Kals: Die schönsten Täler des Landes sind in Osttirol

Wozu in die Berge steigen, wenn die Täler schon so schön sind: Rund um das Osttiroler Kals gibt es ein paar prächtige Exemplare.

Natürlich schauen die Täler rund um das Dorf Kals in Osttirol im Herbst nicht mehr so aus wie auf dem Bild oben. Dann ist dort alles gelb und rot oder sonst irgendwie herbstfarben. Die Einheimischen sagen, dass ihre Gegend in den Nachsommer-Monaten noch schöner ist. Dabei ist sie schon im Sommer toll.

Die spektakuläre Passage durch die Dabaklamm.

©Halbhuber Axel

Kals nennt sich selbst „Bergsteigerdorf“ und sieht aus wie die Kulisse für einen Heimatfilm. Tatsächlich fanden von hier aus manche der grandiosesten Begehungen der Alpen statt, vor allem natürlich des Großglockners. Der ist für die Kalser der Säulenheilige, die Region ist voller Glocknerblick-Pensionen und Glocknerrast-Wirtshäuser, wobei „voller“ kann man gar nicht sagen, so leer wie die Gegend ist. Speziell im Herbst, wenn die Sommertouristen schon wieder nach Hause abgezogen sind.

Ein Finger zeigt auf den Großglockner

Neben dem König der heimischen Berge sind es aber die Täler. Von Kals führen einige wie Furchen in die umliegenden Berge der Granatspitz-, Glockner- und Schobergruppe.

Dabei ist ja das Kalser Tal selbst ein Tal, aber von dort aus verzweigen sich diese Seitentäler wie gespreizte Finger, die alle auf unterschiedliche Zielen zeigen. Viele, die zum Beispiel dem berühmten Ködnitztal folgen, vorbei an Lucknerhaus und Lucknerhütte, möchten auf den Großglockner, es ist die meistgewählte Aufstiegsroute. Zugegeben: Viel mehr besuchen das Ködnitztal nur mit dem Auto und bewegen sich vom Parkplatz höchstens bis zum ersten Glocknerfoto und dann zum Bier. Auch okay.

Das Kalser Lesachtal, nicht zu verwechseln mit seinem großen Namensvetter am Kärntner Südrand, ist eher für Gourmets, weil stiller und von weniger prominenten Gipfeln umgeben – wenngleich Ganot, Glödis oder Hochschober nicht nur ebenfalls mächtige Dreitausender sind, sondern auch sehr gefragte Alpintouren.

Nach Salzburg oder doch im Dorfertal

Wer das Dorfertal zu Ende geht, und darüber hinaus über den Kalser Tauern steigt, findet sich in Salzburg wieder. Dieser Übergang ist einer der schönsten in den Alpen, sagen manche – dabei ist es durchaus auch lohnend, im Dorfertal zu bleiben. Machen eh viele, schließlich ist das Tal mit E-Bike-Infrastruktur, gemächlichem Forststraßenweg und Tälertaxi-Versorgung für nahezu alle erreichbar.

Das Kalser Tauernhaus ... auch gut zum Essen.

©Halbhuber Axel

Zeit sollte man sich jedenfalls für die Dabaklamm und die außergewöhnliche Geschichte des Dorfertales nehmen (wird auf einem Infotafel- und Hörpfad wunderbar erklärt): Die Klamm am Taleingang ist nicht nur umwerfend schön, sondern der Steig auch sehr abenteuerlich. An dieser Engstelle wollte man einst mit einer zweihundertzwanzig Meter hohen Staumauer das ganze Tal zum größten Alpen-See machen. 1989 wurde das Projekt endgültig von den „Kalser Frauen“ verhindert, ein Meilenstein der österreichischen Ökologiebewegung.

Es gibt übrigens noch ein Kalser Seitental. Aber das darf ruhig noch ein bisschen unbekannt bleiben, findet der Autor.

Top 3

Sommer/Winter: Da es die Berge auch im Winter gibt, verfügt Kals (sehr informative Gemeinde-Website: kals.at) über ein wegen der Höhe tolles Familien-Skigebiet, das Großglockner Resort: gg-resort.at

Essen: In den Kalser Tälern gibt es Top-Hütten, z.B. Tauernhaus im Dorfer Talschluss: kalser-tauernhaus.de

Hotel mit Chalets: Erste Wahl mit super Lage, Service und Ausstattung, direkt an der Piste: gradonna.at

Axel Halbhuber

Über Axel Halbhuber

Ich habe mir unter den Zweigen des Schreibens den Journalismus ausgesucht, um nicht über mich schreiben zu müssen. Und jetzt schreibe ich hier Zeilen zu meiner Vita. Es gibt im Leben Wichtigeres, das es zu beschreiben gilt. Eben das macht diesen Job spannend: gestern ein Interview mit den Klitschko-Brüdern, heute eine Reportage in einem Dorf für Demenzpatienten, morgen das Porträt über die wahre Biene Maja. Leben ist Vielfalt, auch das Berufsleben. Daher habe ich im Journalismus vieles gemacht: Wirtschaftszeitung bis Männermagazin, Online-Ressortleitung bis Gratismedium-Chefredaktion, Sportressort bis Societymagazin, Österreichwanderung bis Weltreise. Und bei aller Vielfalt ist das Reisen doch zu einem Steckenpferd geworden, auch durch meine Bücher „Ich geh dann mal heim“, „Einfach eine Weltreise“ und "Reisen ist ein Kinderspiel". Aber am wichtigsten war die Biografie über Helmut Kutin: "Wie aus einer zerstörten Kindheit ein gutes Leben wurde." Das muss wirklich jeder lesen!!!!

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