Wo Pistenraupen Walzer tanzen: Das Lachtal-Feuerwerk ist zurück!

Am Ende der Straße ist es oft am schönsten: Das Lachtal in der Steiermark ist so ein Ort. Außer zu Silvester, da ist Feuerwerk.

Das Ende der Straße ist immer ein privilegierter Ort. Dort ist es stets besonders, entweder entrisch oder einfach nur romantisch, manchmal einsam, aber immer schön. Deswegen haben jene Skigebiete schon einen geografischen Vorteil, die am Ende der Straße liegen, quasi Talschluss. Jene Skiorte, durch die sich eine Bundesstraße zieht, müssen sich mit Umfahrungen, Verkehrsberuhigungen oder Bewegungszonen herumschlagen, da müssen Endstraßenorte gar nicht lange nachdenken. Die Autos, die zu ihnen kommen, bleiben stehen.

Bis 2.222 Meter und damit über der Baumgrenze: das Skigebiet Lachtal.

©Halbhuber Axel

So ein Ort ist das steirische Lachtal. Dort stellen die Besucher ihr Brummbrumm für eine Woche vor dem Quartier oder zumindest für einen Tag auf den Parkplatz bei der Talstation. Dem kleinen Tal in den Wölzer Tauern, die zu den Niederen Tauern gehören, verleiht dieses „Sie haben Ihr Ziel erreicht“-Erlebnis große Ruhe, spätestens wenn die Tagesgäste nach Liftschluss wieder ausgeparkt haben.

Nur am 31. Dezember ist es hier auch abends laut. Da tanzen nämlich die Pistenraupen Walzer.

Beachtlich viele Off-Pist-Möglichkeiten im überschaubar großen Skigebiet.

©Halbhuber Axel

Seit 1987 gibt es im Lachtal den traditionellen Fackellauf zum Jahreswechsel, mit Feuerwerk. Als Michael Bubla 1999 das Präsidentenamt des Skiclub Lachtal übernommen hat, wollte er für den großen Millenniumssilvester etwas Besonderes machen. Und organisierte mit vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern ein viel größeres Feuerwerk. Damit war eine neue Tradition begründet, die mittlerweile bis zu viertausend Besucher anlockt. Und immer größer wurde: „Wir stießen mit den Möglichkeiten an eine Grenze, also habe ich die Pyrotechnikausbildung gemacht.“

Fackeln, Pistenraupen, Punsch und mehr

Das Feuerwerk wuchs und wuchs, dazu kam eine immer ausgefeiltere Choreografie der fünf Pistenraupen (von denen die Raketen teilweise sogar abgeschossen werden), sie tanzen zum Abschluss der knapp einstündigen Show-Walzer und verneigen sich zum Schluss mit einer rasanten Abfahrt über den Hang bei den Hebertliften. Fackeln umrahmen das Schauspiel, es gibt Punsch, Glühwein, Kulinarik. Eine Gaudi und mittlerweile ein modernes Brauchtum, zu dem Menschen aus der gesamten Region von Judenburg bis Murau kommen.

Einzigartig dabei ist, dass auch Besucherkinder eingebunden werden, zumindest alle, die schon Skifahren können: Um 17.30 Uhr versammeln sie sich beim Hebertlift, werden von Skilehrerinnen und Skilehrern mit Stirnlampen (früher mit Fackeln) ausgestattet und fahren im Dunklen (aufregend!) in Schlangenlinien den Hang hinunter (noch vor den tanzenden Pistenraupen!). Wieder eine Gaudi.

Im Lachtal gibt es ein tolles Kinderland und perfekte Hänge für Skianfänger.

©Halbhuber Axel

Zwei Jahre war jetzt Pause, heuer startet die Show wieder um 18 Uhr, danach steht man gerne beieinander, betont Bubla: „Nach den vergangenen Jahren müssen jetzt Gemeinsamkeit und Gemeinschaft gefördert werden.“ Aber wenn dann alle heimgehen, um das neue Jahr zu begrüßen, ist es wieder recht still, hier, am Ende der Straße.

Top 3

Feuerwerk/Fackellauf: 31. Dezember ab 18 Uhr bei den Hebertliften.  Kinder, die mitmachen wollen  (müssen Skifahren können), melden sich am besten am Vortag bei der Skischule Brunner: ski-lachtal.at

Skigebiet: bis über Baumgrenze (2.222m), sehr viele Offpist-Möglichkeiten, tolles Kinderland: lachtal.at

Programm: beleuchtete Rodelbahn (Info: Tel. 03581/8420); sehr schön gelegene 2,5 km-Loipe klassisch/Skating

Axel Halbhuber

Über Axel Halbhuber

Ich habe mir unter den Zweigen des Schreibens den Journalismus ausgesucht, um nicht über mich schreiben zu müssen. Und jetzt schreibe ich hier Zeilen zu meiner Vita. Es gibt im Leben Wichtigeres, das es zu beschreiben gilt. Eben das macht diesen Job spannend: gestern ein Interview mit den Klitschko-Brüdern, heute eine Reportage in einem Dorf für Demenzpatienten, morgen das Porträt über die wahre Biene Maja. Leben ist Vielfalt, auch das Berufsleben. Daher habe ich im Journalismus vieles gemacht: Wirtschaftszeitung bis Männermagazin, Online-Ressortleitung bis Gratismedium-Chefredaktion, Sportressort bis Societymagazin, Österreichwanderung bis Weltreise. Und bei aller Vielfalt ist das Reisen doch zu einem Steckenpferd geworden, auch durch meine Bücher „Ich geh dann mal heim“, „Einfach eine Weltreise“ und "Reisen ist ein Kinderspiel". Aber am wichtigsten war die Biografie über Helmut Kutin: "Wie aus einer zerstörten Kindheit ein gutes Leben wurde." Das muss wirklich jeder lesen!!!!

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