Auf den Serien-Spuren von "Emily in Paris"

Zum Start der neuen Staffel: Diese Drehorte in der französischen Hauptstadt wurden zu Touristenmagneten.

Der kleine Platz unweit des Panthéon ist nett, aber angesichts der Dichte an Sehenswürdigkeiten in Paris ziemlich unspektakulär: Ein Springbrunnen, eine portugiesische Buchhandlung und eine Boulangerie, viel mehr hat der kopfsteingepflasterte Place de l’Estrapade mitten im Studentenviertel nicht zu bieten. Dennoch versammeln sich hier tagtäglich junge Touristinnen, werfen sich in Pose und lassen sich von ihren (männlichen) Begleitungen vor dem alleinstehenden Wohnhaus am Ende des Platzes fotografieren. Man wirft einander lächelnde Blicke zu. Natürlich sind alle aus demselben Grund hier. Und der heißt: Emily Cooper.

Die Protagonistin der Netflix-Hit-Serie „Emily in Paris“, dargestellt von Lily Collins, hat sich seit 2020 in die Herzen der Millennials gespielt. Zu Beginn der Serie wird die Social-Media-Expertin von ihrer Heimatstadt Chicago nach Paris geschickt und erlebt – viele Klischees inklusive – erst mal einen amerikanisch-europäischen Kulturschock. Etwa, als sie ihr charmantes Substandard-Apartment im vierten Stock ohne Lift bezieht – in jenem Wohnhaus am Place de l’Estrapade, das durch den Erfolg der Serie zum beliebten (Instagram-)Fotomotiv avanciert ist.

La Maison Rose wurde zum Insta-Hotspot

©Julia Pfligl

Der Hype erinnert an „Sex and the City“ aus den späten Neunzigern und das Wohnhaus von Carrie Bradshaw, das Serien-Fans bis heute in Scharen ins West Village von New York City lockt. Die ähnlich extravagant gekleidete Emily gilt als Nachfolgerin Carrie Bradshaws, und ihr Haus ist nicht der einzige Drehort in der französischen Hauptstadt, der nun in den Fokus junger Reisender rückt. Auffallend viele Selfie-machende Touristinnen trifft man auch am versteckten Place de Valois in der Nähe des Louvre. Hier befindet sich die Marketingagentur, für die Emily arbeitet. Einen Spaziergang (besser nicht in High Heels wie Emily) entfernt liegt der hübsche Jardin du Palais Royal, wo sich Emily und ihre neue Freundin Mindy zum Lunch auf der Parkbank verabreden. Ach ja, den Eiffelturm gibt es natürlich auch noch: Die beste Sicht bietet sich vom Café de l’Homme, das in der ersten Staffel einen Auftritt hat.

Auch im Künstlerviertel Montmartre liegt Emily-Flair in der Luft. Die sich zur Basilika hinaufschlängelnde Rue de l’Abreuvoir wird in einer Folge als „schönste Straße von Paris“ bezeichnet (zu Recht!). Am Ende der Straße befindet sich das Restaurant Maison Rose, das mit seiner rosa Retro-Fassade wie gemacht ist für die Generation Instagram. Der Nachteil: Seit Emily hier gespeist hat, bekommt man nur schwer einen Tisch und muss sich erst einmal durch eine fotografierende Menschentraube drängen.

Ein Schicksal, das bald noch mehr Pariser Locations ereilen könnte. Ab 21. Dezember ist die lang erwartete dritte Staffel von „Emily in Paris“ auf Netflix abrufbar. Viele neue spektakuläre Outfits sind vorprogrammiert. Neue „Places to be“, mehr oder weniger spektakulär, ebenso.

Top 3

Essen: Das Restaurant Le Flore en l’Ile auf der Ile Saint-Louis ist eine Pariser Institution, lohnt einen (Brunch-)Besuch und kommt gleich in der ersten Episode von „Emily in Paris“ vor. lefloreenlile.fr
Entdecken: Geführte Touren zu den Drehorten bietet u. a. Guide Fabien. emilyinparistour.fr
Wohnen: Das coole Hotel French Theory liegt nahe des Jardin du Luxembourg, wo Emily joggt. frtheory.com

Julia Pfligl

Über Julia Pfligl

Seit 2014 beim KURIER, Ressort Lebensart

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