Experten warnen vor zu großem Ehrgeiz beim Schwimmen

Top 5: Das sind die besten Sportarten der Welt

Effektiv, wenig Aufwand und gesund: Manche Work-outs vereinen für Experten viele gute Eigenschaften. Einige überraschen sogar.

Yoga macht schon jeder daheim, High-Intensive-Training (HIIT) ist längst in die Fitnesscenter eingezogen und immer neue Apps kommen auf den Markt, die nun endlich das perfekte Work-out liefern. Dass nicht jedes Training für jeden Bewegungsinteressierten passt, hat sich aber abseits diverser Fitnesstrends schon durchgesprochen. Doch was soll's denn nun wirklich sein?

Worauf es ankommt

Über den idealen Sport machen sich auch Mediziner Gedanken. Und für Experten wie I-Min Lee, Epidemiologin an der renommierten University Harvard, zählen noch andere Faktoren, als Muskelaufbau oder Gewichtsreduktion. Auf dem von der Harvard Medical School betriebenen Online-Sportkursen, die ab 18 Dollar angeboten werden, unter deem Motto "Starting to Exercise" hat Lee nun jene fünf Sportarten veröffentlicht, die aus ihrer Sicht empfehlenswert sind. Warum? Weil sie nicht nur Muskeln und Ausdauer trainieren - sondern auch gesund sind.

Was ebenso für die Auswahl der Präventionsmedizinerin sprach: Um sie auszuüben ist keine große Ausrüstung notwendig und auch die Vorbereitungen halten sich in Grenzen.

1. Schwimmen

Die Vorzüge der Fortbewegung im Wasser aus eigener Kraft braucht man im Grunde gar nicht lange erklären: Ein ideales Ausdauertraining für den Kreislauf, gleichzeitig werden die Muskeln des gesamten Körpers trainiert. Ebenso ist Schwimmen gelenksschonend, was Menschen mit Schmerzen die sportliche Bewegung erleichtert. 

Für die Harvard-Expertin ist Schwimmen das perfekte Workout. Die Bewegung im Wasser schont die Gelenke und hat viele Benefits für die Gesundheit. Es bringt den Kreislauf in Schwung und kann dabei helfen, das Körpergewicht zu halten oder zu reduzieren.

Das Ganzkörper-Workout bringt jedoch noch mehr, wie Studien zeigen. Regelmäßiges Schwimmen für 30 bis 45 Minuten senkt das Stresslevel und auch das Risiko für Depressionen.

2. Krafttraining

Krafttraining ist einer der Klassiker, um fit zu bleiben. Laut Lee ist es unerheblich, ob man Geräte in einem Fitnessstudio nutzt oder dort oder auch zuhause Gewichte wie Kurzhanteln oder Kettleball verwendet. Besonders effektiv ist ein "High-Intensity-Intervall-Training" (HIIT), findet I-Min Lee. Durch die abwechselnden Impulse werden Herz und Kreislauf in Schwung gebracht.

HIIT lässt sich mit vielen Sportarten kombinieren - selbst mit Exoten wie Battle Rope

HIIT lässt sich mit vielen Sportarten kombinieren - selbst mit Exoten wie Battle Rope

©APA - Austria Presse Agentur

3. Tai Chi

Sich ganz auf die langsamen, fließenden Bewegungsabläufe und Atemübungen konzentrieren, beruhigt einerseits den Geist - und trainiert andererseits die Muskeln: Diese Eigenschaften machen die asiatische Kampfkunst Tai-Chi Chuan, kurz Tai Chi, zu einem erfolgreichen Work-out. Zu kurz kommt die körperliche Fitness durch regelmäßiges Üben keinesfalls, auch wenn einem der Schweiß nicht in Strömen herunterrinnt. I-Min Lee betont vor allem die Vorzüge von Tai-Chi für Ältere, denn: „Balance ist ein wichtiger Bestandteil von Fitness, und etwas, das wir verlieren, wenn wir älter werden.“

Tai-Chi

©KURIER

4. Spazieren gehen

Gemeint ist kein gemütliches Flanieren, sondern eher flottes Gehen und vielleicht sogar Wandern. Dadurch erhöht sich der Grundumsatz des Körpers, Atmung und Kreislauf verbessern sich. An seine Grenzen müsse man dafür allerdings nicht gehen, betont Expertin Lee.  Es gibt noch weitere Vorteile des flotten Gehens: Es wirkt positiv auf das Gehirn und das Erinnerungsvermögen.

5. Beckenbodentraining

In einer Liste der effektivsten Sport-Arten klingt dieses Training etwas ungewöhnlich. Dennoch ist es von großem Nutzen, die vielen, meist vergessenen Muskeln der Beckenregion gezielt zu bewegen. Wie alle Muskeln lässt im Lauf des Lebens auch die Spannkraft dieses wichtigen Stützapparats nach - bei Frauen und auch bei Männern.  Die Folgen sind dann im Blasen- und Enddarmbereich bemerkbar. Bei Frauen ist häufig die Gebärmuttermuskulatur von dieser Schwäche betroffen.

Dem Muskelabbau der bereits in den 30ern eines Menschen beginnt, wirken spezielle Übungen entgegen. Dafür müssen die Beckenbodenmuskeln, die ringförmig im Inneren des Beckens angeordnet sind, aber erst lokalisiert werden: Denn die meiste Zeit spürt man sie nicht. Die regelmäßigen Übungen (5 Wiederholungen, je 10 Sekunden lang) empfiehlt I-Min Lee vier bis fünf Mal pro Tag.

Ingrid Teufl

Über Ingrid Teufl

Redakteurin im Ressort Lebensart. Gesundheit, Wellness, Lifestyle, Genuss. Seit 1997 beim KURIER, Studium Geschichte/Publizistik, Germanistik, Politikwissenschaften [Mag.phil.] Mag Menschen, Landschaften und Dinge, die gut tun, gut schmecken, gut riechen, neu sind.....und darüber schreiben.

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