Serie

"Munich Games": Wenn sich Geschichte zu wiederholen droht

50 Jahre nach dem Olympia-Anschlag von München greift eine Sky-Miniserie von "Fauda"-Autorin Michal Aviram das Thema auf.

Die Olympischen Sommerspiele von München, eigentlich ein Fest des Friedens, nahmen am 5. September 1972 eine schreckliche Wendung. Palästinensische Terroristen fielen in die Unterkunft der israelischen Mannschaft im Olympiadorf ein. Neun Geiseln und ein Polizist kamen ums Leben.

50 Jahre nach dem historischen Terroranschlag – der traurige Jahrestag wird ja in Kürze begangen – setzt die neue Sky-Thrillerserie „Munich Games“ an. Im Rahmen einer Gedenkfeier soll ein Freundschaftsspiel zwischen einem israelischen und einem deutschen Fußballklub stattfinden. Die Stimmung ist angespannt, vor allem auch, weil einige Tage vor dem Match ein anonymer User im Darknet ein bedrohliches Ego-Shooter-Video veröffentlicht, auf dem Pläne des Olympiastadions zu sehen sind, die nur Insidern zugänglich sind. Es wird ein neuerlicher Anschlag befürchtet.

Ein in Berlin stationierter israelischer Agent und eine deutsche LKA-Beamtin mit libanesischen Wurzeln werden daraufhin gemeinsam auf den Fall angesetzt. Der Israeli Oren Simon (Yousef Sweid) ist ein schüchterner, ziemlich nerdiger Computerspezialist, der durch alle Agentenklischees fällt. Maria Köhler (Seyneb Saleh) ist hingegen nicht auf den Mund gefallen und eine Frau der Tat. Sie bandelt mit einem verdeckt agierenden arabischstämmigen Informanten an, was an sich einen schweren Regelbruch darstellt.

Apropos Regeln: Oren hat als Mossad-Agent wesentlich mehr Methoden im Köcher, um gefährliche Probleme zu lösen, das spießt sich mit den ungleich strengeren Regeln der deutschen Kollegen. Aber auch sonst tun sich bis zum befürchteten Tag X immer wieder neue Herausforderungen auf, mit denen die Ermittler fertig werden müssen.

Das Leading Team der sechsteiligen Miniserie ist mit „Fauda“-Autorin Michal Aviram als Showrunnerin/Autorin und mit „Bahnhof Zoo“-Regisseur (Amazon) Philipp Kadelbach ausgezeichnet besetzt. Das merkt man der Serie, die wohldosiert die Spannung erhöht, auch an. 

Peter Temel

Über Peter Temel

Seit 2009 beim KURIER. Zunächst Entwicklung des Kultur-Themenangebots auf kurier.at. Später bei härteren Themen der Innen- und Außenpolitik angelangt, dann Aufbau und Gestaltung des Satire-Portals "KURIER mit Schlag". Aktuell wieder im Kulturbereich verankert und mit Freude TV-Tagebücher schreibend. Habe eigentlich immer "was mit Medien" gemacht, Geschichte und Philosophie studiert. Privat stehen Fußball, Skifahren, Wandern hoch im Kurs.

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