Filmkritik zu "Noch einmal, June": Eine zweite Chance ergreifen

Eine sehr berührende Tragikomödie erzählt von einer resoluten Matriarchin, die aus der Demenz erwacht und ins Lebenzurück kehrt

Von Gabriele Flossmann

Die Themen Alzheimer und Demenz waren in letzter Zeit auch im Kino sehr präsent. Jetzt wirft dieser kleine australische Film einen neuen, fast komödiantischen Blick auf die Krankheit.

Als June Wilton nach einem Schlaganfall wieder zu sich kommt, ist sie nicht mehr dieselbe. Eigentlich leidet die alte Dame an Demenz. Nun jedoch ist überraschend ein Zustand vollständiger geistiger Klarheit eingetreten. Die resolute Matriarchin will jetzt geraderücken, was in der Zwischenzeit schiefgelaufen ist. Sie findet sogar eine alte Liebe wieder, sie räumt Missverständnisse aus und klärt das Verhältnis zu ihren Kindern und Enkeln.

Der Fall rechtfertigt allerdings nicht (ganz) die Hoffnung, die er vermittelt. Eine so deutliche Verbesserung der Krankheit kommt kaum jemals vor.

Der australische Regisseur JJ Winlove inszeniert die Geschichte als Roadmovie im nostalgischen, goldfarbenen Straßenkreuzer durch die sommerliche australische Landschaft, dem man als Zuschauer gerne folgt. 

INFO: AU 2020. 99 Min. Von JJ Winlove. Mit Noni Hazlehurst, Claudia Karavan.

Nostalgisches Roadmovie im goldfarbenen Straßenkreuzer: "Noch einmal, June"

©Polyfilm

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