Spaß am Laufen: Zu Besuch am Huskyhof Waldviertel

Der Huskyhof Waldviertel bietet einmalige Naturerlebnisse an. Ob einfach nur wandern mit den Hunden oder sogar selbst einmal einen Schlitten lenken, alles ist möglich.

6 Hunde tummeln sich mittlerweile am Huskyhof Waldviertel.  Und die Alaskan und Siberian Huskys haben eigentlich nur eines im Kopf: rennen. "Sie brauchen Auslauf Ende nie, weil sie Sportler sind", erklärt Roman Brunner, der den Familienbetrieb in Alt-Nagelberg, nahe der tschechischen Grenze leitet. Der Husky ist am glücklichsten, wenn er sich bewegen darf. Schließlich ist Rennen das, wofür er gezüchtet wurde. 

Brunner bietet auf seinem Huskyhof Naturerlebnisse der besonderen Art an. Man kann ganzjährig in die Welt der Schlittenhunde eintauchen. "Meine Eltern haben bereits vor 30 Jahren den ersten Husky gehabt. Dann kam ein zweiter dazu, ehe man sich’s versieht kommt noch einer dazu, dann sind es plötzlich sechs und so weiter", sagt Brunner und schmunzelt. "Die Hunde haben wir teilweise von Profi-Sportlern gekauft, teilweise sind sie aus dem Tierheim, weil ich finde, alle Hunde haben eine zweite Chance verdient." 

2012 hat Brunner begonnen, auch Gästen Schlittenfahrten mit den Hunden anzubieten, seit 2014 macht er es zusammen mit seiner Schwester Mia, die so wie er Musher ist (so nennt man den Menschen, der ein Hundeschlittengespann lenkt), professionell.  "Das Waldviertel ist sicher das Mekka für Schlittenhunde. Aber wir sind die einzigen, die das hauptberuflich machen. Und wir sind ein vom Veterinär-Amt ausgezeichnetes Vorzeige-Unternehmen. Auch das unterscheidet uns von anderen Anbietern“, sagt er stolz. 

Rennen, rennen, rennen. Der Schlitten hat neun Kilogramm und quasi null Widerstand. Da genügen drei bis vier Hunde

©Roman Brunner

Große Katzen

"Huskys sind wie große Katzen, sehr selbstständig", sagt Brunner. "Sie sind auch im Rudel besser und leichter zu führen wie etwa Schäferhunde." Mit der richtigen Fütterung und dem richtigen Training könne man einen Husky super aufbauen, so der Waldviertler. "Die rennen dir am Tag bis zu 100 Kilometer, bei einem Kalorienverbrauch von 10.000." Auch bei der Haltung der Hunde wird nichts dem Zufall überlassen. "Wir schauen, dass immer zwei Freunde gemeinsam ein Gehege haben, das muss passen. Es muss aber auch die Nachbarschaft passen. Da sollte man darauf achten, dass die Hunde, die sich besser verstehen, auch zusammen sind. So baut sich dann auch kein Frust auf und es funktioniert harmonisch miteinander."

Der Mensch ist der Chef im Rudel. Roman Brunner hat seine 36 Huskys immer im Griff 

©Roman Brunner

Lehrreiche Action

Um Zeit mit den Huskys zu erleben, muss man selbst nicht unbedingt der große Hundefreund sein. "Wenn man sportlich ist und die Natur liebt, ist man bei uns genau richtig." Der Huskyhof bietet Erlebnisse für Gäste, die sich für Huskys interessieren oder einfach einmal Action erleben wollen. So gibt es Husky-Wanderungen, Schlittenfahrten oder auch Musher-Kurse für Anfänger. Wenn kein Schnee ist, sind am Trainingswagen meistens 10 bis 12 Hunde und auch 2 Gäste haben Platz. "Das Ganze hat dann ein Gesamtgewicht von gut 350 Kilogramm. Wenn das Werkl einmal rollt, ist es natürlich viel leichter, 10 Hunde haben eine unbändige Kraft – da geht schon was weiter", sagt Brunner. Im Winter gibt es Schlitten mit Kleinstgruppen – vier Personen sind optimal. "Es kommt auf das Gewicht der Gäste an, wir fahren dann mit 2, 3, maximal 4 Hunden. Der Schlitten hat neun Kilogramm und quasi null Widerstand. Da brauchen wir nicht mehr Hunde einspannen."

"Huskys sind Sportler, gezüchtete Sportler. Sie wollen einfach nur rennen."

©Roman Brunner

Weitere Husky-Erlebnisse in Niederösterreich

Neben dem Huskyhof Waldviertel gibt es auch noch einige andere Anbieter von Schlittenhundefahrten:

Huskyranch Waldviertel in Friedersbach 
www.huskyranch.at  
Husky-Stadl in Allentsteig
www.husky-stadl.at 
Snowdragons Husky Team in Wenzersdorf (Weinviertel)
snowdragons.at

Oliver Scheiber

Über Oliver Scheiber

Geboren im Salzburger Pinzgau hat es mich zwecks Studium nach Wien verschlagen. Seit 2004 beim Kurier, zuerst in der Chronik als Producer und Gerichtsberichterstatter tätig, später Chef vom Dienst. Seit 2016 im Ressort Thema, seit September 2020 Ressortleiter.

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