch „Stilvoll Wohnen. Die schönsten Interieurs der Welt“, herausgegeben von Architectural Digest, werden zeitgenössische Interior-Projekte aus China, Frankreich, Spanien, Indien, Deutschland und Mexiko gezeigt. Die stilvollen Projekte reichen von Tommy Hilfigers Wohnsitz in Connecticut über einen marokkanischen Palast bis hin zu Marc Jacobs’ New Yorker Stadthaus.

Ferienvilla der Familie Bulgari in Marrakesch

Der Nahe Osten war schon immer ein Ort der Begegnungen zwischen verschiedenen Kulturen. Riad Habiba, die Ferienvilla der Familie Bulgari (italienische Luxusmarke)  in Marrakesch, ist eine Mischung aus dem islamischen und dem spanischen Stil. Paolo und Maite Bulgari wünschten sich ein marokkanisches Haus, das auch Anklänge an Maites spanisches Erbe aufweist.

©Hagenkord Callwey

Das von Pablo Paniagua gestaltete Haus verfügt über antike und maßgefertigte Stücke. „Die Räume sind von Innenhöfen umgeben, überall hört man Vogelgezwitscher, das Plätschern der Springbrunnen und die Gebetsrufer der Moscheen.“

Landhaus von Modezar Tommy Hilfiger

©© Oberto Gili; www.obertogili.c/Oberto Gili www.obertogili.c

In Greenwich, Connecticut, befindet sich das Landhaus des berühmten amerikanischen Modezaren Tommy Hilfiger und seiner Frau Dee. Architekt Andre Tchelistcheff und Innenraumgestalter Martin Lawrence Bullard gelang es, das 1939 erbaute Landhaus behutsam zu renovieren, ohne ihm den Charme eines englischen Herrenhauses zu nehmen: Mit der vertäfelten Holzdecke, der rustikalen Holztreppe und dem dazu passenden Mobiliar gelang dieses Vorhaben ausgezeichnet.

Penthouse in Moskau

©Hagenkord Callwey

Dieses Penthouse über der „City of Yachts“ (großes Bild) bietet nicht nur Ausblicke auf den belebten Moskaukanal, sondern scheint auch über dem Wasser zu schweben. Die Designerin Olga Surkova machte die umgebende Landschaft zum zentralen Einrichtungselement, indem sie die Möbel so anordnete, dass man von ihnen aus optimale Ausblicke über das Wasser und die Natur genießen kann. Weil die Bewohner natürliche Materialien lieben, wurden edle Hölzer für die Einrichtungsgegenstände verwendet und mit maßgefertigten Leder-Sofas kombiniert.

Und in Österreich?

Wie wohnt es sich im Gegensatz dazu in Deutschland und Österreich? Das Motto für Einrichtung und Dekoration lautet: Weniger ist mehr. Farbige Gestaltung wie in den anderen gezeigten Ländern und Städten muss man hier suchen. Eine der Ausnahmen ist der himbeerrote Rote Salon in Frankfurt, der wirkt wie eine surrealistische Lounge. Davon abgesehen dominiert die architektonische Würfelform, vor allem in der Farbe Weiß. Muster und Wandmalereien sind einerseits Ausnahmen, andererseits Relikte aus der Vergangenheit. Das verwundert, schließlich stammen einige der schönsten Muster des 20. Jahrhunderts von dem Wiener Architekten Josef Frank. „Bis dieses Erbe wiederbelebt ist, wird es sicher noch dauern“, schreiben die Autoren.

©Callwey

Buchtipp: "Stilvoll Wohnen: Die schönsten Interieurs der Welt" herausgegeben von Architectural Digest" ist im Calley Verlag erschienen, € 51,40,-

Ulla Grünbacher

Über Ulla Grünbacher

Mag. Ulla Grünbacher ist seit 1996 beim KURIER. Nach vielen Jahren in der Wirtschaftsredaktion ist sie nun stellvertretende Leiterin des IMMO-Magazins und schreibt auch für das JOB Business.

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