Horrorfilm "Barbarian": Grauen in der Airbnb-Unterkunft

Unterhaltsamer Horror rund um ein doppelt gebuchtes Ferienhaus mit Georgina Campbell, Bill Skarsgård und Justin Long bei Disney+.

Es ist finster und regnet in Strömen, als Tess (Georgina Campbell) endlich in ihrer Airbnb-Unterkunft in Detroit ankommt – nur um festzustellen, dass ihre Bleibe für die Nacht bereits besetzt ist.

Ein junger Mann (Pennywise-Darsteller Bill Skarsgård) öffnet ihr die Tür: Er stellt sich als Keith vor und beteuert, die Unterkunft für denselben Zeitraum gebucht zu haben. Die Vermieter sind nicht erreichbar, die Hotels in der Stadt wegen einer Veranstaltung belegt. Tess hat ein mulmiges Gefühl, doch sie beschließt zu bleiben. Was sich – natürlich – nicht als die beste Idee entpuppt.

Für Drehbuch und Regie des Horrorfilms „Barbarian“ (zu sehen bei Disney+) zeichnet Zach Cregger verantwortlich, der bisher vor allem im Comedybereich aktiv war. Zu „Barbarian“ hat ihn ein Sachbuch inspiriert, in dem es um Warnsignale geht, durch die Frauen potenzielle Gewalttäter erkennen sollen. Durch das Lesen sei Cregger erst bewusst geworden, dass er sich als Mann im Alltag über gewisse Dinge keine Gedanken machen müsse.

Und so beobachtet man Tess, wie sie Keiths Nettigkeiten analysiert, Getränke ablehnt, seinen Ausweis fotografiert. Doch „Barbarian“ entwickelt sich nicht, wie man vermuten würde – auch wenn einige Horrorfilmklischees vertreten sind. Unvermittelt wechselt die Perspektive zu Justin Long. Er spielt einen selbstverliebten Hollywood-Star, der gut gelaunt und lautstark singend im Cabrio durch die Landschaft braust, als er erfährt, dass eine Kollegin Übergriffsvorwürfe gegen ihn erhebt. Die Konsequenzen dessen bringen ihn in ein Haus nach Detroit ...

Der Horror im Film speist sich weniger aus Schreckmomenten, sondern einem sich langsam aufbauenden Gefühl des Grauens – mit einer guten Portion schwarzen Humors. MeToo ist eines der zentralen Themen. Auch wenn am Ende etwas schwammig bleibt, was Cregger dazu eigentlich sagen will – langweilig wird einem bei den zahlreichen Wendungen sicher nicht.

Nina Oberbucher

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