Warum man bei Plachutta die Rindsuppe besser gleich isst

Bei dem Traditionswirten darf das, was nicht aufgegessen wird, nicht mehr eingepackt werden, behauptet ein Boulevardmedium. Stimmt so nicht, sagt der Lokal-Chef.

Der Bericht eines Wiener Boulevardmediums sorgt für Aufregung: Beim Wiener Traditionswirten Plachutta - weltberühmt für seinen Tafelspitz - dürfe man Speisen, die man nicht aufisst, künftig nicht mehr mitnehmen, heißt es in dem Artikel. Die Restln, die am Teller übrig bleiben, landen angeblich im Müll.

Allerdings: Das stimmt gar nicht. "So ein Blödsinn", sagt Chef Mario Plachutta auf unsere Nachfrage.

Ausgangspunkt der Geschichte ist die Beschwerde eines aufgeregten Gasts des Nobel-Lokals, der sein Gericht offenbar nicht mit nach Hause nehmen durfte. Es habe sich dabei um die Rindssuppe gehandelt, erklärt Mario Plachutta. Und zwar um jene Portion, die "aufgewärmt über längere Zeit hinweg im Topf vor dem Gast auf dem Tisch gestanden ist".

Qualität bei Plachutta im Vordergrund

Diese wollte (und könne) man dem Gast tatsächlich nicht einpacken, so Plachutta. "Eine Suppe, die mehrfach regeneriert wurde, lange auf dem Tisch stand, dann durch die Kälte nach Hause getragen wird und dort irgendwann wieder aufgewärmt wird, kann verderben. Das weiß jeder. Diesem Risiko setzen wir unsere Gäste nicht aus."

Alle anderen Gerichte - etwa Schnitzel oder das berühmte Rindfleisch - könne man sich natürlich einpacken lassen, sagt Plachutta zum KURIER. Auch die Suppe gibt es übrigens zum Mitnehmen: Und zwar dann, wenn man sie ganz normal als Take-Away bestellt.

Christoph Schwarz

Über Christoph Schwarz

Teamleiter Chronik Wien. Seit 20 Jahren als Journalist und Pressesprecher in der Medienbranche tätig, seit 2018 beim KURIER.

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