Fitnessarmbänder helfen bei der sportlichen Selbstvermessung

Wie Fitness-Apps und Co. helfen, sich mehr zu bewegen

Apps und tragbare Fitnesstracker messen nicht nur körperliche Aktivität, sie erhöhen sie laut einer neuen Studie auch.

10.000 Schritte am Tag. Dieses sportliche Ziel teilten in den vergangenen Monaten immer mehr Menschen in den sozialen Medien. Im Homeoffice, Lockdown und Co. haben viele mehr Zeit im Sitzen verbracht. Nach fast zwei Jahren Pandemie wollen sie wieder in Bewegung zu kommen. Fitnesstracker könnten dazu beitragen, dieses Ziel eher zu erreichen.

Gesteigerte Aktivität

Fitnesstracker am Handgelenk oder in der App zählen und messen nicht nur unsere körperliche Aktivität. Sie können uns auch dazu motivieren, in Tritt zu kommen. Bewegungsüberwachung steigerte die Aktivität der mehr als 16.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, so das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Übersichtsarbeit der Fachzeitschrift BMJ.

Das Forschungsteam analysierte dafür Daten aus 121 randomisierten Kontrollstudien und 141 Vergleichsstudien, um herauszufinden, wie Fitnesstracker unser tägliches Bewegungsausmaß beeinflussen. Dafür wurde zwischen mäßiger und starker körperlicher Aktivität und Zeit im Sitzen unterschieden.

Mehr als zusätzliche 1.000 Schritte 

Die Meta-Analyse zeigt, dass die Nutzung von Fitness-Apps die tägliche körperliche Aktivität um umgerechnet 1.235 Schritte pro Tag erhöht. Anwenderinnen und Anwender betreiben außerdem knapp 50 Minuten zusätzlichen mäßigen bis intensiven Sport pro Woche. Wichtig war, dass die Anwenderinnen und Anwender der Apps oder Geräte direktes Feedback erhielten.

Keine signifikanten Änderungen gab es bei der Zeit, die Menschen im Sitzen verbachten. Sie verringerte sich nur um knapp zehn Minuten täglich.

Menschen, die ihre Aktivität mit Uhren oder Apps messen, sind aktiver, als jene, die das nicht tun, bestätigt Rasmus Tolstrup Larsen, Forscher am Institut für öffentliche Gesundheit der Universität Kopenhagen gegenüber CNN.

Diese Effekte seien vor allem für Menschen relevant, die sich nur mäßig aktiv bewegen oder die Empfehlungen für körperliche Aktivität nicht erfüllen, so der Experte. "In einer Zeit nach Covid ist es dringender denn je, sich auf eine Verhaltensänderung in Bezug auf körperliche Aktivität und Inaktivität zu konzentrieren", zitiert CNN Larsen. "Moderne Aktivitätsmonitore (Wearables, Smartwatches oder Fitnesstracker) haben das Potenzial, eine Verhaltensänderung zu unterstützen, indem sie dem Nutzer ein direktes Feedback zur Aktivität geben."

Gesundheitliche Folgen

Körperliche Inaktivität oder ein Aktivitätslevel, das nicht den aktuellen Empfehlungen von Expertinnen und Experten entspricht, hat große Auswirkungen auf die weltweite öffentliche Gesundheit, so die Studienautorinnen und -autoren. Denn körperliche Untätigkeit ist eine der Hauptrisikofaktoren für nicht übertragbare Krankheiten und ist schätzungsweise für neun Prozent aller vorzeitigen Todesfälle weltweit verantwortlich.

Bereits in der Vergangenheit wurde untersucht, wie sich Apps und Schrittzähler auf die Fitness der Menschen auswirken. Diese systematische Übersichtsarbeit von BMJ fasste nun bereits vorhandene Erkenntnisse aus zahlreichen Studien zusammen.

Zukünftige Studien sollen feststellen, wie Fitness-Apps und Fitnesstracker in Kombination mit anderen Maßnahmen eingesetzt werden können oder wie Fitnesstracker die Zeit im Sitzen verringern könnten.

Elisabeth Kröpfl

Über Elisabeth Kröpfl

Seit Dezember 2021 beim KURIER. Zuerst im Ressort Lebensart, jetzt am Newsdesk. Spanisch- und Englischstudium in Graz, danach Journalismus-Master an der FHWien.

Kommentare