"Ich bin ein Pickler“: Warum gerade alle verrückt nach Pickleball sind

In den USA hat es Pickleball seit der Pandemie zum Massenphänomen geschafft. Microsoft-Gründer Bill Gates schwört seit 50 Jahren auf den Schlägersport.

Ob Fußballgolf, Piloxing oder Padel-Tennis: Kombinationssportarten boomen. In den USA hat in den letzten Jahren ein Liebling der Sporttreibenden besonders an Popularität gewonnen: Pickleball. 

Im Februar wurde der Sport, der sich als "Saure-Gurken-Ball" übersetzen ließe, von der Sports and Fitness Industry Association zum zweiten Mal in Folge als die am schnellsten wachsende Sportart der USA ausgezeichnet. Knapp fünf Millionen Pickleball-Spielerinnen und Spieler soll es dort inzwischen geben. Viele Tennisplätze des Landes wurden inzwischen zu Pickleballfeldern umfunktioniert.

So funktioniert's

Im Grunde erinnert Pickleball stark an Tennis, bedient sich aber auch an Elementen aus den Disziplinen Tischtennis und Badminton. Gespielt wird es zu zweit oder im Doppel mit Kunststoff- oder Holzschlägern, die etwas größer sind als Tischtennisschläger. Der Ball hat - anders als der Name suggeriert - keine Gurkenform, erinnert aber ein wenig an Hundespielzeug: Er ist gelb, aus Hartplastik und hat 40 Löcher, die den Ball im Flug bremsen.

Im Gegensatz zu Badminton oder Squash geht es dadurch bei Pickleball etwas ruhiger zu. Wohl mit ein Grund für die Popularität des Rückschlagspiels: Denn bei Pickleball werden Gelenke und (Kreuz-)Bänder geschont. Auch laufen muss man weniger: Die Spielfeldgröße entspricht nur etwa einem Drittel der Größe eines Tennisplatzes, das Netz ist etwas weiter unten als ein Tennis-Netz. 

"Wenn man ein gewisses Alter erreicht hat, ist es ein großartiger Einstiegssport. Einmal habe ich sogar mit einer 90-jährigen Frau gespielt", erzählt Alicia Wolfgruber von Pickleball Vienna. Ein weiterer Vorteil sei, erzählt die gebürtige Amerikanerin, dass Pickleball quasi überall gespielt werden kann: "Ich bringe mein Netz mit und wir mieten uns einen Badmintonplatz oder – wenn wir viele Spieler sind – verwandeln wir einen Tennisplatz in zwei Pickleballplätze um." Auch in Innenhöfen oder Hauseinfahrten können provisorische Pickleball-Courts aufgebaut werden. 

Das Pickleball-Feld ist um zwei Dritter kleiner als ein Tennisplatz

©REUTERS/KEVIN FOGARTY

"Von super jung bis super alt"

Promis wie Steffi Graf, Leonardo DiCaprio, George Clooney und Staatsmänner wie Kanadas Premier Justin Trudeau sind dem Spiel bereits verfallen. "Ich bin ein Pickler“, tat kürzlich auch Microsoft-Gründer Bill Gates kund. In einem eigenen Blog-Beitrag, den er dem Spiel widmete, erklärt er, dass er schon vor über 50 Jahren begonnen habe, Pickleball zu spielen.

Er sei "überrascht“ aber "erfreut“ darüber, dass sein Lieblingssport nun zur am schnellsten wachsende Sportart in Amerika geworden ist. Gates ist der Meinung, dass der Sport unter anderem deshalb so beliebt ist, weil das Spiel so einfach zu erlernen und zu spielen ist. Er erklärt, dass jeder, "von super jung bis super alt", mit einem Netz, einem Schläger und einem Ball mitmachen könne.

Gates erklärt außerdem, eine persönliche Verbindung zu den Ursprüngen von Pickleball zu haben. Das Spiel wurde im Sommer 1965 von Freunden seines Vaters erfunden, deren Kinder über Langeweile klagten. Bill Gates Senior errichtete daraufhin in den späten 1960er-Jahren einen eigenen Pickleball-Platz am Grundstück der Familie Gates in Seattle.

In einem CNBC-Interview aus dem Jahr 2018 sagte auch Bill Gates' damalige Ehefrau Melinda French Gates, dass sie und Bill, der letztes Jahr seine Scheidung bekannt gab, in ihrer Freizeit "ein verrücktes Spiel namens Pickleball" spielen, das er ihr kurz nach ihrem Kennenlernen beigebracht habe.

Elisabeth Kröpfl

Über Elisabeth Kröpfl

Seit 2021 beim KURIER, Ressort Lebensart

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