Sex in der Freizeit

Hoppauf? Wann die Reiterstellung für ihn heikel werden kann

Es gibt Sexstellungen, die müssen einfach sein. Wie „der Reiter“ in umgekehrter Form. Doch kürzlich sorgte ein TikTok-Video für Aufsehen, weil es die Risiken dieser Position thematisierte.

Berichte und Warnungen zu seltsamen Sex-Unfällen aufgrund ungünstiger Stellungen beim Beischlaf gab’s immer schon. Ich erinnere mich noch an eine kuriose Geschichte, die diesbezüglich durchs Netz geisterte. Von jenem 50-jährigen Typen, der – als Batman verkleidet – von einer Kommode auf seine junge Gespielin springen wollte, um sie in seiner Vorstellung vor einem fiktiven Bösewicht zu retten.

Blöderweise ging die Sache daneben, er landete nicht auf der Freundin in der Beischlafstatt, sondern auf dem Boden und brach sich den Arm. Insofern blöd, als die nackte Dame ans Bett gefesselt war. Schließlich war’s der Nachbar, der Hilfe holte. Nun, der gute Mann hätte sich dabei auch den Penis brechen können, ebenfalls kein ganz unbekanntes medizinisches Phänomen, das stets für ein gewisses Staunen sorgt. Weil Laien berechtigt fragen: Was kann da bitte genau brechen, der hat doch keinen Knochen? Doch dazu später.

Soziale Medien wie TikTok haben auch diesbezüglich einiges verändert – denn dadurch wissen heute sehr viele Menschen auf einen Schlag, was sexuell angesagt oder eben heikel und riskant ist. Wenn es sich dabei um seriöse Informationen handelt, kann das im Sinne sexueller Aufklärung nur gut sein. Einer der bekanntesten Medizin-TikToker ist der Chirurg Karan Rajan mit mehr als fünf Millionen Follower. Von ihm ging vor Kurzem ein Video viral, in dem er umfassend schildert, wie riskant die verkehrte Reiterstellung für Männer sein kann. Sie sei für die Hälfte aller Penisbrüche verantwortlich.

Irgendwo habe ich dafür den netten Begriff „Schenkelstürmerin“ gelesen. Trotzdem kein Grund, die Rescuetropfen oder gar den Erste-Hilfe-Koffer stets parat zu halten. Zumal „der Reiter“ (ob verkehrt oder nicht) – neben der Missionarsstellung – eine der beliebtesten Stellungen ist.

Quickstep? Oder doch lieber Slowfox?

Aber wie viel Vorsicht ist tatsächlich angebracht? Soll man sich den Spaß ersparen? Nun, auf den ersten Blick wirkt diese Stellung alles andere als besonders arg, hochriskant oder völlig abgedreht. Reiterstellung halt, aber eben verkehrt – so what? Heißt: Die Frau sitzt auf dem Mann, aber eben nicht mit Blickrichtung zu seinem Gesicht, sondern mit Aussicht auf seine Füße. Das scheint schon das Aufregendste an dem Ganzen – er hat Sicht auf ihr Hinterteil (nicht schlecht), sie darf mit seinen Zehen flirten (na ja). Irgendwo habe ich dafür den netten Begriff "Schenkelstürmerin" gelesen.

Trotzdem kein Grund, die Rescuetropfen oder gar den Erste-Hilfe-Koffer stets parat zu halten. Zumal „der Reiter“ (ob verkehrt oder nicht) – neben der Missionarsstellung – eine der beliebtesten Stellungen ist.

Ein Standard, wie der Quickstep oder Slowfox beim Turniertanz. Quick/Slow: Damit sind wir exakt beim Thema, also beim Penisbruch und dessen Entstehung. Wird sein Genital im erigierten Zustand zu stark verbogen oder gestaucht, kann entweder jene schützende Bindegewebskapsel reißen, die die Schwellkörper umgibt oder die Schwellkörper selbst. Das passiert natürlich eher, wenn man zu schnell und zu heftig unterwegs ist.

Wenn das erigierte Glied – hopsa! – dann aus der Vagina schlüpft und in der Hitze des Gefechts gegen ihr Schambein oder einen anderen harten Widerstand stößt, kann das mit einem Unfall enden.

Als weitere Ursache gelten "grobe Sexualpraktiken". Oder eine allzu engagierte und tempointensive "Reiterin". Gäbe es so etwas wie eine Gebrauchsanweisung für die Stellung „Schenkelstürmerin“, würde Folgendes drinstehen: Achtung bei allzu exzessiven Auf- und Abbewegungen – es könnte dann sein, dass der Penis zu weit herausgleitet und sich dann ins Trauma stößt. Nein, gar nicht schön, man hört ein knackendes Geräusch und spürt durchdringenden Schmerz.

Wie bei so vielen Dingen im Leben ist daher auch hier eine gewisse Achtsamkeit und Bewusstsein für die Verletzlichkeit des Lebens und Liebens angesagt. Tempo drosseln, atmen, Augen schließen – gleiten statt hetzen. Schadet nirgendwo.

Hingehen!

Nach wie vor gelten die weiblichen Wechseljahre und die Menopause als Tabu, über das nur ungern   geredet wird. Viele wissen nicht genau, was in dieser Phase im Körper und in der Seele vorgeht. Die Macherinnen des Portals „Wechselweise“ organisieren nun dazu den „Menoday“,  auch Sex im Wechsel wird ein Thema sein. Am 15. 10. im Palais Niederösterreich, 1010 Wien, Tickets: wechselweise.net/menoday

Gabriele Kuhn

Über Gabriele Kuhn

Seit 1995 an Bord des KURIER - erst 14 aufregende Jahre lang als Ressorleiter-Stv. im Freizeit-Magazin, dann als Leiterin des Ressorts Lebensart. Seit 2017 Autorin. Kolumnistin. Interessens- und Know-How-Schwerpunkte: Medizin, Lifestyle, Gesundheit. Und Erotik. Die ironische Kolumne "Sex in der Freizeit" gibt es seit 2002. Damit's nicht fad wird, schreibe ich seit Anfang 2012 die Paar-Kolumne "Paaradox" gemeinsam mit Ehemann und Journalist Michael Hufnagl. 2014 wurde Paaradox zum Lesekabarett - mit Auftritten im Rabenhof und auf vielen Bühnen Ostösterreichs.

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