Mix mit Bier und Schaumwein: Sommergetränke, die Sie kennen müssen

Ein Bier gebraut nach Champagner-Methode, ein Likör aus Hopfen oder ein Schaumwein mit Orangenbitter – diese neuen Getränke versprechen Abkühlung und Gesprächsstoff bei jeder Sommerparty.

Die Klassiker – von Wein über Bier bis Champagner – haben zwar immer Saison.  Gerade im Sommer, zwischen Urlaubszeit und warmen Nächten, ist offenbar die Lust auf  Neues besonders hoch. Lebensfreude pur also, und das scheint die Neugierde anzuregen. So überrascht es nicht, wenn  Innovationen am Getränkemarkt gerade zu dieser Jahreszeit auf den Markt kommen.  Zuletzt, unter anderem auch den zwei Pandemie-Jahren geschuldet, waren das etwa „Cocktails to go“,  bereits professionell gemixte Drinks, für die man nur noch ein hübsches Cocktailglas und Eiswürfel braucht.

Das mag auf den ersten Blick mit einem anderen Trend der vergangenen Jahre auf Konfrontation gehen – jenem zu Cocktails ohne Alkohol, sogenannte „Mocktails“ (von engl. to mock, also nachahmen). Also was jetzt? Nicht „entweder – oder“, lautet das Motto heute. Sondern „sowohl – als auch“.  Und die Österreicher? Die sind ebenfalls ganz schön ideenreich, wie einige neue‚ Kreationen von Bier bis Schnaps zeigen. Ein Überblick.

Zarte Süße, charmante Säure und Mousseux umschmeicheln den Gaumen – klingt nach Champagner, doch es handelt sich um ein Bier aus Salzburg. Durch Beigabe der in der französischen Champagne selektierten Hefe entsteht das für Schaumwein typische „Mousseux“, also das  feine Perlen des Getränks, das seiner ursprünglichen Rezeptur nach ein Starkbier ist.

Neues Bier bei Stiegl nach Champagner-Methode 

©Wildbild/Stiegl

Eine Flaschengärung nach der Champagnermethode vollendet den ungewöhnlichen Brauprozess, der auch einen ausgetüftelten Reifeprozess beinhaltet: „Ein Bier reifen zu lassen bedeutet ja vor allem, ihm genau die Zeit zu geben, die es braucht, um Geschmack und Aroma optimal entfalten zu können“, erklärt Stiegl-Braumeister Markus Trinker.

Getrunken wird dieses  „Wildshut Perlage“ genannte Bier übrigens aus dem Champagnerglas, und es harmoniert zu Ziegenfrischkäse, Kaviar, Austern oder Weintrauben.

Das Destillat von Sigl und Sporer  kann mit Bier aufgespritzt werden 

©Kolarik Andreas/Trumer/Trumer/Kolarik Andreas

Auch Josef Sigl vom Salzburger Konkurrenten Trumer hat sich diesen Sommer etwas einfallen lassen: Gemeinsam mit Michael Sporer von der gleichnamigen Likörmanufaktur kreierte Sigl ein Destillat mit Hopfen, der im Garten der Brauerei angebaut wird. Für fruchtige Noten sorgen 25 Kräuter, Orangenblüten sowie Zitronen- und Orangenschalen. Und: Ein wenig „Imperial Pils“ sorgt für eine hopfige Note.

Getrunken wird der "Sporer Hopfen" auf Eis oder gespritzt: Für den Sommer empfehlen die beiden Braumeister, dass der Drink nicht mit Sodawasser, sondern mit einem leichten, blumigen Bier gespritzt wird. Der Name für den Sommerdrink wird gleich mitgeliefert: Josef.

Trauben: Es muss nicht immer Champagner oder Wein sein

Bartolucci setzt auf Kombi aus Schaumwein und Orangenbitter 

©Chandon Garden Spritz

Um Zitrusfrüchte dreht sich auch alles beim neuen It-Sommergetränk aus Frankreich, wobei der bittersüße "Garden Spritz" schon vergangenes Jahr am Markt eingeführt wurde. Allerdings gab es im zweiten Pandemie-Jahr wenig zu feiern, also entschloss sich Champagner-Hersteller Chandon für eine große Kampagne diesen Sommer.

Der Aperitif aus argentinischem Schaumwein wurde mit Orangenbitter, Kräutern und Gewürzen aromatisiert.

Kellermeisterin Ana Paula Bartolucci: "Mein ’perfect match’ ist mit Sushi oder Sashimi. Andererseits passt der Aperitif aber auch sehr gut zu indischem Essen aufgrund der Kräuter und Gewürze." Als Sommerdrink wird der Schaumwein mit Eiswürfeln, Orangenscheiben und Rosmarinzweigen serviert.

Winzer Vincent Bründlmayer tüftelte an einem Verjus mit Koffein-Kick 

©Kernmayer Photography/Johannes Kernmayer/Bründlmayer

Etwas Neues aus den eigenen Trauben, aber keinen Wein, das wollte auch Vincent Bründlmayer: Jahrelang hat der Winzer aus Langenlois an einem alkoholfreien Traubengetränk getüftelt – herausgekommen ist ein Verjus (Traubensaft aus unreifen Trauben) gepaart mit Yuzu-Zitronen und Extrakten aus grünem Tee und Kaffee.

Auf dem Etikett des "Grapester" landete der Wiedehopf: ein Vogel, dessen Lebensraum immer kleiner wird und der dank Nistkästen auf dem Weingut angesiedelt werden soll.

Ein Stamperl trinken und etwas Gutes tun

Thomas Niederdorfer (r.) destilliert für den „Guten Geist“ Weizen-Mais und Waldhonig 

©We Make Stories/We Make Stories

Geschmacklich einem Gin ähnlich, aber auf einer Basis von Weizen und Mais gebrannt - das ist der "Guten Geist" aus dem Burgenland. Die Geschmacksaromen kommen von Waldhonig, Timutpfeffer, Melisse und Brombeerblatt. Hinter dem Produkt steht ebenso ein ökologischer Gedanke vom Start-up-Gründerteam um Eva Oberdorfer und Thomas Niederdorfer. In Kooperation mit „Eden Reforestation Projects“ wird für jeden Schluck „Guter Geist“ ein Baum gepflanzt.

Fakten

Für heiße Tage
Je höher die Temperaturen, desto höher steht der weiße G’spritzte in der Gunst der Österreicher, zeigen Umfragen. Ebenfalls beliebt ist der Aperol Spritz, allerdings nicht nur im Sommer

Alkoholfrei
Leicht, fruchtig und erfrischend – diese Kriterien sollten alkoholfreie Drinks im Sommer erfüllen. Diesen Effekt erreicht man auch mit kühlenden Kräutern, wie etwa Minze oder Basilikum

137 Liter Wasser
sind der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch des klassischen Durstlöschers. Erst auf Platz 3 liegt der Bierkonsum mit 106 Litern

Am beliebtesten
Österreich ist ein Land der Kaffeetrinker: Mit 145 Litern pro Kopf und Jahr (Stand 2019) liegt das Heißgetränk an der Spitze

Anita Kattinger

Über Anita Kattinger

Leidenschaftliche Esserin. Mittelmäßige Köchin. Biertrinkerin und Flexitarierin. Braucht Schokolade, gute Bücher und die Stadt zum Überleben. Versucht die Welt zu verbessern, zuerst als Innenpolitik-Redakteurin, jetzt im Genuss-Ressort.

Kommentare