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Es muss nicht immer teuer sein: Die vielen Facetten Kopenhagens

Öffentliche Parks, Friedhöfe und Backstein-Architektur – was die dänische Hauptstadt auch für kleinere Budgets bietet.

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Frühling und Sommer

Wer an Städte im Norden Europas wie Stockholm, Oslo oder Kopenhagen denkt, denkt auch an die hohen Preise. Da sind schnell mal sieben Euro für einen Kaffee oder achtzehn Euro für einen Museumsbesuch ausgegeben. Es muss aber nicht immer gleich alles teuer sein. Zumindest die dänische Hauptstadt hat viele Facetten, die einen Trip mit strafferem Budget zulassen. Denn Kopenhagen gibt auch einiges abseits von Königspalast, Bootstour und Oper her.

Hygge

Die „Hygge“ ist ein Kernbestandteil der dänischen Tradition und Lebensweise. Im Wesentlichen bedeutet es eine gemütliche Atmosphäre, in der man die schönen Seiten des Lebens genießt

Hippes Nørrebro

Zum wunderbaren Bummeln und günstigen Logieren lädt etwa das Viertel Nørrebro ein. Dieses ist eines von zehn Stadtteilen von Kopenhagen. Wunderschöne Backsteinhäuser beherbergen hier Menschen und Kulturen aus aller Welt. Auf der Hauptstraße „Nørrebrogade“, kann man rund zweieinhalb Kilometer spazieren. Ein Highlight ist der sogenannte „Superkilen“, ein öffentlicher Park. Eine der Besonderheiten ist sein Konzept, das die Kulturvielfalt des Stadtteils widerspiegeln soll. Dazu wurden spezifische Objekte aus der ganzen Welt auf dem Platz integriert – wie zum Beispiel eine Busstation aus Kasachstan, chinesische Palmen und marokkanische Fontänen. Die Augen offenzuhalten, lohnt sich hier allemal.

Wandel eines Viertels: Nørrebro hat einen verhältnismäßig hohen Anteil an Studenten und Einwanderern. Einst zählte es zu den sozialen Brennpunkten der Stadt, mittlerweile gehört es zu den angesagtesten Vierteln Kopenhagens 

©Naz Kücüktekin

Ein weiteres Highlight in Nørrebro ist die Jægersborggade. Die kleine Gasse ist voll mit bezaubernden Läden – vom Honiggeschäft bis zum Karamellladen und coolen Vintage Shops. Auch einfach zum Kaffeetrinken und Zimtschnecken essen zahlt sich die Jægersborggade aus – vor allem, wenn man ein paar Meter weiter geht und den städtischen Friedhof besucht.

Hans Christian Andersen besuchen

In seiner rund 250-jährigen Geschichte hat sich der „Assistens Kirkegård“ zu einem Hotspot Kopenhagens entwickelt. Nicht nur, weil hier zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten begraben liegen, wie etwa der weltbekannte Märchenautor Hans Christian Andersen, sondern auch, weil der Friedhof wie ein wirklich schöner Park angelegt ist, durch den man wunderbar flanieren kann.

Eine interessante historische Entwicklung hat  Kødbyen  vorzuweisen. Das Viertel war einst nämlich ein Schlachthofgelände. 1995 stellte die dänische Kulturerbe-Behörde das Areal unter Denkmalschutz. Heute ist das Viertel eine der angesagten Adressen für Bars, Restaurants und Galerien. Besonders zu empfehlen ist die alte Fleischhalle (Flæsketorvet). Gute Ess- und Trinkmöglichkeiten treffen hier auf kultigen Industriestil. 

Speisen wie die Götter – für sieben Euro

Für ein besonders günstiges und einmaliges Speiseerlebnis sollte man einen Abstecher in den Folkehuset Absalon machen. Das Essen ist zwar nicht überragend, bei einem Menüpreis von umgerechnet sieben Euro aber mehr als zufriedenstellend und die Atmosphäre einzigartig. Das Lokal ist nämlich eine ehemalige Kirche. Diese kaufte vor einigen Jahren Lennart Lajboschitz, Millionär und Gründer der Einzelhandelskette „Flying Tiger“, und machte ein Gemeinschaftslokal daraus. Deshalb teilt man sich bei Folkehuset Absalon Tisch und Essen mit Menschen, die man erst dort kennengelernt hat. Die Idee ist, dass Menschen hier zusammenkommen sollen. Auch die Toiletten sind aus diesem Grund nicht angeschrieben – wer wissen will, wo sie sind, muss jemanden danach fragen. Reservierungen sind hier nicht möglich, für das Abendessen müssen Tickets am selben Tag im Lokal gekauft werden.

Stadt in der Stadt

An „alternativen“ Sachen hat Kopenhagen Christiania zu bieten. Das Viertel ist eine Art „Freistaat“. 1971 wurde das verlassene Militärgebiet im Bezirk Christianshavn von Hausbesetzern übernommen. Sie beanspruchten das Gebiet für sich und gründeten damit eine Stadt in der Stadt, in der keine Mehrwertsteuer erhoben wird und wo ihre eigenen Gesetze gelten. Rund tausend Menschen leben heute noch im Viertel. Von den dänischen Behörden wird Christiania toleriert – wie auch der freie Handel mit Marihuana dort. Abgesehen davon ist der „Freistaat“ wegen der bunten Architektur und den zahlreichen Lokalen einen Besuch wert und deshalb wohl eine der Sehenswürdigkeiten, die bei einer Reise nach Kopenhagen oft empfohlen werden. Nur Achtung: Auf das Fotografieren sollte man hier verzichten. Das wird in Christiana nicht gern gesehen.

Wer Kopenhagen übrigens so richtig erleben möchte, erkundet die Stadt am besten mit dem Fahrrad. In der dänischen Hauptstadt ist es das beliebteste Fortbewegungsmittel – günstig und gesund ist es noch dazu.

©Grafik

Faten zu Kopenhagen

Klimafreundliche Anreise
Der Flug Wien–Kopenhagen mit der AUA dauert rund zwei Stunden. 
Kompensation bei myclimate.org/de 11 €. 
Nachhaltiger ist die Reise mit dem Zug. Per ÖBB-Nachtzug von Wien nach Hamburg  und von dort aus nach Kopenhagen. Dauer: circa 19 Stunden. 

Hostel
Die Hostelkette a&o Hostels hat in Kopenhagen ihren Standort im zentral gelegenen Nørrebro. Das Hostel bietet verschiedene Formen der Zimmer an: Von klassischen Gruppenschlafräumen bis zu Einzelzimmern.  Das Hostel achtet auf Nachhaltigkeit und berechnet den  -Verbrauch pro Übernachtung, hier sind es   5,9 kg pro Nacht.
aohostels.com/at/kopenhagen

Folkehuset Absalon
Das Gemeinschaftszentrum bietet neben günstigem Essen auch Yoga oder Keramikkurse an und veranstaltet Tanz-Partys – vieles davon ist „international friendly“,
Sønder Blvd. 73, absaloncph.dk 
 

Naz Kücüktekin

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