Wien abseits der Touristenpfade: 12 ungewöhnliche Stadtführungen

Entdecke die Bundeshauptstadt auf den Spuren von Vampiren, starken Frauen aus der Geschichte oder der LGBTIQ-Community.

Sie erkunden Wien gerne zu Fuß, wollen aber gerne Neues dabei erfahren? Dann sind Stadtführungen genau das Richtige für Sie: Sie geben Ihnen die Möglichkeit, tiefer in die Geschichte einzutauchen und die Stadt aus außergewöhnlichen Blickwinkeln zu betrachten.

Wussten Sie zum Beispiel, wo jene historischen Plätze in Wien zu finden sind, die für die LGBTIQ-Bewegung eine besonders große Rolle gespielt haben? Oder wo angeblich echte Hexen in der Bundeshauptstadt gelebt haben? Na eben.

12 außergewöhnliche Stadtführungen durch Wien:

©APA - Austria Presse Agentur

Queere Stadtspaziergänge

Historiker Andreas Brunner, Leiter des Zentrums für queere Geschichte QWien, führt im Rahmen seiner "Queeren Stadtspaziergänge" zu Denkmälern, Gedenktafeln, Straßen und Häusern, deren Geschichte in Regenbogenfarben getunkt ist und macht unsichtbare Biographien sichtbar, erinnert aber auch an die schreckliche NS-Zeit. 

Brunner erzählt eine wenig bekannte Stadtgeschichte, leistet Erinnerungsarbeit und hat auch so manche humorvolle Anekdoten parat.

Hier geht's direkt zur Homepage.

©WienTourismus/Paul Bauer

Medizinisches Wien

Vor 200 Jahren galt Wien als Mekka der Medizin, wo Geschichte geschrieben wurde. Die Medizingeschichte Wiens reicht jedoch weiter zurück, bereits vor über 650 Jahren wurde die Medizinische Fakultät gegründet. Die staatlich geprüfte Fremdenführerin Bibiane Krapfenbauer-Horsky begibt sich auf historisch-medizinische Entdeckungsreise, wo einst geheilt, geforscht und Weitblick bewiesen wurde.

Die Themen beziehungsweise Orte sind vielfältig und reichen vom Alten AKH bis zum Stephansdom und dem Zentralfriedhof. Es werden aber auch Stadtrundgänge unter den Aspekten "Mozart und die Medizin" oder "Kokain und Inzucht" angeboten.

Hier geht's direkt zur Homepage.

©WienTourismus/Christian

Jugendstil & Fin de siècle – Wien um 1900

Große Wiener Jugendstil-Architekten wie Otto Wagner, Max Fabiani oder Josef Hoffmann erschufen die Postsparkasse, Stadtbahnpavillons und Stadtbahnbauten – allesamt Monumentalbauten. Aber auch in der Malerei (man denke an Gustav Klimt, Ernst Klimt, oder Franz Matsch), der Musik, der Mode und der Medizin kam es in der Epoche des Jugendstils zu wegweisenden Veränderungen. 

Die Stadtführung "Dekadenz und Innovation" zeigt den Alltag und den Lifestyle jener Menschen, die diese Zeit prägten.

Hier geht's direkt zur Homepage.

©Bild von Willgard Krause auf Pixabay

Von Geistern, Flüchen, Grüfte & Vampiren

Wien ist bekannt für seinen bitterbösen Schmäh und seinem historisch-makabren Flair. Nach diesem gruseligen Stadtspaziergang, bei dem ihr ehemalige Friedhöfe, Hinrichtungsstätten und vieles mehr besucht, wissen Sie auch, warum. 

In der Bundeshauptstadt hausten Geister, Hexen, Vampire und sogar der Teufel höchstpersönlich! Viele alte Grüfte beherbergten gar schaurige Geheimnisse. Gott sei Dank: Beim Henker konnte man grausige Heilmittel kaufen ...

Hier geht's direkt zur Homepage.

©Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Mörder, Hexen, Henker: Justitia Viennensis

Wenn wir schon bei Stadtspaziergängen zum Fürchten sind: Diese Führung nimmt sich der Wiener Strafrechtsgeschichte an und zeigt, welch dunkle Zeiten hinter uns liegen. Was man hier zu sehen bekommt? Ehemalige Hinrichtungsstätten, das Haus der schlimmsten Massenmörderin aller Zeiten sowie Pranger und Ehrenstrafen. 

Teils gruselig, teils zum Schmunzeln, oft erschütternd und immer wieder erstaunlich: so präsentiert sich das kriminelle Wien.

Hier geht's direkt zur Homepage.

©Photo by David Holifield on Unsplash

Das Jüdische Wien

Diese Führung begibt sich auf die Spuren berühmter und "einfacher" Wienbewohner und -innen jüdischer Herkunft, von der Zeit der Babenberger bis heute. Man lernt faszinierende Persönlichkeiten kennen, hört von große Leistungen und erfährt, welch reiches Erbe die jüdische Kultur in Sachen Kunst, Kultur und Medizin hinterlassen hat. 

