Was steckt hinter dem UFO-Landeplatz im Waldviertel?

In den 1980er-Jahren machte der UFO-Landeplatz im Waldviertel Schlagzeilen. Wir haben uns den Mythos angeschaut.

"Ein Ufo-Landeplatz im Waldviertel!" Der angebliche Landeplatz für Außerirdische sorgte in dem recht beschaulichen Örtchen Kautzen im Waldviertel damals für gehörig Wirbel. Wie aber entstand diese skurrile These? "Es war eine typische bsoffene Gschicht", bringt es Peter Handl, Bewohner des Nebendorfes Engelbrecht, lachend auf den Punkt. "Eine Gruppe Männer saß abends im Wirtshaus und hatte schon ein bisschen was intus, als das Ufo-Thema plötzlich aufkam. Und wie es der Zufall so will saß genau am Nebentisch ein Journalist einer österreichischen Zeitung, der die Geschichte am nächsten Tag natürlich zu Papier brachte", schmunzelt Handl.

Mythos kurbelte Tourismus an

Auch wenn der damalige Initiator des "Ufo-Landeplatzes", der Architekt Manfred Stein, nicht an seine eigene These glaubte, so kurbelte die Geschichte den Tourismus in der Region doch gehörig an. Zu sehen gibt es nämlich tatsächlich was: Den Platz des Skorpions. Betrachtet man den Platz aus der Vogelperspektive, erinnert die Anordnung der Steine an das Sternbild des Skorpions.

"Der Platz hat etwas Magisches"

Den Felsen sowie dem gesamten Platz spricht man eine energetische und heilsame Wirkung zu, was in den vergangenen Jahren nicht nur Ausflügler mit spirituellem Interesse angezogen hat. "Viele besuchen den Platz, um ihre Energie in Ausgleich zu bringen. Andere wollen sich die sagenumwobenen Steine einfach anschauen und die Gegend erkunden. Der Platz hat einfach etwas Magisches", sagt Peter Handl. Seit Jahren kümmert er sich um die Erhaltung des Platzes, kreiert Folder und hält Führungen.

Von Menschenhand gemachte Opferschalen?

Was macht die Granitsteine in der Anordnung des Skorpions nun so besonders? Einerseits ihre angebliche heilende Wirkung. Jedem Stein wird eine spezielle Wirkung nachgesagt. Das Warzenbündl etwa – es hat mehrere Schalen – soll Warzen heilen. Das Wasser aus dem Herrgottstein soll bei Augenschmerzen helfen. Andererseits wurden die Granitsteine wegen ihrer bizarren Formen und Mulden bekannt, die an Opferschalen erinnern. Wie entstanden diese Formationen? Im Waldviertel gibt es dazu unterschiedlichste Erklärungsansätze. Eine These geht davon aus, dass die Wasserbecken von Menschenhand geformt worden sind.

Eine andere besagt, dass Schmelzwasser im Sommer die Steine derart formte. Auch Verwitterungsprozesse könnten die Einkerbungen erklären. Durch das angesammelte Wasser, gepaart mit den pflanzlichen Substanzen, bilden sich Säuren, die die Becken im Granitstein langsam vergrößern. Kurioses Detail: In der Vergangenheit scheiterten gleich mehrere Versuche, die Wasserbecken auszutrocknen – sie füllten sich immer wieder mit Flüssigkeit!

Ob spirituell oder nicht – mach dir selbst ein Bild vom mystischen Platz des Skorpion! Es ist definitiv einen Besuch wert und bietet gleichzeitig auch eine wunderschöne Wanderoute abseits vom Mainstream. Zu Fuß ist der Platz sowie der angebliche UFO-Landeplatz über den 15 Kilometer langen Steinrundwanderweg von Kautzen aus zu erreichen.

Stephanie Angerer

Über Stephanie Angerer

Chronik-Redakteurin

Kommentare