Generation Muggel: Warum alle Millennials "Harry Potter" lieben

Am 1. Jänner gibt es ein Wiedersehen mit den Zauberern und Hexen von Hogwarts.

Es ist zu einem Running Gag auf Tiktok geworden: „Millennials sitzen in einer 1-Zimmer-Wohnung, wissen aber genau, welchem Hogwarts-Haus sie angehören.“ Die anhaltende Faszination für „Harry Potter“ in der Generation der 25- bis 40-Jährigen sorgt bei den Jüngeren regelmäßig für Spott im Netz. Nun wird der Hype durch ein TV-Special erneut befeuert.

Denn zwanzig Jahre nach der Premiere des ersten „Harry Potter“-Films gibt es erstmals ein Wiedersehen mit Harry (Daniel Radcliffe), Ron (Rupert Grinch), Hermine (Emma Watson) und anderen Hexen und Zauberern aus Hogwarts (siehe unten). Die Aufregung in den sozialen Medien war schon im Vorfeld spürbar – obwohl die Zielgruppe längst erwachsen ist und mittlerweile ihren eigenen Kindern aus den Büchern vorliest.

Gemeinsam aufwachsen

Das Potter-Universum wurde auch nach den Büchern und Filmen ständig erweitert. Eine Website (Pottermore), Filmstudiotouren, Spin-offs und Hogwarts-Mode hielten den Fan-Kult am Leben. „Harry Potter ist das popkulturelle Erbe dieser Generation“, sagt der Jugendkulturforscher Matthias Rohrer. Als 1997 das erste Buch und 2001 die erste Verfilmung erschien, waren viele Millennials im selben Alter wie Harry, Ron und Hermine.

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„Sie sind mit den Protagonisten aufgewachsen“, sagt Rohrer über die „Generation Muggel“ (wie Nicht-Zauberer in den Büchern heißen). Dies sei aber nicht der einzige Grund für das Phänomen. „Man sagt Millennials ja nach, dass sie eine Generation auf Sinnsuche sind. In Fantasy-Welten – wie später bei den ,Twilight’-Filmen – schaffen sie sich Fluchträume.“

Der „Harry-Potter-Effekt“ wurde sogar wissenschaftlich beleuchtet. So stellte der US-Politikwissenschafter Anthony Gierzynski in einer Umfrage fest, dass Potter-Fans tendenziell toleranter und diverser sind, sich eher politisch engagieren und Autorität ablehnen.

Wohl aus diesem Grund haben sich viele „Potterheads“ zuletzt von der Autorin Joanne K. Rowling abgewandt. Die Potter-Erfinderin hatte mit kritischen Äußerungen über Transfrauen auf Twitter für Kontroversen gesorgt. Dass auch sie beim Wiedersehen dabei sein durfte, war daher für viele die größte Überraschung.

Fakten

Entstehung
Ab 1997 erschienen sieben Bände von  JK Rowling, 2001 bis 2011 wurden die Bücher verfilmt

Wiedersehen
„Harry Potter 20th Anniversary: Return to Hogwarts“ läuft seit 1. 1. auf Sky

Julia Pfligl

Über Julia Pfligl

Seit 2014 beim KURIER, Ressort Lebensart

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