Vor oder nach dem Kaffee? Wann morgens der richtige Zeitpunkt zum Zähneputzen ist

Den Kaffee getrunken, schnell ins Bad Zähne putzen, falls noch nicht getan und dann los zur Arbeit? Halt! So nicht! Was ihr dabei beachten müsst.

Ein frisch gebrühter Kaffee in der Früh riecht nicht nur gut, er schmeckt auch und zeigt Wirkung. Doch in Kombination mit Zahnpasta, kann aus dem liebsamen Freund am Morgen, schnell eine Belastung für die Mundhygiene werden. Aber wie bei fast allem im Leben, gibt es eine Ausnahme. Wir verraten, wann der richtige Zeitpunkt für Kaffeetrinker ist, die Zähne zu putzen.

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Was euch erwartet:

  • Negative Folgen des Kaffeekonsums
  • Vor oder nach dem Kaffee zur Zahnbürste greifen?
  • Der richtige Zeitpunkt fürs Putzen

Negative Folgen des Kaffeekonsums

Der Konsum von Kaffee zeigt sich nicht nur durch seine belebende Wirkung, sondern auch durch Verfärbungen der Zähne und nach ihm riechenden Atem. Schuld daran ist allerdings nicht Kaffee selbst. Es sind die Bakterien im Mund, die das schwarze Heißgetränk verstoffwechseln. Besonders gefährdet sind dabei die Zahnzwischenräume und die Zunge, denn die Bakterien zersetzen Nahrungsreste, wodurch Schwefelstoffe entstehen, die unangenehm für die Nase sind. Darüber hinaus sorgt der hohe Säure- und Koffeinanteil dafür, dass der Mundinnenraum austrocknet und der Speichelfluss gehemmt wird. Das wiederum begünstigt das Wachstum der Bakterien – ein Teufelskreis also.

Aber nicht nur das. Denn Kaffee steht auch in Zusammenhang mit Stress. Verantwortlich dafür sind die Evolution des Menschen und das Hormon Adrenalin. Dieses ist auch die Quelle für die Kampf-oder Flieh-Reaktion, die uns zu prähistorischen Zeiten das Überleben sicherte. Das im Kaffee enthaltene Koffein imitiert also ein Hormon, das den Nebennieren signalisiert, mehr Adrenalin auszuschütten. Ähnlich einer Bedrohungssituation. Zusätzlich reduziert der Konsum von Kaffee auch den Serotoninspiegel. Das sogenannte "Glückshormon" ist wichtig für unser Nervensystem, da es als Botenstoff Informationen von einer Nervenzelle zur anderen weitergibt.

Der einfachste Weg, die negativen Folgen zu vermeiden, besteht natürlich nur darin, Kaffee nicht mehr zu konsumieren – aber seien wir mal ehrlich, das ist keine Option.

Kaffeetrinken gehört für die meisten Menschen zum Morgenprogramm. Doch das nicht ohne Folgen für die Zähne.

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Vor oder nach dem Kaffee zur Zahnbürste greifen?

Was Koffein mit dem Körper macht, können wir nur durch das Einstellen vom Kaffeekonsum verhindern. Effektiver vorgehen, können wir aber gegen Zahnverfärbungen und Mundgeruch – nämlich mit Zähneputzen. Nun stellt sich allerdings die Frage: vor oder nach dem Kaffeetrinken zur Zahnbürste greifen?

Die Antwort ist gar nicht so leicht, da sich Zahnärzte diesbezüglich nicht einig sind. Doch ein großer Teil von ihnen stimmt überein, dass nach dem Kaffeetrinken die Zähne zu reinigen, die bessere Alternative ist. Denn putzt man sich direkt nach dem Aufstehen die Zähne, wird die obere Schmelzschicht des Zahnes abgetragen, was zu Beschädigungen führen kann. Doch es gibt noch etwas zu beachten. Nämlich die Zeit!

Der richtige Zeitpunkt fürs Putzen

Der richtige Zeitpunkt fürs Putzen ist nämlich zirka 30 Minuten nach dem Kaffeekonsum. Warum? Weil Kaffee Säure enthält, die den Zahnschmelz angreift. Putzt man sich kurz nach dem Kaffeetrinken die Beißerchen, wird die Zahnoberfläche aufgerieben, die Mineralien abgetragen und die Zähne werden beschädigt. Zudem werden sie so auch anfälliger für Verfärbungen.

Doch es gibt auch gute Nachrichten – zumindest für all jene, die ihren Kaffee lieber mit Milch trinken. Durch die Zugabe von Milch reduziert sich der Säuregehalt des Kaffees, wodurch er weniger aggressiv für den Zahnschmelz ist. Und noch ein kleiner Tipp: Wer sich nach dem Kaffeetrinken direkt den Mund mit Wasser spült, reinigt seine Zähne. Auch ein zuckerfreier Kaugummi kann hier helfen, da dieser den Speichelfluss anregt und der Mundraum so ausgespült und gesäubert wird. 

Janet Teplik

Über Janet Teplik

Digital Producer bei freizeit.at. Nach dem Studium der Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte zog die gebürtige Deutsche nach Wien und studierte Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Zuletzt war sie stellvertretende Chefredakteurin bei der MG Mediengruppe.

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