Raumgestalterin Maryam: "Manche Ideen muss ich selbst umsetzen."

Interieur-Designerin Maryam Yeganehfar gestaltet mit kosmopolitischer Kreativität die schöne Orte und entwirft auch Möbel.

Gewöhnliche Orte in prachtvolle Locations zu verwandeln, das Spiel mit Farben und Stoffen, der Einsatz von modernen wie auch traditionellen Elementen, ist seit jeher ihr Business: Eventplanerin Maryam Yeganehfar kümmert sich nun auch um Interior Design. „Auch als Eventplanerin ist es mein Job, Räume zu gestalten“, erklärt Maryam Yeganehfar ihren jüngsten Karriereschritt. Dass Interieur-Designstudio Maryam ist zum Teil auch den vielen Lockdowns geschuldet: „Die Eventbranche leidet nach wie vor unter den vielen Pandemie-Maßnahmen. Ich habe aber beschlossen, das Positive daran zu sehen und nutze die Zeit, meiner Einrichtungsleidenschaft nachzugehen.“ Ihr erstes Interior-Projekt: Die Neugestaltung der Bellezza Boutique im Reiters Supreme Hotel im Burgenland.

Boutique Bellezza im Reiters Supreme Hotel im Burgenland

©Boutique Bellezza

Aufeinander eingehen lautet dabei die Devise: „Die einzige Vorgabe der Kundin war: Rosa. Da war ich im ersten Moment überrascht, habe aber dann gedacht: Wenn rosa, dann richtig. Mit dem Stil der 50er- und 60er-Jahre war da auch rasch die perfekte Inszenierung gefunden. Viel Samt, Gold als Kontrastfarbe und Mid-Century-Leuchten ergeben ein sehr harmonisches Bild“, erzählt sie vom kreativen Prozess. „Den eigenen Geschmack beiseitezuschieben und die Wünsche des Kunden immer in den Vordergrund zu stellen“, sei die größte Herausforderung beim Einrichten, „schließlich muss ja auch der Kunde damit glücklich sein, nicht ich selbst.“ Die Möbel und Wandpaneele mussten für die Boutique eigens angefertigt werden. „Die rosafarbene Wandvertäfelung zu finden war nicht leicht. Während so etwas in Amerika Stangenware ist, mussten wir hier einen Tischler suchen, der das macht.“

Unternehmerin Maryam Yeganehfar

©Isabelle Koehler

Ihre Vielseitigkeit bewies Yeganehfar gleich darauf bei der Neugestaltung der Suppenmanufaktur Suppito in Mariahilf: Sehr reduziertes und geradliniges Design bietet die perfekte Bühne für den Hauptdarsteller: Das Essen. „Die Kundin legte großen Wert darauf, viel Licht und wenig Ablenkung im Lokal zu haben. Also haben wir uns für hochwertige Materialien entschieden und ließen auch hier die Möbel anfertigen.“

Lokal Suppito Mariahilf

©Maryam Suppito

Einfach selbst machen ist wohl prinzipiell das Motto der 43-jährigen: „Ich war lange Zeit auf der Suche nach der perfekten Leuchte für mein Wohnzimmer. Irgendwann habe ich einfach beschlossen, meine Vorstellung selbst umzusetzen.“ Die riesige Bodenleuchte aus grünem Glaskörper mit riesigem, bunt gemustertem Lampenschirm kam bei Besuchern so gut an, dass weitere Modelle zum Verkauf stehen. „Jede Lampe ist ein Einzelstück und ich bin sehr stolz darauf, dass mein Design nun bereits einige Wohnungen schmückt.“

"My Lamp" von Maryam ist z.B. bei www.silviagattin.com erhältlich

©Maryam Yeganehfar

Inspiration für ihre Ideen erhält die im Iran geborene Unternehmerin vor allem auf ihren Reisen: „Es zieht mich immer in die Ferne, da kann ich Kraft tanken und Ideen sammeln. Als Andenken nehme ich gerne Möbel und Accessoires für daheim mit.“

Nicole Zametter

Über Nicole Zametter

Die Lifestylejournalistin ist - nach Stationen beim Styria und beim News Verlag - seit Jänner 2021 beim Kurier und schreibt über Architektur, Immobilien, Wohnen & Design. Mit Trendgespür und einem ausgeprägten Sinn für Ästhetik ist die Tirolerin auch im Alltag immer auf der Suche nach Geschichten und Themen. Darüber berichtet Sie auch regelmäßig in ihrer Kolumne "Mein Wohnen".

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