Tatsächlich ... Liebe

Schau ohne Au: Die besten Filme für die Festtage

Ob jung oder älter, Single oder Paar, Filmromanzen stehen zu den Festtagen hoch im Kurs. Das sind die besten Weihnachtsklassiker.

Tatsächlich wahr, wenn man sich so umhört, gibt es gar nicht wenige, für die das schönste Geschenk zu Weihnachten nicht unter dem Baum liegt - sondern aus dem Fernseher strahlt: "Tatsächlich ... Liebe" (2003), die vielschichtige Romanze aus dem vorweihnachtlichen London, hat den Brexit-Blues mit Bravour überstanden und erfreut mit ihrem Beziehungschaos par excellence nach wie vor.

Ein Premierminister (Hugh Grant), der Gefühle für seine Assistentin (Martine McCutcheon) hegt - und das ist nur eine der vielen Geschichten, die hier erzählt werden -, ist tatsächlich um einiges realistischer als das Märchen von einem smarten US-amerikanischen Buben, der sein britisches Erbe als "Kleiner Lord" (1980) antreten soll. 

Perfekt: Zu Weihnachten gehen sich beide Klassiker innerhalb von ein paar Tagen aus.

Tatsächlich ... Liebe, 23.12., 22.00 Uhr, ORF 1

Der kleine Lord, 25.12., 16:35 Uhr, ORF 2

Neben diesen beiden britischen Filmen darf an Weihnachten 2021 natürlich auch eine nicht fehlen: Sisi. Und das gleich in zweifacher Ausführung. "Sissi", das Original aus dem Jahr 1955 mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm, wird schon morgen, Donnerstag, um 20.15 Uhr in ORF2  ausgestrahlt. Die neue "Sisi" - mit Dominique Devenport und Jannik Schümann in den Hauptrollen - wird als sechsteilige Serie ab 28. Dezember in ORF 1 im Hauptabend gezeigt.

Notorische Weihnachtsmuffel fühlen sich womöglich besser von einem Actioner wie "Tödliche Weihnachten" (1996) abgeholt. Der moderne Klassiker mit Geena Davis in einer Doppelrolle als Kleinstadt-Mutti und Geheimagentin läuft etwa am 24. Dezember um 20.15 Uhr auf PULS 4.

Wer dieser Tage mehr Wärme ums Herz braucht, muss nicht verzagen. Der Streaming-Dienst Netflix hat mit den romantischen Komödien "Love Hard" und "Holidate" zwei Filme im Angebot, die absolut das Zeug zu neuen, modernen und vor allem zeitgemäßen Weihnachtsklassikern haben. 

"Holidate" mit Emma Roberts und Luke Bracey

©Netflix

"Holidate" mit Julia Roberts-Nichte Emma und Luke Bracey war bereits im Vorjahr willkommene Alternative zur mehrheitlich kitschigen Weihnachtskost. Vermutlich aber gibt es genügend Interessierte, die das Kleinod bei dem gerade auf Netflix überbordenden Angebot an "Saisonware" schlicht übersehen haben. 

Im Zentrum der Story stehen mit Sloane (Emma Roberts) und Jackson (Luke Bracey) zwei Dauersingles, die sich mit einem Pakt über die üble Feiertagszeit retten wollen: Ob X-mas, Silvester, St. Patrick's Day oder Hochzeiten, sie tauchen dort als Paar auf, um sich nicht länger den ständigen Verkuppelungsversuchen ihrer Familien auszusetzen.

Überraschung, natürlich funkt es im Finale dann doch! Aber bis dahin gibt es jede Menge Momente, in der Weihnachtsklischees - von den Ugly Christmas Sweater bis zum Gospelchor - genüßlich durch den Kakao gezogen werden.

"Love Hard" Der sympathische Mix aus funkelnder Weihnachtsdeko, charmanten Darstellern und pfiffigem Plot schaffte es vor Kurzem, im Nu zu den Top-10 der beliebtesten Netflix-Filme vorzustoßen. Die Story: Die attraktive Großstadtpflanze Natalie (Nina Dobrev) jobbt in einem Großraumbüro als Kolumnistin, die seit Jahren ihre schlechten Dates durchdekliniert. 

Per Dating-App lernt sie, die sich sonst zu Weihnachten "Die Hard" mit Bruce Willis reinzieht, plötzlich einen Typen kennen, der Mr. Perfect zu sein scheint: Josh (Darren Barnet). Er sieht gut aus, schreibt zusammenhängende Sätze und ist auch am Telefon nicht schmähstad. 

Das einzige Problem: Er wohnt ein paar Tausend Kilometer von Los Angeles entfernt in der Pampa. Aber es ist Weihnachten! Also düst Natalie zu ihm hin, ohne Vorwarnung natürlich. Blöd: Der Josh in echt schaut auf einmal gar nicht so aus wie der Josh von der Dating-App.

Selbst die betont unkitschigen Redakteure des Männermagazins "Esquire" waren davon voll angetan: "Love Hard fängt eigentlich an wie jede sehr sehr kitschige Weihnachtskomödie und wird mit jeder Minute doch irgendwie absurder."

Also, viel Spaß beim Schauen ohne Au. Und Frohe Weihnachten!

Bernhard Praschl

Über Bernhard Praschl

Bernhard Praschl, geboren 1961 in Linz. Als Stahlstadtkind aufgewachsen zwischen Stadtwerkstatt und Brucknerhaus. Studium der Politikwissenschaft und Publizistik an der Uni Wien. Zivildienst im WUK; 1989-1992 in der Die Presse, seit 1992 Redakteur im KURIER, seit 1995 in der FREIZEIT. "Seinfeld"-Fan der fast 1. Stunde und froh, dass Netflix im Oktober 2021 auch draufgekommen ist, diesen von 1989 bis 1998 entstandenen Kulturschatz ins Programm aufzunehmen. Nach frühen Interrailreisen durch Europa (Portugal bis Irland) und Autofahrten entlang der California State Route und dem Overseas Highway nach Key West jetzt wieder Bahnfahrer - und E-Biker.

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