"Inspiring Women": Wie Frauen mit Barbiepuppen geehrt werden

Primatenforscherin, Journalistin oder Aktivistin: Die bekannteste Spielzeugpuppe der Welt schlüpft regelmäßig in die Rolle starker Frauen.

Was haben Jane Goodall, Queen Elizabeth II und die Schauspielerin und LGBTQ-Aktivistin Laverne Cox gemeinsam? Neben einer beeindruckenden Biographie und ihrer internationalen Fangemeinde seit neuestem auch eins: eine Barbie-Puppe.

1959 auf den Markt gebracht, ist diese ein wahrer Evergreen im Kinderzimmer. Eltern und Erziehungsberechtigte werfen der dauershoppenden, modewussten Puppe jedoch auch vor, unerreichbare Schönheitsideale zu reproduzieren. Extrem groß, extrem schlank, extrem blond: Dafür stand Barbie Großteil ihres Lebens. In den letzten Jahren hat die wohl berühmteste Puppe der Welt jedoch einen Imagewandel erlebt.

Statt blonder Mähne, endlosen Beinen und einer Wespentaille, die im realen Leben nicht zum Überleben taugen würde, wurde für Hersteller Mattel Vielfalt zum Stichwort. 

Hidschab und Glatze

Heute gibt es Transgender-Barbies, eine Barbie, die einen Hidschab trägt oder Curvy-Barbies mit breiteren Hüften. Auch eine Barbie mit der Weißfleckenkrankheit Vitiligo, eine ganz ohne Haar oder ein Ken mit Langhaarfrisur wurden bereits auf den Markt gebracht. 

Die beliebte Spielzeugpuppe soll aber nicht nur für ihr Aussehen, sondern auch für ihre Errungenschaften bekannt sein. Mit der "Inspiring Women"-Reihe würdigt Mattel "unglaubliche Heldinnen ihrer Zeit; mutige Frauen, die Risiken eingingen, Regeln änderten und den Weg für Generationen von Mädchen ebneten, um größere Träume als je zuvor zu verwirklichen".

Aktivistin

Die Reihe besteht aus historischen und modernen Figuren. Darunter Aktivistinnen, Schriftstellerinnen und Journalistinnen. So etwa Ida B. Wells, die 1862 in die Sklaverei hineingeboren wurde, und sich Zeit ihres Lebens unter anderem für Bürgerrechte und das Frauenwahlrecht stark machte. Sie wurde Anfang des Jahres in die Reihe inspirierender Frauen aufgenommen.  

©via REUTERS/MATTEL, INC

Neuester Zugang in der Reihe inspirierender Frauen ist nun die Primatenforscherin Jane Goodall. Pünktlich zum Weltschimpansen-Tag bringt der Spielzeughersteller das Sammlerstück aus recyceltem Plastik auf den Markt (mehr dazu hier). 

Kollektionen

In der ersten "Inspiring Women"-Kollektion, die pünktlich zum Weltfrauentag 2018 auf den Markt gebracht wurde, waren unter anderem die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo, die amerikanische Flugpionierin Amelia Earhart oder Filmemacherin Patty Jenkins vertreten. Seitdem erweitert Mattel die Serie in regelmäßigen Abständen. 

Neben Jazzmusikerin Ella Fitzgerald, Astronautin Sally Ride und und Bürgerrechtsaktivistin Rosa Parks, wurde bereits Helen Keller, der ersten tauben und blinden Person, die ein Studium abgeschlossen hat, und der afroamerikanischen Autorin Maya Angelou Tribut gezollt. Auch die ehemalige US-Tennisspielerin Billie Jean King und die ehemalige First Lady Eleanor Roosevelt sind als Barbies vertreten.

Trans-Barbie

Im Jahr 2021 brachte Hersteller Mattel außerdem eine Reihe von Barbie-Puppen heraus, die an die Helferinnen an vorderster Front während der Pandemie erinnerten, darunter die Oxford-Wissenschafterin Sarah Gilbert, die Frau, die den Impfstoff von AstraZeneca mitentwickelt hatte. 

Um ein Zeichen für Inklusion und Diversität zu setzen, wurde unlängst die Schauspielerin, Produzentin, Autorin und Aktivistin Laverne Cox zu ihrem 50. Geburtstag mit einer eigenen Barbie geehrt. Es ist die erste Barbie, die von einer Trans-Frau inspiriert ist und trägt ein dunkelrotes Korsett, einen Tüllrock und ein glitzernde Hosenstiefel. 

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