
Guidos Kolumne: Wer hat nicht gerne eine halbwegs schöne Nase?
Ich habe auf Vermittlung meiner Cousine den "österreichischen Meister der Nasen" gefunden. Er wird mich operieren.
Es dauert nicht mehr lange, und ich sehe nicht mehr aus wie ein Boxweltmeister. Das ist einerseits natürlich bedauerlich, andererseits: Wer hat nicht gerne eine halbwegs schöne Nase?
Vor eineinhalb Jahren bin ich wenige Tage nach einer Operation zu Hause in der Küche kollabiert und gestürzt, habe mit der Nase am Kühlschrank gebremst und sie mir dabei gebrochen. Ich war dann im Spital, aber dort hat man gemeint, ich solle die Nase in Ruhe zusammenwachsen lassen. Das habe ich gemacht, und das hat die Nase getan, aber dabei wurde sie schief, wie ein Schaf, das im Sturmwind auf der Wiese steht. Ich habe mich damit getröstet, dass die Nase irgendwie cool aussieht: Wie gesagt, ein wenig nach Boxweltmeister. Diese Ausrede hat mir überraschenderweise aber niemand geglaubt.
Also habe ich einen plastischen Chirurgen gesucht und auf Vermittlung meiner Cousine den "österreichischen Meister der Nasen" gefunden. Er wird mich operieren. Und ja, die Operation ist sauteuer.
Bei der OP, die mehr als zwei Stunden dauern soll, wird mir ein Stück Knochen aus einer Rippe entnommen und in die Nase verpflanzt. Also im Grunde genommen etwas, was mich durchaus nervös stimmt. Meinen Scherz, er könne ja aus der Rippe gleich eine Frau bauen, hat der Chirurg humorvoll, aber politisch korrekt zur Kenntnis genommen: Solche Witze sind eigentlich nicht mehr erlaubt.
Was mir an der ganzen Sache gefällt: Ich werde der erste Tartarotti sein, der eine schöne Nase hat. Körperliches Kennzeichen meiner Familienmitglieder ist ja der Höcker auf der Nase. Der wird bei mir künftig fehlen, und ich bin neugierig, ob meine Verwandten mich noch erkennen. Etwas werde ich aber ganz sicher nicht machen: Mit der neuen Nase Boxweltmeisterschaften kämpfen oder in der Küche kollabieren. Die Nase soll so gerade bleiben wie ein Verkehrszeichen!
Kommentare