Keine Männer ohne Nährwert
Was wir von den Millenial-Girls lernen sollten
Ich hab ihn lieb, sehr lieb“, sagte die dreadlockige Endzwanzigerin auf meinem Balkon, „aber ganz ehrlich, der Mann hat für mich einfach keinen Nährwert mehr.“ – „Was ist mit dem Dude?“, fragte der Fortpflanz, „arrested development?“ Man braucht ja heutzutage Untertitel für die Millennials, außer man hat sich Netflix-Serien wie „Stranger Things“ reingepfiffen und dort sein Wortschätzchen erweitert. „Total flache Lernkurve“, sagt die Balkon-Bellezza (die lobende Bemerkung über deren Äußeres darf ich natürlich nicht laut sagen, denn sofort würde das Kind mich sexistischer Reduktion bezichtigen), „keine Chance, dass der Typ sich irgendeinen Zentimeter weiterbewegt – null Ambitionen, nada Selfcare, ich bin eben noch nicht reif für die Mutterschaft, um mich da educationwise irgendwie reinzuhängen.“ – „I hear you, sis“, sagt das Kind mit ernster Miene, „verabschiede dich liebe- und respektvoll, aber move on.
Männer, die zwar cute schauen, aber nichts geben können, sind Attacken auf unsere wertvolle Lebenszeit. Infantilität war gestern, Augenhöhe heißt die Parole!“ Ich bin tatsächlich sehr beeindruckt. Meine Freundin K und ich, die wir diese Beziehungssondierungs-Balkoniaden vom Wohnzimmer aus belauscht haben, schütteln voller Anerkennung für diese „Mein Zeitpensum ist kein schwarzes Loch und deswegen lieber gleich Tabula-rasa“-Zielgerichtetheit der nächsten Generation die Köpfe.
„Wahnsinn“, sagt sie, „was haben wir für kostbare Zeit mit Toxikern verschwendet, in der Hoffnung, dass sich irgendetwas ändern könnte.“ – „Me too“, seufzte ich nur. Und barst innerlich vor Stolz, dass die Fortpflanz-Truppe offensichtlich so effizienzerotisch drauf war, dass sie Loser, notorische Leistungsverweigerer und andere „Der-ist-ein-solches-Opfer“-Facetten des anderen Geschlechts einfach in die rote Zone kippten. Von mir hat sie’s definitiv nicht.
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