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Die "Beatles" studieren: Lehrgang startete jetzt in Liverpool

Ingrid Teufl

von Ingrid Teufl

In der Heimat der berühmten Band wird deren Erbe jetzt auch wissenschaftlich beleuchtet. Was die Studenten dabei lernen.

Mit den Beatles lassen sich nicht nur Touristen nach Liverpool locken, sondern neuerdings auch Studenten an die Uni. In der Heimatstadt der "Fab Four" startete jetzt ein Beatles-Lehrgang und die Dozentin Holly Tessler verfolgt durchaus eine Mission, berichtet die dpa.

Der durchaus einzigartige Master-Lehrgang trägt den programmatischen Titel „The Beatles: Music Industry and Heritage“  - übersetzt Musikindustrie und Kulturerbe. Wer allerdings glaubt, es ginge dabei ausschließlich um Musikhören oder Sightseeing, sollte das Studium nicht unbedingt in Erwägung ziehen.

Und so räumt Tessler gleich mal mit Vorurteilen aufräumen. „Die Leute hören das Wort Beatles und denken, dass es wie ein Kneipenquiz ist oder dass wir “Sergeant Pepper„ hören und uns erzählen, wie toll das Lied ist“, sagt sie im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Dafür braucht niemand einen Studienabschluss.“

Vorherrschende Beatles-Meinung hinterfragen

Der Dozentin geht es um mehr. Ziel sei, das vorherrschende Denken über die Band in Frage zu stellen - umso mehr, da Zeitzeugen älter werden. Von den vier Beatles leben noch zwei: Der geniale Songschreiber Paul McCartney wird nächstes Jahr 80, Drummer Ringo Starr 82. Experten erzählen hinter vorgehaltener Hand, die Erinnerung der Bandmitglieder ändere sich durchaus je nach Tagesform oder Laune.

Tessler ist gebürtige Amerikanerin, aber vermutlich eine würdige Lehrende. Sie verpasst selbst keinen McCartney-Auftritt, nähert sich den Beatles aber auch wissenschaftlich. Sie will vorbeugen und ein wissenschaftliches Beatles-Netzwerk spannen, um eine objektive Geschichtsschreibung zu gewährleisten. Der Studiengang ist ein Teil davon, kommendes Jahr soll eine Zeitschrift erscheinen. Im Blick ist dabei auch die gesellschaftliche Rolle der Beatles, deren Einfluss auf Kultur und Mode der 1960er Jahre immens war.

Die zehn Studentinnen und Studenten, die sich für das erste Semester eingeschrieben haben, sind zwischen Anfang 20 und Ende 60. Einige sind längst im Berufsleben verankert oder haben es bereits hinter sich.Auf jeden Fall sind sie aber große Beatles-Fans. Eine frühere Hochschuldozentin aus den USA zog etwa für das Studium nach Liverpool, zwei Teilnehmer nannten ihre Söhne Jude - nach dem Klassiker "Hey Jude".

Kulturwissenschaftlich geprägt

Ihr Fan-Wissen wird ihnen während des Studiums sicher helfen. Dozentin Tessler umschreibt den kulturwissenschaftlich geprägten Lehrplan so: „Wir betrachten, wie Liverpool sein Beatles-Erbe mit seinem breiteren Kultursektor in Einklang bringt und mit ihm arbeitet“, erklärt die Dozentin. Doch bei der Theorie soll es nicht bleiben. In praktischen Arbeiten sollen neue Beatles-Routen durch Liverpool geplant oder ein Beatles-Event geplant werden.

Der Unterricht findet zwischen Klassenzimmer und Sehenswürdigkeiten wie der Straße Penny Lane statt: Als Aufgaben erarbeiten die Studenten eine Beatles-Route durch Liverpool oder planen ein Beatles-Event.

Vorbild für Salzburg?

„Es ist kein Abschluss, der die Beatles feiert, sondern die Beatles, den Tourismus und die Kulturerbe-Branche von Liverpool als Vorlage für andere Orte nutzt, die für ein kulturelles Phänomen bekannt sind.“ Das Modell des Lehrgangs wäre da durchaus ausbaufähig. Auch in Österreich. Etwa, wenn sich Salzburg eingehend seinem berühmtesten Sohn Wolfgang Amadeus Mozart widmen würde.

Ingrid Teufl

Über Ingrid Teufl

Redakteurin im Ressort Lebensart. Schwerpunkt Gesundheit, Wellness, Lifestyle, Genuss. Seit 1997 beim KURIER, Studium Geschichte/Publizistik, Germanistik, Politikwissenschaften [Mag.phil.] Mag Menschen, Landschaften und Dinge, die gut tun, gut schmecken, gut riechen, neu sind.....und darüber schreiben.

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