Herbstzeit: Wie man den Garten jetzt neu gestalten sollte

Wer seinen Garten neu anlegen will, macht das am besten jetzt. Bevor man den Spaten in die Hand nimmt, sollte man gründlich planen. Worauf dabei zu achten ist.

Wer in der Früh die Nasenspitze aus der Haustür streckt, merkt schnell: Der Herbst naht. Und weil er die beste Jahreszeit ist, um den Garten neu zu gestalten, sollte man jetzt mit dem Planen beginnen. Das rät Katja Batakovic, fachliche Leiterin von "Natur im Garten“.

Doch bevor man sich den Kopf zerbricht, wo man welche Pflanze hinsetzt, sollte man sich darüber klar werden, welche Funktion das Stückchen Grün vor der Haustür haben soll. "Die wichtigste Frage dabei: Was will ich in und mit meinen Garten machen?“, rät Batakovic. "Soll er eine Oase der Erholung sein, die ich nicht viel pflegen muss? Sollen Abenteuerecken für die Kinder angelegt werden? Oder will ich ihn als Gemüsegarten nutzen, was schon ein bisschen Können und auch einiges an Arbeit erfordert?“

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Imposant

Ein großartiger Blickfang im Garten sind Bäume oder Sträucher. "Während Häuser durch Bäume einladend oder imposant wirken, profitieren Wohnanlagen oder Straßenzüge von Alleen. Schließlich unterstreichen die großen Gewächse den Charakter eines Gebäudes oder Ortsbildes.“

Wer mit einem attraktiven Baum repräsentieren will, setzt auf Arten mit buntem Laub oder auffälligen Blüten. Wer etwas Pflegeleichtes sucht, wählt  langsam wachsende und klein bleibende Arten wie Hainbuche, Judasbaum oder Blumenesche. Laubbäume haben den Vorteil, dass sie im Sommer kühlenden Schatten bieten und im Winter das Licht durchlassen. Ihr Nachteil: Im Herbst muss das Laub geräumt werden. Unter der Hecke sind die Blätter als  bodenschützende Laubschicht gut aufgehoben und bieten Kleintieren Winterschutz. Siehe Infokasten am Ende des Artikels.

Je vielfältiger ein Garten angelegt wird, desto stabiler und pflegeleichter wird er.

Katja Batakovic, "Natur im Garten“

Ein Baum gibt dem Garten zudem eine Grundstruktur – er kann vom neugierigen Nachbarn abschirmen oder dazu einladen, dass man sich darunter entspannt oder an einem Tisch gemeinsam isst und feiert. "Bäume sind zudem eine wunderschöne Geräuschkulisse, weil der Wind das Laub rascheln lässt und sie Lebensraum für Vögel und Insekten sind“, erzählt Katja Batakovic begeistert.
 

Wo es zu eng für einen Baum ist, schaffen Hecken und Sträucher die gewünschte Gliederung. Die Auswahl reicht von Naschhecken, in denen sich Ribisel, Stachelbeeren, Dirndl und Felsenbirne abwechseln, bis zu Blühhecken, die das ganze Jahr über Sichtschutz bieten, weil zu jeder Jahreszeit ein anderer Strauch blüht. Nicht nur das: In intakten Hecken fühlen sich Nützlinge wie Glühwürmchen und Laufkäfer wohl. Ihre Larven sind wahre Schneckenfresser. Batakovics Leitsatz bei der Planung gilt nicht nur für Hecken: "Je vielfältiger ein Garten angelegt wird, desto stabiler und pflegeleichter wird er.“

Neben Sträuchern bringen Stauden wie Phlox oder Sonnenhut Struktur in den Garten – genauso wie einjährige Blumen, etwa Sonnenblumen oder Ringelblumen. "Insbesondere Stauden gehören für mich in jeden Garten“, sagt die Naturgärtnerin. Stauden und viele Kräuter haben den Vorteil, dass sie – einmal gepflanzt –  bei guter Pflege jedes Jahr wieder austreiben. Anders der Gemüsegarten: "Den kann man anlegen – sollte aber genug Zeit für die Pflege einplanen.“

Schutz vor Katzen

Wer Beete begrenzen will, dem empfiehlt die Expertin Steinhaufen: "Die bieten Eidechsen und anderen Kleintieren einen Unterschlupf und Schutz vor Katzen, denen sie sonst schutzlos ausgeliefert wären.“ Auch Totholzhaufen werden schnell zum Biotop. "Für beides – Stein- und Totholzhaufen – sollte Platz sein. Jeweils ein halber Quadratmeter reichen schon aus, um einen kleinen, aber feinen Lebensraum zu bieten. Schließlich hat nicht jeder den Platz für eine ganze Trockensteinmauer.“ 

Übrigens: Vögel freuen sich über Wasserstellen als Tränken. "Das Wasser sollte am besten täglich, mindestens jedoch zwei- bis dreimal pro Woche gewechselt werden, damit sie keine Brutstätten für Gelsen oder Krankheitserreger werden.“

Bäume für große und kleine Gärten

Auf den Standort kommt es an

Manchmal hat man ja Glück, und ein Baum steht schon im Garten, wenn man ein Haus kauft oder baut. Wem dieses Glück nicht beschieden ist, der muss selber ran.
Das Schöne: Bäume gibt es für fast jede Gartengröße. Für Anlagen, die zu einem Reihenhaus gehören und kleiner als 250 Quadratmeter sind, sollten nur Exemplare zum Zug  kommen, die höchstens acht Meter hoch werden. 

Für solch "kleine Gärten“ empfehlen Fachleute folgende heimischen Arten: eingriffeliger Weißdorn, Kaskaden-Rotdorn Crataegus x media „Crimson Cloud“, Steinweichsel, Steppen-Ahorn, Eberesche sowie alle Arten von Obstbäumen als Buschbaum. Nicht heimische Alternativen sind Seidenbaum, gewöhnlicher Judasbaum, Kugel-Trompetenbaum und Baum-Felsenbirne.  

Wer mehr Platz zur Verfügung hat, kann zu Feldahorn, Kleinkroniger Winterlinde, Blumenesche, Traubenkirsche und Mehlbeere greifen. Auch Obstbäume als Halb- oder Hochstamm eignen sich.

Wer sichergehen will, dass er den zum Standort passenden Baum wählt, dem  empfiehlt Katja Batakovic von "Natur im Garten“ die Internetseite willbaumhaben.at

Ute Brühl

Über Ute Brühl

Meist schreibe ich über so ernste Dinge wie Schule und Wissenschaft. Daneben widme ich mich immer wieder den schönen und heiteren Dinge des Lebens - dem guten Essen oder dem Gärtnern zum Beispiel.

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