Moritz Pröll: Vom Bastelkeller zum eigenen Design-Studio

von Angelika Gross

Mit gerade einmal 24 Jahren hat Moritz Pröll bereits sein eigenes Design-Label gegründet.

Zeichnungen, Malereien und kleine Skulpturen aus Speckstein: Bereits als Kind entdeckte Moritz Pröll seine Leidenschaft für kreatives Schaffen. Umso älter er wurde, umso mehr Zeit verbrachte er mit dem Gestalten. Zu Beginn vor allem mit Miniaturmodellen. Bald fehlten ihm dabei jedoch die Funktionalität und der Nutzen. Aus diesem Bedürfnis heraus fing er an, kleine Möbel zu bauen.

Moritz Pröll hat mit Anfang 20 sein eigenes Design-Label gegründet

©Moritz Pröll

Werkstatt auf neun Quadratmetern

Das Tischlerhandwerk brachte er sich selbst mithilfe von YouTube- Videos und durch Learning by Doing bei. Zu Geburtstagen und Weihnachten wünschte er sich spezielles Werkzeug, im Keller richtete er sich eine kleine Werkstatt auf neun Quadratmetern ein. „Das waren sehr beengte Platzverhältnisse für die Werke, die ich damals schon gemacht habe. Irgendwann habe ich gemerkt, dass das auf Dauer nicht mehr ausreicht“, erzählt der 24-Jährige.

Leidenschaft: Möbeldesign

Nachdem Pröll 2016 die Bautechnik-HTL in Linz mit Spezialisierung in Holzbau absolviert hat, um sich fundierte technische Kenntnisse anzueignen, merkte er jedoch schnell, dass seine wahre Leidenschaft im kreativen Bereich – insbesondere im Möbeldesign – liegt. Seine ersten Stücke, die er in abgewandelter Form noch heute in seiner Möbelkollektion ausstellt, schaffte er bereits während der Ausbildung. Als diese in seinem Umfeld gut ankommen, wuchs der Gedanke in ihm, sich selbstständig zu machen. „Studieren wollte ich nicht. Ich bin doch mehr der praktische Typ“, erzählt Moritz Pröll.

Mit seiner Kommode „Intersect“ hat Pröll 2019 bereits einen Design Award gewonnen 

©Moritz Pröll

2018 stand der Entschluss fest: Der damals 21-Jährige gründete sein eigenes Design-Label: Moritz Proell Design. „Ich wusste, ich habe gute Ideen, die Potenzial haben. Also wollte ich es einfach probieren. Mehr als schief gehen konnte es nicht.“ Von Website, Katalog und Fotos bis hin zu Designentwürfen, Ausführungsplänen und Prototypen machte der Jungdesigner alles selbst. Lediglich die Endfertigung lagerte er aus: „Die Produktion, vor allem bei den Kundenprojekten, fertigen Meisterbetriebe und Manufakturen.

Handwerk steht im Vordergrund

Egal, ob das eine Tischlerei oder Glaserei ist.“ Dabei achtet er darauf, dass es sich um „kleine Betriebe aus der Region handelt, bei denen das Handwerk noch im Vordergrund steht“, so Pröll. Die Ideen für seine Modelle holt sich der Oberösterreicher vor allem aus der Natur. Aktuellen Trends möchte er nicht folgen. „Ich schaffe lieber zeitlose Produkte, die nachhaltig sind.“ Für 2022 plant Pröll eine neue Kollektion für seinen Schauraum in Weißkirchen an der Traun, den er zu Beginn des Jahres eröffnet hat. Für die Zukunft wünscht er sich größere Projekte und mehr Bekanntheit.

Bücherregal „Astrapia“: Raumteiler und Bücherregal in einem

©Moritz Pröll

Über Angelika Gross

Angelika Groß, 26, ist seit 2020 beim Kurier und eine Expertin für die schönen Seiten des Lebens und Wohnens. Mit viel Trendgespür ist sie immer auf der Suche nach spannenden Designern, unentdeckten Künstlern oder tollen Einrichtungs-Ideen. Die größte Schwäche der Lifestylejournalistin sind jedoch die Vierbeiner. Über den Hund der Familie „Timmy“ schreibt sie auch manchmal in ihrer Kolumne „Mein Wohnen“.

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