Spitzenkoch Uwe Machreich über die Küchentrends der Zukunft

Wie sich die österreichische Küche entwickelt, was die Rückkehr zum Handwerk bedeutet und was den Hype um (Promi-)Köche ausmacht.

So lernst du richtig kochen

Chefkoch Uwe Machreich erklärt in 10 Lessons, wie du richtig gut kochen lernst. Er zeigt vor, was zu einer Grundausstattung der Küche dazugehört, worauf man beim veganen Kochen achten sollte und welche Aromen und Gewürze gut zusammenpassen. Hier geht's zu Uwe Machreichs freizeit.academy.

Wiederentdeckung der Einfachheit, Rückkehr zum Handwerk und "ehrliche Produktion": In seiner letzten Lesson spricht Uwe Machreich über die Zukunft der guten Küche und darüber, wie es mit der traditionellen österreichischen Küche weitergeht. Er sieht zwei große Strömungen, an denen sich unsere Küche orientieren wird. 

Schwarz oder weiß

"Ich glaube, dass man die kulinarische Entwicklung ganz klar in schwarz und weiß unterteilen kann. Einerseits wollen die Leute immer mehr frische, regionale und saisonale Gerichte, andererseits wird Fast Food sicherlich weiterhin einen Boom erleben", sagt Uwe Machreich. Grundsätzlich sieht der Chefkoch den Begriff "Trend" differenziert. "Die Molekularküche war zum Beispiel auch eine zeitlang im Trend. Von dieser Zeit sind dann einige Küchentechniken hängengeblieben und haben sich etabliert, unabhängig von irgendeinem bestimmten Trend", erklärt der Koch im "Triad" in Niederösterreich. 

Wissen, was du isst

Auch die Optik von Gerichten werde eine immer größere Rolle spielen, so Machreich. "Die Menschen wollen einfach verstehen, was sie da eigentlich auf dem Teller haben. Es rücken auch immer mehr die Köche selbst in den Mittelpunkt", so der Wirt. Was bedeutet das? Die Spitzenköchin Anna Haumer bringt das gut auf den Punkt: "Früher ist man in ein Restaurant gegangen, heute geht man zu den Menschen." 

Hype um Köche

Diese "Personifizierung" der Küche erklärt sich Machreich vor allem mit den Kochtechniken, die sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt haben. "Früher war es laut, heiß und extrem anstrengend in der Küche. Heute nutzen wir Induktion, das macht das ganze viel entspannter", so der Koch. Nie wäre zu früheren Zeiten jemand auf die Idee gekommen, in einer Küche Fotos zu machen und diese irgendwo zu bewerben. Das sei heutzutage ganz anders, so Machreich. 

Diese Entwicklung verstärken Promi-Köche wie Jamie Oliver oder Richard Rauch noch zusätzlich, die mit ihren Fernsehshows und Social Media Kanälen ein Millionenpublikum erreichen. Jamie Oliver hat allein auf Instagram 8,9 Millionen Follower, die "Geschwister Rauch" unglaubliche 11 Millionen! Ein Markt, der auch in Zukunft stetig wachsen wird, prognostiziert Uwe Machreich. 

Einer der wichtigsten Trends ist für Uwe Machreich der Hype um die Köche, die ihre Prominenz vor allem durch internationale Kochshows erlangten. 

©KURIER

Ein neues Küchenklima

Wie schätzt der Haubenkoch diesen Trend ein? "Einerseits finde ich das schon gut, andererseits muss man sagen, dass nicht alles glänzt, was Gold ist. Es gibt schon auch Schattenseiten, die mit dieser Prominenz einhergehen. Prinzipiell kann man aber sagen, dass sich das Klima in der Küche zum Guten gewandelt hat", betont Machreich. Früher sei viel mehr geschrien oder gar gebrüllt worden, was laut Machreich aber oft den extrem lauten und heißen Geräten in der Küche geschuldet war.

Heutzutage gibt es bei den Kochtechniken, Geräten und auch Produkten viel weniger Grenzen als früher, so Machreich. 

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Neue Arbeitszeiten und Ideen

Auch die Änderung der Arbeitszeiten in der Küche sei eine wichtige Entwicklung gewesen. "Es ist Gott sei dank nicht mehr so, dass man vierzehn oder fünfzehn Stunden am Stück arbeitet. Bei uns ist das Maximum am Tag zehn Stunden, und das vier Tage die Woche." Außerdem habe man heutzutage ganz andere Produkte zur Verfügung, aus denen wiederum neue Ideen und Rezepte entstehen. Beim Blick in die Zukunft ist sich Machreich sicher: Da kommt noch viel Spannendes auf uns zu!

Stephanie Angerer

Über Stephanie Angerer

Social Media-Redakteurin bei der freizeit. Stephanie Angerer ist 23 Jahre alt und stammt ursprünglich aus Tirol. Nach einer Zwischenstation in der Lokalredaktion bei der Kronenzeitung Salzburg übersiedelte sie nach Wien zur freizeit-Redaktion. Dort ist sie nun seit August für die Social Media Kanäle zuständig und schreibt Texte für freizeit.at.

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