Stupa für den Frieden: Bin ich noch bei Wien oder schon in Asien?

Mitten im Weinviertel und doch aus einer anderen Welt: Ein Buddhistischer Tempel bei Grafenegg lädt zur Meditation ein.

Der Pfad der Erleuchtung mag ein endloser sein. Auf einem Hügel inmitten der Weingärten bei Grafenegg aber sind es lediglich 39 Stufen, die Besucher von Buddha trennen. Schon einmal ein guter Anfang.

Stupa nennt sich das runde, idyllisch gelegene Bauwerk, das seit zweieinhalb Jahren eine gut 700 kg schwere Buddhastatue beherbergt. Ein buddhistischer Tempel also, ein Symbol des Friedens. Nach buddhistischer Vorstellung bringt der Stupa jenen Glück, die ihn sehen, ihn im Uhrzeigersinn umrunden oder in seiner Nähe meditieren.

Gerade in Zeiten wie diesen ein schönes Ausflugsziel.

Aber wie kommt dieses Bauwerk bloß ins Weinviertel?

Die 700 kg schwere Buddhastatue

©Bernhard Praschl

Treibende Kraft hinter dem Projekt ist der buddhistische Mönch und Gelehrte Bop Jon Sunim Tenzin Tharchin. Er stammt aus Korea, lebt seit mehreren Jahrzehnten in Europa und war bereits Initiator des 1993 eingeweihten Stupas in Zalaszanto/Ungarn.

Ein kleiner Parkplatz steht bereit. Spenden für die privat finanzierte Initiative sind erbeten. Besucher sind ausdrücklich willkommen. Bop Jon Sunim: "Wir freuen uns, wenn unsere Gäste hier die Zeit und die Ruhe für Meditation und Gebet in Stille finden."

In der Bauphase mussten die Betreiber dieses Friedensdenkmals mit allerlei Überraschungen umgehen: Protesten und auch Störaktionen. "Es hat sich alles beruhigt und manche der Gegner kommen und sagen, wie schön der Stupa ist. Wenn sie das schon vorher gewusst hätten!", meint Elisabeth Lindmayer vom Stupa-Institut.

 

Stupa für den Frieden

Das 33 Meter hohe und weithin unübersehbare Bauwerk mit einem Durchmesser von 30 Metern steht inmitten der Weingärten zwischen Grafenegg und Grafenwörth.

Bop Jon Sunim, spiritueller Leiter des Stupa, freut sich über einen Besuch.

Öffnungszeiten: FR 10-16 Uhr, SA 10-17 Uhr, SO 10-18 Uhr, Feiertag 10-16 Uhr

Adresse: Wallner-Vetter-Gasse

3484 Grafenwörth

Anfahrt von Wien ca. 1 Stunde via A1 u. S33 oder A22 u. S5 oder B1 u. S5

©Friedensstupa
Bernhard Praschl

Über Bernhard Praschl

Bernhard Praschl, geboren 1961 in Linz. Als Stahlstadtkind aufgewachsen zwischen Stadtwerkstatt und Brucknerhaus. Studium der Politikwissenschaft und Publizistik an der Uni Wien. Zivildienst im WUK; 1989-1992 in der Die Presse, seit 1992 Redakteur im KURIER, seit 1995 in der FREIZEIT. "Seinfeld"-Fan der fast 1. Stunde und froh, dass Netflix im Oktober 2021 auch draufgekommen ist, diesen von 1989 bis 1998 entstandenen Kulturschatz ins Programm aufzunehmen. Nach frühen Interrailreisen durch Europa (Portugal bis Irland) und Autofahrten entlang der California State Route und dem Overseas Highway nach Key West jetzt wieder Bahnfahrer - und E-Biker.

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