Milder Winter: Experten-Tipps zum Auswintern von Pflanzen

Milde Wintertemperaturen verlocken, verfrüht Pflanzen auszuwintern. Wir haben für euch Gartentipps von den Expertinnen der Gärtnerei Fassl.

Vereinzelnd zeigt der Frühling heuer verfrüht sein Gesicht. Kein Wunder, dass einige schon ans Auswintern ihrer Pflanzen denken. Wir haben Anita Fenz-Miesbauer und Isabella Flaschberger von der Gärtnerei Fassl gefragt, was ihr bedenken müsst, wenn euch bereits jetzt die Gartenlust packt.

Die Temperaturen derzeit lassen anmuten, dass die Gartensaison beginnen kann. Aber ist es eine gute Idee, Pflanzen jetzt schon auszuwintern?

„Wenn robuste, große Pflanzen bereits im Winterquartier eingelagert sind, ist es ratsamer, diese, bis Kälteeinbrüche nicht mehr wahrscheinlich sind, im Winterquartier zu belassen. Bei heiklen Pflanzen ist es ratsam, sie auf jeden Fall so lange im Innenraum zu lassen, bis keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Oder ihr macht euch die Mühe, die Pflanzen bei warmen Tagestemperaturen hinauszustellen und in den Nächten wieder hineinzunehmen", so die Expertinnen der Gärtnerei Fassl.

Zudem sei das Wetter mit den milderen Temperaturen in den letzten Jahren überhaupt sehr verlockend Pflanzen wie Olivenbäume, Oleander und andere mediterrane Gewächse den gesamten Winter im Freien zu lassen, so die Profis. "In der Praxis sehen wir auch oft, dass unsere Kunden vor allem große Pflanzen mit schweren Töpfen gar nicht mehr in Kellern, Garagen oder in ungeheizten Wintergärten überwintern, sondern mit einem Winterschutz im Freien belassen. Wenn jemand seine Pflanzen im Innenraum überwintert, ist es jetzt nicht ratsam diese aus ihrem Winterquartier zu holen, vor allem wenn es sich um große Pflanzen handelt und der Transport beschwerlich ist.“

Und wenn ihr trotzdem schon auswintern wollt, haben die Expertinnen auch einen Tipp parat. „Unserer Meinung nach ist es sinnvoll, Pflanzen, die man bei einem Kälteeinbruch schnell wieder hereinholen oder mit Winterflies über Tage und Nächte mit Frost abdecken kann, durchaus hinauszustellen."

Auf keinen Fall aber sollte man jetzt nicht Zitrusfrüchte, tropische und heikle Pflanzen, die in Gärten und auf Balkonen immer beliebter werden, wie Mimosen, Polygala Myrtifolia, Waxflowers (Hakiges Chamelaucium) und Boronia, auswintern, da sie die Temperaturunterschiede vom Innenraum nach Draußen nicht schadenfrei überstehen würden.

„Prinzipiell raten wir unseren Kunden, Olivenbäume und Oleander im Herbst überhaupt so lange wie möglich draußen zu lassen, da die Bedingungen im Freien für sie, solange es nicht kälter als -5 °C ist, perfekt für sie sind. Wichtig ist allerdings, wie auch bei winterharten Pflanzen in Töpfen, über die Wintermonate nicht zu vergessen, die Pflanzen ausreichend zu gießen, wenn die Erde trocken ist. Sollten sich kalte Tage mit Nachtfrösten oder Dauerfrost ankündigen, auf jeden Fall die Töpfe mit Winterflies und über Nacht auch die Pflanzen abdecken, oder für diese Zeit die Pflanzen in den Innenraum stellen.“

Pflanzen nach Frostschäden retten

Wenn eure Pflanzen die niedrigen Temperaturen doch nicht schadenfrei überstanden haben, ist es kein Grund sie zu entsorgen. Bereits kleine Handgriffe können sie retten. Nach strengem Frost haben viele immergrüne Gehölze braune Blätter. Doch nicht, weil sie erfroren sind, sondern ihnen schlichtweg Wasser gefehlt hat. Grundsätzlich heißt es hier: Abwarten. Ist der Frost zurückgekehrt, empfiehlt es sich mit dem Rückschnitt bis Anfang Mai zuwarten. Abgestorbene und welke Blätter können aber gleich entfernt werden.

Über Janet Teplik

Online-Redakteurin freizeit.at. Die gebürtige Mecklenburg-Vorpommerin zog nach dem Studium der Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte nach Wien und studierte hier Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Zuletzt war sie stellvertretene Chefredakteurin bei der MG Mediengruppe. Sie interessiert sich für Kultur, Kunst und Musik und liebt das Reisen.

Kommentare