Ausflugstipp für's Wochenende: Marillenblüte in der Wachau

Das rosa-weiße Blütenmeer zeigt sich nun etwa eine Woche lang in der Wachau. Das Wetter ist ideal für Ausflüge – sonnig mit Temperaturen von rund 19 Grad

Überblick

Anfahrtszeit

von Wien mit dem Auto in ca. 1 Std.

Wenn etwas Wunderschönes nur sehr kurz zu sehen ist, gewinnt es dadurch meist noch mehr an Wert. Wer sich davon selber überzeugen möchte, sollte an diesem Wochenende einen Ausflug in die Wachau unternehmen. Die Marillenbäume stehen da nämlich in Vollblüte. Aufgrund der milden Witterung wird die etwa eine Woche zu sehen sein.

„Die herangerauschten warmen Temperaturen haben die Blüte enorm beschleunigt“, sagt Franz Reisinger, Obmann des Vereins Wachauer Marille. Ungewöhnlich ist der Zeitpunkt für das Schauspiel aber nicht. Die Blüte war auch schon Mitte März zu sehen, meistens ist es Anfang April so weit.

Im Vorjahr waren die blühenden Bäume fast drei Wochen zu sehen, weil es so kühl und feucht war. „Da hat es sogar immer wieder geschneit zwischendurch“, erinnert sich Reisinger. Auch heuer war es einige Zeit eher kalt – was für die Marillenbauern gut war. Je später die Blühzeit, desto geringer die Gefahr von Spätfrost.

Franz Reisinger ist für die heurige Ernte zuversichtlich.

©Kurier/Gilbert Novy

Kälte als Gefahr

„Jetzt haben wir schon richtig darauf gewartet, dass die Knospen aufspringen. Da kann man direkt zuschauen“, so der Marillenbauer. Über einen möglichen Ertrag lässt sich so noch wenig sagen. Wie immer ist ein möglicher Spätfrost eine Gefahr für die Knospen. „Nervös sind wir da immer“, sagt Reisinger schmunzelnd. Der Blütenknospenansatz sehe bisher sehr gut aus. Viel Arbeit würde aber noch anstehen.

Um dem Schaden, den der Frost anrichten kann, zu minimieren, stellen viele Bauern Öfen im Obstgarten auf.

©APA/GEORG HOCHMUTH

Es habe bereits sehr tiefe Temperaturen im Raum Mautern und im Weinviertel gegeben. „Da dürfte es schon etwas erwischt haben, aber keine Wachauer Marillensorten.“

Das spielt insofern eine Rolle, als die Wachauer Marille die beliebteste Sorte ist und damit auch oft Schindluder betrieben wird. Daher ist es ratsam, als Kundin oder Kunde genau zu schauen: Nur jene Händler mit dem Gütesiegel „Original Wachauer Marille“ garantieren, dass es sich um die alte „richtige“ Sorte handelt.

Die Wachauer Marille gilt allgemein als saftiger, hat einen höheren Pektinanteil – eignet sich also besser zum Einkochen – und besitzt mehr Aroma.

Wer sich auf die Wege der Marille wagt, findet auf der Website marillenbluete.at – heuer erstmals – Tipps, an welchen konkreten Orten die Marillenblüte gerade am schönsten zu erleben ist. Doch auch für die gemütlicheren gibt es eine Möglichkeit: Auf wachauermarille.at sieht man via Live-Webcam die Blüte und muss nicht einmal die Couch verlassen.

Sonnig und warm

Dennoch ist das Wetter für einen Ausflug in die Region auf jeden Fall ideal. Am heutigen Freitag sowie am Wochenende ist es trocken und sehr sonnig. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 18, 19 Grad, heißt es von den Meteorologen vom Wetterdienst UBIMET.

In den Morgenstunden ist es allerdings noch eher frisch. Wer also schon früh – etwa mit dem Rad – aufbricht, sollte sich lieber warm anziehen. Zumindest bis Mitte der Woche bleibt es so warm. Danach werde es laut Meteorologen unsicherer. Vom Norden her könne noch einmal sehr kalte Luft kommen. Die Schönheit der Blüten sollte das allerdings nicht mehr beeinflussen.

Wer von der ganzen Pracht etwas Hunger bekommt, ist in der Region gut aufgehoben. Offen hat unter anderen Ferdl Denk in Weißenkirchen in der Wachau, das Weingut Stalzer, der Winzerhof Leonhartsberger in Dürnstein oder der Gasthof Prankl in Spitz. Dennoch stürmen wohl viele an diesem Wochenende die Wachau, eine Reservierung ist also notwendig.

Über Teresa Sturm

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