Filmkritik zu "Belle": Eine einsame Schülerin wird zum Online-Star

Zarte Teenage-Story über eine einsame Schülerin zwischen grauem Alltag und einer bunten Cyberwelt vom japanischen Anime-Künstler Hosoda Mamoru

Wenn die Realität gar zu trist wird, bleibt immer noch die Flucht in die Cyberwelt. „U“ nennt sich eine Internet-Community, die ihren Mitgliedern einen virtuellen Neustart verspricht.

Für die trübsinnige, japanische Teenagerin Suzu eröffnet „U“ ungeahnte Möglichkeiten. Sie nimmt als Avatar das Aussehen einer Sängerin namens Belle an und lockt mit ihrem Gesang unzählige Follower – aber auch Shitstorms an. Weiß ihre kluge Freundin: „Wer nur Positives hört, hat den Mainstream nicht erreicht.“

Kunstvoll konfrontiert der japanische Anime-Künstler Hosoda Mamoru („Summer Wars“) den Alltag eines Schulmädchens mit den Überangeboten einer virtuellen Welt zwischen Instagram und TikTok. Die „Realität“ von Suzu erfasst er mit vorwiegend handgezeichneten, detailschönen Animationen, während der Cyberspace in 3-D-gerenderten Bildern knallbunt-glänzend und hektisch erscheint. Zudem wirft Hosoda Elemente aus dem Disney-Musical „Die Schöne und das Biest“ in den Mix und erzählt berührend von Einsamkeit, Verlust und Selbstakzeptanz.

INFO: Japan 2021. 121 Minuten.Von Hosoda Mamoru. Mit der Stimme von Kaho Nakamura.

Trister Schulalltag: "Belle"

©Polyfilm
Alexandra Seibel

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Alexandra Seibel schreibt über Film, wenn sie nicht gerade im Kino sitzt.

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