Nach diesem Stadtspaziergang ist es so klar wie nie zuvor: Die jüdische Vergangenheit ist ein zentraler Bestandteil der Wiener Tradition!

Hier geht's direkt zur Homepage.

©Deutsche Filmhansa

Der dritte Mann-Tour

Film- und Wienfans sollten sich diese Führung nicht entgehen lassen. Auch mehr als 70 Jahre nach seiner Premiere zählt das düstere Nachkriegsepos "Der dritte Mann", das in Wien gedreht wurde, zu den großen Leinwandklassikern. Mit Hilfe von reichem Bildmaterial folgt die Führung den Spuren des Penizillin-Schiebers Harry Limes durch die kopfsteingepflasterten Straßen der Altstadt.

Die Guides besuchen mit euch die wichtigsten Drehorte, erzählen von der Entstehungsgeschichte des Films und zeigen das "andere Wien" der Kriegsruinen, Alliierten Besatzungsmächte, des Schwarzmarkts und der Ost-West Spionage.

Hier geht's direkt zur Homepage.

55 Stiegen führen vom Morzinplatz zur Ruprechtskirche

©Kurier/Gerhard Deutsch

Geheimnisvolle Kraftorte in Wien

"Kraftorte wirken bewegend, befreiend, erhebend und heilsam auf die Besucher, wenn Herz, Seele und Geist in Resonanz kommen", erklärt die Buchautorin und staatlich geprüfte Fremdenführerin Gabriele Buchas. Im Rahmen dieser Stadtführung besuchen Sie genau solche Plätze, die sich beispielsweise in alten Kirchen befinden. 

Das Ziel von Buchas: "Unklares klären zu können, Verständnis für längst vergangene ‘Sprachen‘, in welcher Form auch immer, zu wecken und einen Zugang zur Mystik zu ermöglichen."

Hier geht's direkt zur Homepage.

©Photo by Ashton Mullins on Unsplash

Wiener Frauen-Spaziergang

Hier geht es um Frauen, die ihre Visionen und Träume in die Tat umsetzten, oft um den Preis der Emigration, der Ablehnung, der Einsamkeit und des Todes. Der thematisch weite Bogen spannt sich von Wiener Wäschemädchen, Tänzerinnen und Musen, Weltreisende und Forscherinnen, Politikerinnen, Literatinnen bis zu den Herrscherinnen. 

Ihre Lebensgeschichten erzählen von mutigem Aufbegehren gegen diskriminierende Konventionen, vom weiblichen Freiheits- und Forscherdrang und von Durchsetzungskraft. Inspirierendes Empowerment!

Hier geht's direkt zur Homepage.

©Bild von Gordon Johnson auf Pixabay

Da Vinci Code

Diese ungewöhnliche Führung berührt Glaubenswahrheiten ebenso wie phantastische Erfindungen von Romanautoren und -innen, echte historische Begebenheiten sowie Kostbarkeiten, die sich in Wien befinden. Man hört vom Heiligen Gral und der Kirche des Opus Dei. 

Weiters entdeckt man geheime Zeichen sowie die Bedeutung der Zahlen am Dom und begegnet den Tempelrittern, Maurern, Freimaurern und Illuminaten. Auch die Blutlinie der Habsburger ist dabei Thema. Danach kann Dan Brown bei Ihnen Unterricht nehmen!

Hier geht's direkt zur Homepage.

©Photo by Maru Lombardo on Unsplash

Sex in Wien: Amor, Amouren und der schäbige Rest

Erfahren Sie, wieso der Penis von Napoleon abgeschnitten und verkauft wurde, warum das Sperma von Genies anders schmeckt oder wo man als Hure in Wien im 19. Jahrhundert am besten verdiente. Prostitution gehörte damals zum täglichen Leben, egal ob man Kaiser oder Bürger war. Die etwas andere Stadtführung ohne Tabus!

Hier geht's direkt zur Homepage.

©Photo by Intricate Explorer on Unsplash

Street Art Tour

Entdecken Sie Wiens coole Straßenkunst! Der Donaukanal ist die längste Freiluft-Galerie Europas: Hier erstrecken sich kilometerlange Wände mit bunter Kunst. Auf dieser Führung möchte Guide Filip den Ursprüngen der Wandmalerei auf den Grund gehen und die Unterschiede zwischen Tag, Graffiti, Street Art und Vandalismus klären.

Natürlich werden auch bekannte Künstler und -innen näher beleuchtet.

Hier geht's direkt zur Homepage.

Manuel Simbürger

Über Manuel Simbürger

Seit 2024 bei kurier.at, zuvor als Redaktionsleiter von film.at zwischen cineastischem Pop, Kultur und Popkultur gependelt. 12 Jahre lang freiberuflich tätig gewesen, vor allem im Bereich Entertainment ("Unterhaltung mit Qualität"), Kultur, Gesellschaftspolitik, Gesundheit und Leseförderung. Beim KURIER-Newsdesk pendle ich erneut, diesmal zwischen den Ressorts und allen News-Lebenslagen. Mein Motto: Journalismus bedeutet, Geschichten zu erzählen. Privat stehen Literatur, Kino, Streaming und Gym im Fokus – und meine Familie.

Kommentare