Neues Cobenzl-Lokal: Endspurt am Hausberg

In wenigen Monaten eröffnet die „Weitsicht Cobenzl“ mit frei zugänglicher Terrasse.

Dass sich am Cobenzl etwas tut, das ist unübersehbar. Im Kleinen macht sich das gegenüber des städtischen Weinguts am sogenannten Landgut Cobenzl bemerkbar.

Seit knapp einem Monat ist der Bauernhof, der von der MA 49 betrieben wird, wieder für Besucher geöffnet. Neben Schweinen und Kaninchen kann man dort derzeit auch Lämmchen und Zicklein streicheln.

Noch viel mehr ist an der Geländekante los: Dort befindet sich die Großbaustelle für das neue Schloss-Restaurant, das zusehends Form annimmt.

Eröffnung im Frühherbst

Weitsicht Cobenzl“ wird die Anlage künftig heißen. Betreiben wird sie Szene-Gastronom Bernd Schlacher, der unter anderem das Restaurant Motto am Fluss und das Hotel Motto sowie die Bäckerei Motto Brot in der Mariahilfer Straße aufgezogen hat.

Er zeigt sich im Gespräch mit dem Baufortschritt am Cobenzl zufrieden: „Wir sind im Plan. Im Frühherbst werden wir hoffentlich aufsperren können“.

Dennoch bleibt Schlacher vorsichtig: „Wie man weiß, kann auf einer Baustelle immer Unvorhergesehenes passieren. Somit ist es einfach noch zu früh, um ein genaues Datum nennen zu können.“

Mit Unvorhergesehenem kennt sich Schlacher bestens aus: Ursprünglich hätte der Unternehmer Martin Rohla dem Schloss-Restaurant neues Leben einhauchen sollen. Er sprang aber wegen Corona ab – und Schlacher relativ kurzfristig ein. Vor fast genau einem Jahr wurde schließlich der Grundstein für die „Weitsicht Cobenzl“ gelegt.

Mix aus neu und alt

Schlacher fungiert bei dem Projekt als Pächter. Finanziert wird es mit rund 20 Millionen Euro von einem externen Investor. Die Stadt übernimmt davon 2,5 Millionen Euro an Mehrkosten, die aufgrund der Corona-Krise entstanden. In 30 Jahren geht das Objekt in den Besitz der Stadt über.

Die Gebäude vor der Restaurierung

Die Gebäude sind in die Jahre gekommen. 

©Kurier/Gerhard Deutsch

Und auf welche Neuerungen kann man sich nun einstellen?

Das desolate Rondell-Café wurde abgerissen, es wird auf den historischen Grundfesten neu errichtet. Schloss und Meierei bleiben erhalten. Die bestehenden Gebäude werden durch „neue Bauten, Brücken und Bühnen“ ergänzt. Auf diese Weise sollen Säle für Veranstaltungen entstehen.

Zudem ist eine Aussichtsterrasse geplant. Das Besondere an ihr: Sie wird nicht nur für „Weitsicht Cobenzl“-Gäste, sondern für alle zugänglich sein.

Turbulente Geschichte

Schlachers Einstieg am Cobenzl dürfte übrigens der Schlusspunkt in einem langen Gezerre um die Wiederbelebung der Anlage sein. Mit dem ehemaligen (und mittlerweile verstorbenen) Pächter Olaf Auer hatte die Stadt ihre liebe Not.

Historie des Bergs

Hausberg
Der Reisenberg, im Volksmund Cobenzl genannt, ist 382 Meter hoch. Er gehörte einst den Jesuiten. Nach 1773 kam er in den Besitz von Johann Philipp Graf Cobenzl, er ließ das dortige Landhaus zu einem Schloss umgestalten. Im 19. Jahrhundert wurde dieses zum Hotelrestaurant umgebaut. 1907 kaufte die Stadt das Areal, baute ein  Café dazu und schuf so einen Ausflugsort. 

Städtische Betriebe
Am Cobenzl befinden sich Wein- und Landgut der Stadt. 

2012 kündigte sie Auer den Pachtvertrag, wogegen sich dieser vor Gericht wehrte. 2017 wurden Schloss und Café schließlich zwangsgeräumt. Darauf folgten Zwischennutzungen – und die letztlich lange Suche nach einem fixen Pächter.

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