Ski-Paradies mit Retroschick: Unterberg startet in die Saison

Das Naturschnee-Skigebiet in den Wiener Alpen musste wochenlang auf die passende Unterlage warten. Freitag öffnen endlich die Lifte.

Überblick

Der Grundstein für die Karriere von Olympiasiegerin Michi Dorfmeister wurde auf den sanften Hängen des Unterbergs (Bezirk Wiener Neustadt) gelegt. Mit dem Wintersportverein Pernitz-Unterberg verbrachte die kleine Michi damals jede freie Minute im sogenannten „Naturschnee-Paradies“.

Auch heute noch sucht man Schneekanonen am Unterberg (Gipfel 1.342 Meter) vergeblich. Was als Skigebiet am östlichsten Punkt der Voralpen in Zeiten der Klimaerwärmung ein gewisses Risiko mit sich bringt. Aber man sei es „bereits gewohnt, mit den Launen der Natur umzugehen“, heißt es vonseiten der Liftbetriebe.

Ganze zehn Betriebstage waren es in der vergangenen Saison, mehr nicht. Und auch dieser Winter war bis jetzt eine Nullnummer.

Halber Meter Pulver

Das hat sich geändert. In den vergangenen Tagen haben es Schneefall und Frost gut gemeint und dem Werbeslogan des Naturschnee-Paradieses alle Ehre gemacht. Am 28. Jänner startet das Skigebiet verspätet in die Wintersaison. Was die Optik und den Pistenzustand anbelangt, ist alles angerichtet. Gut ein halber Meter feinster Pulverschnee hat in den vergangenen Tagen nicht nur den scharenweise herbeigeeilten Tourengehern und Schneeschuhwanderern ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Auch Alpinfans können ab heute endlich Schwünge in den ganz natürlichen Schnee ziehen.

Ein aktuelles Bild aus der Webcam vom 27. Jänner

©Skigebiet Unterberg

Nostalgie und Autobusse

Der Unterberg versprüht bei seinen Gästen ein ganz besonderes Flair. Nach Gondeln oder Sesselliften mit Bubbles und Sitzheizung sucht man hier vergeblich. Retroschick ist wohl der zutreffendste Begriff. Während in Wengen die Skirennläufer mit der Bahn zum berühmten Lauberhorn hinauf gebracht werden, ist es am Unterberg ein Bus, der die Besucher von der Liftkasse beim Parkplatz über viele Serpentinen zum Gipfellift kutschiert. Erst dort kann angeschnallt werden.

 

©Patrick Wammerl

Als das Skigebiet 2014 vor dem Aus stand, hatte sich durch ihre Verbundenheit zur Region eine Unternehmer-Gruppe rund um den Bezirksobmann der Wirtschaftskammer Wiener Neustadt, Erich Panzenböck, der Rettung des Skigebietes verschrieben. Mit Crowdfunding oder Aktionen wie Gratis-Kinderskipässen für Schüler aus Wiener Neustadt und anderen Orten hat man den Wintersport am Unterberg wieder angekurbelt – sofern es die Schneeverhältnisse zugelassen haben.

Die Prognose für die kommende Woche stimmt am Unterberg zuversichtlich, dass die Lifte auch in den Semesterferien surren.

Patrick Wammerl

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