Serie

Greta Thunberg erklärt, warum sie die Politiker anschreien muss

Peter Temel

von Peter Temel

Die dreiteilige Doku "Ein Jahr, um die Welt zu verändern" auf Sky zeigt Klima-Aktivistin Greta Thunberg bei ihrem unnachgiebigen Kampf gegen die Erderwärmung.

„Ich heiße Greta. Ich bin 15 Jahre alt und streike fürs Klima“ – so begann 2018 vor dem Parlament in Stockholm eine unglaubliche Geschichte. Von 2019 bis 2020 begleitete die BBC die schwedische Klima-Aktivistin, als sie sich eine Auszeit von der Schule nahm, um ihre Mission voranzutreiben. Die dreiteilige Doku „Ein Jahr, um die Welt zu verändern“ ist nun auf Sky Nature zu sehen.

Mit Vater Svante fuhr sie im E-Auto durch Nordamerika. Auf dem Weg zur UN-Klimakonferenz in Chile traf sie Forscher, die das Schmelzen der kanadischen Gletscher erklären sowie Betroffene verheerender Waldbrände in den USA.

Auch die gefährliche Atlantik-Überfahrt mit dem Segelboot wird gezeigt. Thunberg sagt, sie habe es genossen, sich in den zwei Wochen auf hoher See einmal ein bisschen zurückziehen zu können.

Thunberg mit Vater Svante in Kanada

©© BBC/Rob Liddell

Thunberg spricht über ihren Autismus, über Drohungen, aber am liebsten über wissenschaftliche Fakten. Sie müsse die Politiker anschreien, „um Aufmerksamkeit zu bekommen“. Es gehe ihr nicht so sehr darum, dass sie selbst gehört werde, sondern dass die Wissenschaft gehört werde.

Manifest

Die Dokumentation ist sehr nah an Thunberg, und wirkt eher wie ein filmisches Manifest als eine umfassende Darstellung ihrer Arbeit. Unter den Kritikern, die zu Wort kommen, finden sich keine Geringeren als Donald Trump und Wladimir Putin. Was einmal mehr zeigt, in welch kurzer Zeit die mittlerweile 18-Jährige eine ungeahnte Relevanz entwickeln konnte.

Sie selbst verliert bei all der Aufregung um ihre "emotionalen Worte" ihre Ziel, dass die Erderwärmung unter 1,5 Grad Celsius gehalten werden kann, nicht aus den Augen. Thunberg sagt: "Hoffnung entsteht nicht aus Worten, sondern aus Taten."

Peter Temel

Über Peter Temel

Seit 2009 beim KURIER. Zunächst Entwicklung des Kultur-Themenangebots auf kurier.at. Später bei härteren Themen der Innen- und Außenpolitik angelangt, dann Aufbau und Gestaltung des Satire-Portals "KURIER mit Schlag". Aktuell wieder im Kulturbereich verankert und mit Freude TV-Tagebücher schreibend. Habe eigentlich immer "was mit Medien" gemacht, Geschichte und Philosophie studiert. Privat stehen Fußball, Skifahren, Wandern hoch im Kurs.

Kommentare