Prinz Harrys Autobiografie: Freunde wollten nichts zu "Spare" beitragen

Harry soll für die Biografie eine Vorauszahlung von umgerechnet 20 Millionen Euro erhalten haben. Er hat angekündigt, einen Teil der Erlöse zu spenden.

Anfang 2023 ist es so weit: Die mit Spannung erwarteten Memoiren von Königssohn Prinz Harry erscheinen. Bereits jetzt wird spekuliert, ob das Werk mit dem vielseitig interpretierbaren Titel "Spare" die Gräben zwischen King Charles III und Prinz William auf der einen Seite und Harry auf der anderen weiter vertiefen würde. Das Wort lässt sich beispielsweise mit "Überflüssig" oder "Ersatzteil" übersetzen und ist vermutlich eine Anspielung auf die Redewendung "The heir and the spare", also "der Erbe und der Ersatz". Dies dürfte auf Harry als jüngeren Bruder von Thronfolger William gemünzt sein, der nur beim Tod des Älteren zum Zuge kommen könnte.

Auch die Titel der übersetzten Ausgaben machen die Rolle, wie sich Harry offenbar sieht, deutlich: Auf Deutsch heißt das Buch "Reserve", in Spanien "Im Schatten" und in Schweden "Der Andere", wie die Sun berichtet.

Emotionen und Privates

Beobachterinnen und Beobachter rechnen mit Blick auf den Titel damit, dass Harry erneut deutliche Kritik am Königshaus äußern könnte.

Boulevardmedien berichten nun, Harry habe sich im Vorfeld an Freunde und Ex-Partnerinnen gewandt, um sie zu bitten, mit Ghostwriter J.R. Moehringer zu sprechen. Die meisten hatten angeblich aber abgelehnt, einen Beitrag für die Autobiografie zu leisten. Ein Insider sagte gegenüber der Sun: "Harry hat sich gemeldet. Freunde und Freundinnen waren höflich und sagten, sie würden darüber nachdenken, aber letztendlich waren viele dagegen." Zu Harrys ehemaligen Freundinnen gehören etwas Chelsy Davy und Cressida Bonas.

Ob die beiden ebenfalls involviert werden hätten sollen, ist unklar. So oder so: "Wir freuen uns, die bemerkenswert persönliche und emotional kraftvolle Geschichte von Prinz Harry, dem Herzog von Sussex, ankündigen zu können", ließ der Verlag Penguin Random House verlautbaren.

Eigentlich war das Buch bereits für diesen Herbst angekündigt worden. Medienberichten zufolge wollte der Enkel von Queen Elizabeth II nach dem Tod seiner Großmutter am 8. September aber einige Passagen nochmal überarbeiten und abschwächen. Harry soll für die Biografie eine Vorauszahlung von umgerechnet 20 Millionen Euro erhalten haben. Er hat angekündigt, einen Teil der Erlöse zu spenden.

Harry hatte sich immer wieder unzufrieden gezeigt, wie er in den Medien dargestellt wurde. Mit der Biografie wolle er "einen Bericht aus erster Hand, der korrekt und absolut ehrlich ist", über sein Leben herausbringen, hatte er angekündigt. Harrys Freunde hätten es nun "als ironisch empfunden, dass es ihm gar nicht passte, wenn sie mit den Medien über ihn sprachen, er aber ausgerechnet das jetzt will", so der vermeintliche Insider aus Harrys Umfeld.

"Dieses Buch bedeutet wirklich "alles oder nichts"", sagte der Royals-Biograf Tom Bower der Sun. Doch wie wird der Palast reagieren? "Ich kann mir gut vorstellen, dass König Charles gewarnt worden ist, dass jede Form der Vergeltung unschön sein wird."

Der 38-Jährige lebt mit seiner Ehefrau Herzogin Meghan und den beiden gemeinsamen Kindern Archie (3) und Lilibet (1) seit einiger Zeit in Kalifornien. Das Paar hat mit dem Umzug seine royalen Pflichten aufgegeben. In mehreren Interviews haben Meghan und Harry den Palast und besonders Charles wiederholt scharf kritisiert. In seiner ersten Rede als König sprach der neue Monarch aber von seiner tiefen Liebe zu den beiden.

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