Musik

Edita Gruberova: 9 herausragende Aufnahmen der Königin der Koloraturen

Peter Jarolin

von Peter Jarolin

Das Vermächtnis der Starsopranistin Edita Gruberova - neun Empfehlungen zum Reinhören.

Geht es noch höher? Geht es noch schöner? Geht es noch brillanter? Eigentlich nein. Denn die im Alter von 74 Jahren verstorbene Edita Gruberova hat künstlerische Maßstäbe gesetzt. Für „Die Gru“ – das ist eine Liebeserklärung – ging man in die Staatsoper, nahm Warteschlangen in Kauf, campierte fast schon vor der Oper. Um sie zu hören! Als Lucia, als Elvira, als Zerbinetta, als Anna Bolena und in vielen anderen, vor allem Belcanto- Partien.

Edita Gruberova ist tot, ihr Gesang aber bleibt.

Wenn der Autor dieser Zeilen einen Blick in sein CD-Regal (ja, so etwas gibt es noch) wirft, ist die Gruberova omnipräsent. Anbei einige persönliche, bei weitem nicht vollständige Anhör-Tipps. „Lucia di Lammermoor“ von Gaetano Donizetti: Keine wurde und wird so vollendet wahnsinnig (gut, die Gigantinnen Maria Callas und Joan Sutherland können da mithalten), wie die Gruberova. Auf Nightingale Classics ist eine Einspielung aus dem Jahr 1990 erschienen. Wie sie hier die berühmte Wahnsinnsarie „Il dolce suono“ interpretiert, ist einzigartig. Dirigent Friedrich Haider, das SWR-Orchester und ein feiner Cast sind ihre Partner.

Nicht vergessen sollte man aber auch auf die „Lucia“ von Warner Classics mit den Legenden Alfredo Kraus und Renato Bruson; Nicola Resigno leitet das Royal Philharmonic Orchestra – zu hören ist eine sehr junge Gruberova.

©APA/dpa/Kay Nietfeld

Edita Gruberova, Agnes Baltsa, Dirigent Riccardo Muti und das Orchester des Royal Opera House Covent Garden mit Vincenzo Bellinis „Capuleti E I Montecchi“ – noch so ein Traum. Dass Gruberova ein Faible für Belcanto-Raritäten hatte, beweist Bellinis „Beatrice di Tenda“ (Nightingale) mit Vesselina Kasarova, Dirigent Pinchas Steinberg und dem RSO.

Dann natürlich Donizettis „Maria Stuarda“ wieder mit Baltsa, Francisco Araiza und Giuseppe Patané am Pult des Münchner Rundfunkorchesters (Philipps) oder auch Bellinis „La Sonnambula“ (Nightingale) mit dem unvergessenen Dirigenten Marcello Viotti und dem Münchner Rundfunkorchester. Es gäbe noch viel mehr zu erwähnen.

Etwa die „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss aus der Wiener Staatsoper (Orfeo), ein Livemitschnitt aus dem Jahr 1976. Die Gruberova als Zerbinetta, flankiert von Stars wie Gundola Janowitz, Baltsa, James King, Walter Berry und Dirigent Karl Böhm. Oder jene (Decca) mit Jessye Norman, Julia Varady und mit Kurt Masur am Pult des Gewandhausorchesters Leipzig. Oder Mozarts „Zauberflöte“ mit Gruberova als Königin der Nacht, unvergleichliche Darbietungen auf mehreren Einspielungen und stets tollen Partnern. Dazu naturgemäß die Recitals und Verdis „La Traviata“ mit Dirigent Carlos Kleiber.

Und, und, und. . .

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